Pfeiffer Vacuum hat überraschend einen neuen Investor bekommen.

Pfeiffer Vacuum Pressebild

29.09.15
Deals

Wettbewerber Busch steigt bei Pfeiffer Vacuum ein

Der hessische Pumpenspezialist Pfeiffer Vacuum hat einen neuen Investor: Konkurrent Busch aus Baden-Württemberg hat 15 Prozent am Unternehmen gekauft. Was hat Busch bei Pfeiffer vor?

Der Pumpenhersteller Pfeiffer Vacuum aus dem hessischen Aßlar hat einen neuen Investor aus der eigenen Branche. Das baden-württembergische Familienunternehmen Busch, das ebenfalls Vakuumpumpen herstellt, steigt mit rund 15 Prozent bei dem TecDax-Unternehmen ein. Das hat Busch jetzt bekanntgeben. Die Anteile werden über die Beteiligungsgesellschaft Pangea gehalten.

Pfeiffer Vacuum und Busch sind keine Unbekannten füreinander. Es existiere bereits eine Kundenbeziehung zwischen den Unternehmen, allerdings nur mit geringem Ausmaß, teilte ein Sprecher von Pfeiffer Vacuum mit. Die Meldung, dass Busch ein großes Aktienpaket aufgebaut hat, war aber auch für das Unternehmen eine Neuigkeit. „Wir begrüßen als börsennotiertes Unternehmen natürlich, wenn es so großes Interesse an unseren Aktien gibt“, teilte Pfeiffer Vacuum mit.

Nach dem Beginn eines Übernahmeversuchs sieht die Transaktion gleichwohl nicht aus. Laut den Gesellschaftern von Busch handelt es sich um eine reine Finanzbeteiligung. Die 30-Prozent-Schwelle solle nicht überschritten werden, und Busch strebe auch keinen Einfluss auf die Besetzung von Aufsichtsrat oder Vorstand an, teilte das Unternehmen mit.

Busch setzt auf gute Geschäfte für Pfeiffer Vacuum

Busch betont besonders, dass es die Dividendenpolitik von Pfeiffer Vacuum nicht ändern und vor allem von Handelsgewinnen profitieren will. Pfeiffer Vacuum hat in den vergangenen zwei Jahren jeweils 2,65 Euro pro Aktie ausgeschüttet. Seit 2006 liegt die Dividende der Aktien zwischen 2 und 3 Euro. „Wir sind dafür bekannt, etwa drei Viertel des Nettoergebnisses an unsere Aktionäre auszuschütten“, erläutert ein Sprecher von Pfeiffer Vakuum.

Im ersten Halbjahr hat sich das Geschäft bei Pfeiffer Vacuum nach einer längeren Durststrecke wegen fehlender Aufträge von Halbleiterkunden positiv entwickelt. Der Umsatz lag bei knapp 225 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres waren es nur etwa 198 Millionen Euro. Das Betriebsergebnis lag bei etwa 30 Millionen Euro und die Marge bei 13 Prozent.

Die liquiden Mittel von 98,2 Millionen Euro übersteigen die Bankverbindlichkeiten des Unternehmens von 31 Millionen Euro deutlich. Pfeiffer Vacuum ist also auf Netto-Basis schuldenfrei. Die positive Geschäftsentwicklung bei Pfeiffer Vacuum schlägt sich auch im Aktienkurs nieder, der in den vergangenen zwölf Monaten von rund 66 Euro auf über 100 Euro gestiegen ist.Heute quittiert die Börse den Einstieg von Busch mit einem leichten Kursgewinn von 2 Prozent.

Busch zahlt Einstieg bei Pfeiffer Vacuum aus Eigenmitteln

Das Familienunternehmen Busch hat die neue Beteiligung aus bestehenden Eigenmitteln finanziert. Die Equinet Bank schätzt in einer Analyse zu dem Deal den Kaufpreis der Aktien auf etwa 140 Millionen Euro.

Equinet vermutet, dass der Umsatz von Busch bei rund 400 Millionen Euro liegt und damit auf einem ähnlichen Niveau wie der von Pfeiffer Vacuum. Die liquiden Mittel und Sicherheiten von Busch belaufen sich laut Equinet unter Verweis auf Daten des Bundesanzeigers aus dem Jahr 2013 auf 330 Millionen Euro.

Spekulationen über verstärkte Zusammenarbeit

Eine vollständige Übernahme halten auch die Analysten von Equinet mit Verweis auf die begrenzte Finanzstärke von Busch derzeit für unwahrscheinlich. Sie spekulieren aber über eine mögliche verstärkte Zusammenarbeit der beiden Unternehmen im internationalen Markt. Die Portfolios der beiden Unternehmen würden sich durchaus ergänzen.

Während Pfeiffer Vacuum verstärkt Vakuumtechnik für den Hochtechnologie- und Industriesektor herstellt, ist Busch stärker im Verpackungssegment und anderen Industrien aktiv. Ein Sprecher von Pfeiffer Vacuum sagte, dass dem nordhessischen Konzern derzeit jedoch keine Pläne für eine stärkere Zusammenarbeit bekannt seien.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de