Christoph Schmitz

Gategroup Holding AG

Name:
Christoph Schmitz
Unternehmen:
Gategroup Holding AG
Ressort:
Finanzen
Position:
CFO seit Januar 2015
Ausbildung:
Nach dem Abitur absolviert Schmitz von 1986 bis 1989 die Sonderausbildung für Abiturienten bei Mannesmann in Düsseldorf, wo er Abschlüsse als Fremdsprachenkorrespondent Englisch, Französisch sowie als Industriekaufmann und Wirtschaftsassistent erwirbt. Von 1989 bis 1991 durchläuft er das Förderprogramm für Hochschulabsolventen von Mannesmann. Parallel absolviert er ein Studium an der Verwaltungs- und Wirtschaftsakademie Düsseldorf, das er 1993 als Betriebswirt abschließt. 2000 erwirbt er einen MBA an der Rotman School of Management in Toronto (Kanada).
Geburtstag:
21.09.1965
Familie:
Verheiratet
Ehrenamt:
Schmitz ist Mitglied der Vereinigung Schweizer Finanzchefs.
Hobbies:
Sport (Laufen, Ski, Segeln)

Karriere

Schmitz beginnt seine Karriere nach dem Abitur bei Mannesmann, wo er von 1989 bis 1995 für die Demag tätig ist und vom Projektmanager zum stellvertretenden Leiter des kaufmännischen Vertriebs aufsteigt. Von 1995 bis 1999 ist Schmitz Geschäftsführer der Indomag Steel Technology in Neu Delhi. Im Rahmen des Verkaufs von Mannesmann an Vodafone wechselt er 1999 als kaufmännischer Geschäftsführer zur Lurgi Lentjes Bischoff, einer Tochter der Metallgesellschaft in Essen. 2000 bis 2002 zieht es ihn als CFO zur Walter Construction Group in Sydney. 2003 bis 2005 arbeitet er selbständig als Besitzer einer Retail-Café-Kette (Only Natural Foods), bis ihn dann ein alter Weggefährte zu Pfleiderer als Regional-CFO nach Nordamerika holt, wo er von 2005 bis 2010 arbeitet.

Der damals stark expansive Konzern muss die Zukäufe von Uniboard in Montreal und Pergo in North Carolina integrieren und die US-Immobilienkrise bewältigen. 2009 verlegt Pergo den Konzernsitz in das Schweizer Städtchen Zug, wo Schmitz sesshaft wird, während sich die Lage für Pfleiderer immer mehr zuspitzt. Ende 2010 holen der Unternehmer Hans-Peter Wild und der PE-Investor KKR Schmitz als Global CFO zum Aromenhersteller Wild Flavors, wo er die Konzernholding einschließlich der Finanzfunktion neu aufbauen kann und die Buy & Build-Strategie umsetzt.

Im Januar 2015 wird er CFO des Schweizer Airline-Dienstleisters Gategroup.

Karriere-Highlights:

1) In Indien baut Schmitz für Mannesmann ein junges Unternehmen auf.

2) Restrukturierungsaufgaben bewältigt er in Australien bei Walter Construction und bereitet die Gesellschaft für den Verkauf vor.

3) Komplexe Integrationsprojekte setzt Schmitz als Nordamerika-CFO für Pfleiderer bei Uniboard und Pergo um.

4) Bei Wild Flavors setzt er die Strukturen für die Konzernholding einschließlich der Finanzabteilungen neu auf, organisiert die Refinanzierung und setzt die M&A-Agenda der Eigentümer KKR und Hans-Peter Wild um. 

Deals

M&A-Akquisition
Datum:
04/2012
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
keine Angaben
Kaufendes
Unternehmen :
Wild Flavors GmbH
Zielunternehmen:
Cargill Juice Cold Blends and Compounds
Land:
Schweiz
Land:
Vereinigte Staaten von Amerika
Umsatz des Unternehmens:
1 - 5 Mrd EUR
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR
Datum:
11/2011
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
keine Angaben
Kaufendes
Unternehmen :
Wild Flavors GmbH
Zielunternehmen:
A. M. Todd natural mint
Land:
Schweiz
Land:
Vereinigte Staaten von Amerika
Umsatz des Unternehmens:
1 - 5 Mrd EUR
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR

MEHR zur Person

Christoph Schmitz, Wild Flavors: Der Krisenerprobte

Indien, Sydney, Nordamerika, Zug: Christoph Schmitz hat in seiner 20 Jahre dauernden Karriere schon an allen Ecken der Welt gearbeitet. Oft ging es dabei ziemlich turbulent zu: Ob bei Walter Bau, Pfleiderer oder nun bei Wild Flavors.

