Hermann Josef Merkens

Aareal Bank AG

Name:
Hermann Josef Merkens
Unternehmen:
Aareal Bank AG
Ressort:
Finanzen, Risikocontrolling, Credit Management und Workout
Position:
CFO von Februar 2003 bis September 2015, seitdem CEO
Ausbildung:
Studium an der Fachhochschule für Wirtschaft in Berlin (Abschluss: Diplom-Kaufmann)
Geburtsjahr:
1966
Familie:
Keine Angaben
Ehrenamt:
Merkens engagiert sich in den Ausschüssen für Bilanzierung und Risikopolitik des Bundesverbands deutscher Banken. Außerdem gehört er dem Ausschuss für Bankenaufsicht und Risikomanagement des Verbands deutscher Pfandbriefbanken an. Darüber hinaus ist er Beiratsmitglied im Frankfurter Institut für Risikomanagement und Regulierung.
Hobbies:
Keine Angaben

Karriere

1985 beginnt Merkens seine berufliche Laufbahn bei der Deutschen Bank. Anschließend arbeitet er als Direktor mit Generalvollmacht bei der Deutschen Interhotel Holding.

Seit 1999 ist Merkens für die Aareal Bank tätig, die 2001 aus der Aufspaltung der früheren DePfa Bank AG entstand – zunächst als Bereichsleiter, ab 2001 als stellvertretendes Vorstandsmitglied. Seit 2003 ist er Vorstandsmitglied und verantwortet heute die Ressorts Finanzen, Risikocontrolling, Credit Management und Workout. Im September 2015 beerbt er Wolf Schumacher als Vorstandsvorsitzender der Aareal Bank.

Karriere-Highlights:

1) 2005 bis 2007: Diverse Maßnahmen zur Verschlankung der Unternehmensstruktur und zur Fokussierung auf das Kerngeschäft mit den beiden heutigen Geschäftssegmenten Strukturierte Immobilienfinanzierungen und Consulting/Dienstleistungen, darunter:

- August 2007: Verkauf des Anteils von 66 Prozent am Immobilienportal Immobilien Scout an ein Investorenkonsortium um Macquarie

- Verkauf von fünf deutschen NPL-Portfolien mit einem Gesamtvolumen von rund 2,4 Milliarden Euro.

- Dezember 2006: Verkauf des Asset Managements an Schroders sowie des 33-Prozent-Anteils an der Interhotel-Gruppe an den PE-Investor Blackstone

2) Im Februar 2011 führt die Aareal Bank den fortgeschrittenen IRB-Ansatz (Internal Ratings-Based Approach) zur Ermittlung der Eigenkapitalanforderungen für Kreditrisiken ein. Der im Vergleich zum Kreditrisiko-Standardansatz auf internen Modellen basierende fortgeschrittene IRB-Ansatz ermöglicht eine exaktere Messung von Kreditrisiken und damit eine genauere und risikoadäquatere Zuordnung von Eigenkapital.

3) Dezember 2013: Übernahme des Immobilienfinanzierers Corealcredit Bank AG für 342 Millionen Euro (vorläufiger Kaufpreis) von dem Finanzinvestor Lone Star.

Deals

M&A-Akquisition
Datum:
12/2013
Dealvolumen der M&A-Akquisition:
keine Angaben
Kaufendes
Unternehmen :
Aareal Bank AG
Zielunternehmen:
Corealcredit
Land:
Deutschland
Land:
Deutschland
Umsatz des Unternehmens:
1 - 5 Mrd EUR
Umsatz des Unternehmens:
1 - 5 Mrd EUR
Beratungsunternehmen:
Hengeler Mueller, Société Générale
M&A-Divestment
Datum:
08/2007
Dealvolumen des M&A-Divestments:
250 - 499 Millionen Euro
Veräußertes Unternehmen:
Immobilien Scout
Käufer:
Konsortium unter der Führung von Macquarie Bank Ltd. und Publishing and Broadcasting Ltd.
Land:
Deutschland
Land:
Australien
Umsatz des Unternehmens:
50 – 250 Millionen EUR
Umsatz des Unternehmens:
keine Angaben
Beratungsunternehmen:
Viscardi
Datum:
12/2006
Dealvolumen des M&A-Divestments:
25 - 49 Millionen Euro
Veräußertes Unternehmen:
Aareal Bank Asset Management
Käufer:
Schroders
Land:
Deutschland
Land:
Großbritannien
Umsatz des Unternehmens:
1 - 5 Mrd EUR
Umsatz des Unternehmens:
keine Angaben
Beratungsunternehmen:
SJ Berwin, Clifford Chance
Datum:
12/2006
Dealvolumen des M&A-Divestments:
keine Angaben
Veräußertes Unternehmen:
Interhotel-Gruppe
Käufer:
Blackstone
Land:
Deutschland
Land:
Vereinigte Staaten von Amerika
Umsatz des Unternehmens:
keine Angaben
Umsatz des Unternehmens:
keine Angaben
Beratungsunternehmen:
Deutsche Bank

MEHR zur Person

Hermann Josef Merkens, Aareal Bank AG: Der ruhige Realist

Als CFO der Aareal Bank begleitet Hermann Josef Merkens eine Reihe von M&A-Deals – und tritt dabei beileibe nicht nur als Einkäufer auf, wie bei der Übernahme der Corealcredit Bank. Bald soll für die Bank auch das Kapitel Finanzkrise abgeschlossen sein – für Merkens wäre das ein großer Erfolg.

