Der frühere Telekom-Chef René Obermann geht zum PE-Spezialisten Warburg Pincus.

Deutsche Telekom

05.02.15
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René Obermann wird Partner bei Warburg Pincus

Von Anna Wulf

Jetzt ist es offiziell: Der frühere Telekom-Chef René Obermann geht zum PE-Investor Warburg Pincus nach London. Er soll sich um das Deutschlandgeschäft kümmern. Das ist bislang kein Glanzstück des US-Finanzinvestors.

Der PE-Investor Warburg Pincus holt den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom, René Obermann, als Managing Director und Partner in sein Londoner Büro. Berichte über einen anstehenden Wechsel Obermanns ins Private-Equity-Lager gab es schon im vergangenen Sommer, die Warburg Pincus jedoch lange nicht bestätigen wollte.  

Obermann soll bei dem auf Medien und Telekommunikation spezialisierten PE-Spezialisten Investitionen in Deutschland vorantreiben. Dafür bringt er die nötige Erfahrung mit, denn einen Großteil seiner Karriere verbrachte Obermann bei der Deutschen Telekom, wo er von 1998 bis 2013 tätig war.

René Obermann soll Warburg Pincus in Deutschland bekannter machen

Bei der Telekom leitete René Obermann zuerst die Mobilfunksparte und ab 2006 als Vorstandsvorsitzender den ganzen Konzern. Sein Nachfolger wurde der damalige Telekom-CFO Timotheus Höttges. Doch schon vor der Zeit bei der Telekom bewies Obermann Unternehmergeist mit der von ihm gegründeten Telekommunikationsfirma ABC Telekom, später Hutchinson Mobilfunk. Zuletzt war Obermann von Januar bis November 2014 CEO des niederländischen Kabelkonzerns Ziggo, an dem Warburg Pincus in der Vergangenheit ebenfalls beteiligt war. Nach der Übernahme Ziggos durch den US-Konzern Liberty Global konnte Obermann das Unternehmen schon nach kurzer Zeit mit einer hohen Abfindung verlassen.

Obermanns langjährige Erfahrung im Telekomsektor und sein Industrienetzwerk sollen Warburg Pincus nun helfen, Investitionsmöglichkeiten im deutschen Markt  ausfindig zu machen. Möglichkeiten zu wachsen dürfte es geben, denn Warburg Pincus gehört in Deutschland nicht zu den führenden PE-Investoren.

Aktuell hält der US-amerikanische PE-Investor nur drei Beteiligungen in Deutschland, von denen allein der börsennotierte Mini-Computerhersteller Kontron, an dem Warburg Pincus eine Minderheit hält, eine gewisse Bekanntheit genießt. Die anderen beiden Portfoliounternehmen sind die Softwarefirma Blue Yonder und das Unternehmen Ipan, ein Dienstleister im Umfeld des Patentrechts. Das Deutschlandbüro in Frankfurt wurde schon vor längerer Zeit geschlossen.  


anna.wulf[at]finance-magazin.de