Länger als bei Mannesmann, wo er inklusive Berufsausbildung und berufsbegleitendem Studium 13 Jahre lang war, hält es ihn nie. Gern wäre der Kölner noch länger geblieben. Doch als Christoph Schmitz 1999 nach der Entsendung zur Essener Metallgesellschaft Lurgi Lentjes Bischoff („eine hervorragende Controllingschule“) auf seine erwartete Beförderung im Konzern hofft, wird Mannesmann gerade von Vodafone geschluckt und  in seine Einzelteile zerlegt. „Mein Netzwerk fiel auseinander“, erinnert sich Schmitz.

Es folgt ein lukratives Angebot, das aber wie so oft mit hohem Risiko verbunden ist. Einen fünfjährigen Vorstandsvertrag bietet ihm Professor Ignaz Walter für ein Sanierungsprojekt in Australien: Die Walter Construction Group in Sydney, Australientochter der Walter Bau, soll saniert werden. Bei einem Umsatz von einer knappen Milliarde  australischen Dollar belaufen sich die jährlichen Verluste auf 50 Millionen Dollar. Die Vorgabe für Neu-CFO Schmitz: die Verlustserie beenden. „We stopped the bleeding“, resümiert Schmitz das Projekt. Als die Verluste begrenzt sind, steckt dann aber der Mutterkonzern nach dem Ende des Wiedervereinigungsbooms in Deutschland tief in der Krise: Covenants werden gerissen, die Refinanzierung wackelt.

Zur Reduzierung der Verschuldung sollen Assets verkauft werden, auch die australische Tochter wird zum Verkauf gestellt. Schmitz und der damalige CEO bringen einen MBO ins Spiel, sie wollen zusammen mit anderen Mitarbeitern  die Walter Construction Group  übernehmen. Doch die  Offerte missfiel dem eigensinnigen Unternehmenschef Walter der sich daraufhin sowohl von Schmitz als auch von dem CEO trennt – „in beiderseitigem Einvernehmen“, wie sich versteht.

In der Bewerbungsphase für einen  neuen Job  versucht Schmitz sich „down under“ in der Selbstständigkeit, an einem Retail-Coffee-Shop-Konzept, einer Art besserem Starbucks. Die darauffolgenden Jahre haben den damals 37-Jährigen dann „gut geerdet“, wie er findet. Er hat selbst angepackt, wie es sich für ein Start-up gehört. Ein durchschlagender finanzieller Erfolg wird das Retailgeschäft mit zwischenzeitlich sechs Filialen aber nicht.

Dann kommt wieder das Netzwerk ins Spiel: Jürgen Koch ruft, den er noch aus seiner Zeit bei der Metallgesellschaft kennt. Koch bietet ihm Integrationsaufgaben beim damals ebenfalls stark gewachsenen Pfleiderer-Konzern in Nordamerika an. Dort sind Tochterunternehmen in Montreal und Raleigh, North Carolina zu integrieren. Dass er sich den nächsten Sanierungsfall angelacht hat, ahnt Schmitz da noch nicht.

Es folgt zwischen Australien und Kanada nicht nur ein Temperaturunterschied von 60 Grad Celsius, sondern auch ein harter physischer Test. „Ich hatte bis zu 270 Reisetage pro  Jahr“, erinnert sich Schmitz. Pfleiderer gerät in die amerikanische Immobilienkrise, das Zahlenwerk in Schieflage. CFO Koch hat Pfleiderer verlassen. Schmitz‘ Hoffnungen, zum Konzern-CFO aufzusteigen, zerschlagen sich, als Derrick Noe geholt wird. Und der treibt Pfleiderer weiter in Richtung Expansion. „Strategisch richtig, aber mit denkbar ungünstigem Timing und zu überhöhten Preisen“, findet Schmitz rückblickend.

2010 macht  er den Absprung zu Wild Flavors. Er ist der erste Vorstand, den die beiden Gesellschafter KKR und Hans-Peter Wild gemeinsam berufen. Über insgesamt 14 Runden zieht sich der Auswahl- und  Verhandlungsmarathon, erinnert sich Schmitz.

Es folgt Aufbauarbeit, die Konzernfinanzierung muss über einen syndizierten Kredit und ein Schuldscheindarlehen neu aufgesetzt werden Die M&A-Agenda ist stramm:  A.M. Todd, Cargill Juice & Blends und Amazon Flavors – auf drei Kontinenten werden Zukäufe realisiert, die Wild Flavors in eine andere Größenordnung katapultieren. Inzwischen steht Wild Flavors laut Branchendienst Leffingwells mit rund 850 Millionen Euro Umsatz auf Rang 6 der weltweit größten Aromenhändler. Nach der erfolgreichen Entwicklung der letzten Jahre könnte demnächst der Exit des PE-Investors KKR erfolgen. Geht dieser über die Börse, kann Schmitz bleiben, kommt ein strategischer Käufer zum Zug, wohl eher nicht.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de