Der CFO der Aareal Bank vermittelt Gesprächspartnern den Eindruck, dass ihn so schnell nichts aus der Ruhe bringt. „Ich möchte nicht in Tageshektik verfallen“, sagt Hermann Josef Merkens.

Gelegenheit für Hektik hätte der Diplom-Kaufmann in den vergangenen Jahren vermutlich reichlich gehabt, ist die Aareal Bank doch auf Immobilienfinanzierungen spezialisiert – ein Geschäftsmodell, das die Hypo Real Estate und die Eurohypo zu Milliardengräbern gemacht hat. Merkens, der seit 2003 CFO der Aareal Bank ist, hat die wesentlichen Weichenstellungen der vergangenen Jahre an der Seite des seit 2005 amtierenden Vorstandsvorsitzenden Wolf Schumacher begleitet. Damit trägt er großen Anteil daran, dass seine Bank – anders als ihre Wettbewerber – seit Ausbruch der Finanzkrise durchgehend schwarze Zahlen schreiben konnte.

Er wirkt an der Verschlankung der Unternehmensstruktur von drei auf zwei Geschäftssegmente – Strukturierte Immobilienfinanzierungen und Consulting und Dienstleistungen für die Institutionelle Wohnungswirtschaft in Deutschland – mit. Dazu zählt auch der Verkauf der Aareal Bank Asset Management an den Asset Manager Schroders im Dezember 2006. Dieser Deal liegt dem CFO besonders am Herzen – auch weil er ursprünglich selbst mit am Aufbau des Geschäftsbereichs beteiligt gewesen ist. Bei dem Verkauf hatte er ein weinendes und ein lachendes Auge: „Doch letztendlich ist ein Verkauf auch eine schöne Bestätigung für die erbrachte Leistung und den geschaffenen Wert.“

Dieser nun schon einige Jahre zurückliegende Deal zeigt, dass Merkens Zeit hat. Der Realist will einen möglichst guten Zeitpunkt treffen, denn den optimalen gebe es ohnehin nicht. Wichtig ist ihm vor allem, keine Entscheidung aus der Not heraus treffen zu müssen. Laut Merkens hat die Bank auch einen guten Zeitpunkt beim Verkauf ihrer Anteile am Immobilienportal Immoscout im Jahr 2007 und der Interhotel Gruppe 2006 erwischt. Die Hotelgruppe kennt Merkens noch aus seiner Zeit vor der Aareal Bank. Damals arbeitet er als Direktor mit Generalvollmacht bei der Deutschen Interhotel Holding und lernt seinen jetzigen Arbeitgeber kennen. Kontakte aus der Zeit pflegt er bis heute. Für Merkens schließt sich mit dem Verkauf auch ein Karrierekreis.

Der CFO steuert die Aareal Bank aber nicht nur durch einfache Zeiten und profitable Exits – und auch Zukäufe wie die kurz vor Weihnachten 2013 bekannt gegebene Erwerb des Frankfurter Immobilienfinanziers Corealcredit Bank, die bisher größte Akquisition in der Geschichte der Aareal Bank.

Zusätzlich zum Tagesgeschäft sorgt die Finanzkrise nun schon seit vielen Jahren für ein „volles und anspruchsvolles Programm“. Im Rückblick stellen die Herausforderungen aus dieser Zeit für den CFO eine besondere Karriereherausforderung dar. Auch um – laut Merkens – der Vertrauenskrise vorsorglich zu begegnen und um zu zeigen, dass sich die Aareal Bank einer Due Diligence unterzogen hat, schließt sie im Februar 2009 eine Vereinbarung über eine Stille Einlage und Garantien. Mit Wiederaufnahme der Dividendenzahlung 2014 für das Geschäftsjahr 2013 ist die Aareal Bank laut Merkens im „New Normal“ angekommen.

Der CFO legt Wert darauf zu betonen, dass die Bank auch in der Krise unternehmerisch handeln konnte und keinerlei geschäftliche Auflagen vom SoFFin zu erfüllen hatte, um die stille Einlage über 525 Millionen Euro zu erhalten. Spätestens bis Mitte 2014 soll sie vollständig an den Fonds zurückgezahlt sein. „Dann können wir das Kapitel unter Historie verbuchen“, sagt Merkens. Es wäre sein bislang beeindruckendster Exit.

anne-kathrin.meves[at]finance-magazin.de