Kai Bentz

LPKF Laser AG

Name:
Kai Bentz
Unternehmen:
LPKF Laser AG
Ressort:
Finanzen (Controlling, Accounting, Treasury), Personal, Organisation/IT, Risiko-management, Compliance
Position:
CFO von Oktober 2007 bis Dezember 2018
Ausbildung:
Studium der Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hannover, Abschluss zum Diplom-Ökonomen. 2002 legt er das Examen zum Steuerberater ab.
Geburtstag:
06.11.1971
Familie:
Verheiratet, zwei Kinder
Ehrenamt:
Mitglied der Vollversammlung der IHK zu Hannover
Hobbies:
Familie, Laufen

Karriere

Von 1997 bis 2002 ist Bentz für Deloitte tätig. 2002 wechselt er zu LPKF Laser und arbeitet im Konzernrechnungswesen. 2004 übernimmt er als Prokurist die Leitung für das Personal und die Finanzen. Im Oktober 2007 wird Bentz Finanzvorstand des Unternehmens. Im Mai 2018 kündigt er an, seinen zum Jahresende auslaufenden Vorstandsvertrag nicht verlängern zu wollen.

Karriere-Highlights:

1)  Bentz führt konzernweit ein neues ERP-System ein, das 2011 live geschaltet wird.

2) 2012 steigt LPKF nach intensiver Roadshowarbeit mit angelsächsischen Investoren in den TecDax auf. Vier Jahre später muss das Unternehmen den Platz im Auswahlindex jedoch wieder räumen. 

3)  Zwischen 2003 und 2013 versechsfacht sich der Umsatz des Garbsener Hightech-Maschinenbauers von 23 auf 130 Millionen Euro. Die Ebit-Marge ist in vielen dieser Jahre zweistellig. Ab 2014 beendet eine anhaltende Auftragsflaute in einem zentralen Geschäftsbereich jedoch den Höhenflug von LPKF. CFO Kai Bentz führt in dieser Phase Effizienz- und Kostensenkungsprojekte durch.




MEHR zur Person

Kai Bentz, LPKF Laser AG: Der Wachstumsbeschleuniger

Der Hightech-Maschinenbauer LPKF stürmt nach der Jahrtausendwende von Rekord zu Rekord. In den Jahren nach 2002 steigen Umsatz und Gewinn des Garbsener TecDax-Konzerns rasant. Einen großen Anteil daran hatte der CFO des Unternehmens, Kai Bentz.

Da musste man erst mal mitkommen: Seit seinem Eintritt ins Unternehmen 2002 hat sich der Umsatz des Laser-Spezialisten LPKF zwischenzeitlich fast versechsfacht. Auch nachdem Kai Bentz Ende 2007 Finanzvorstand wird, hält das stürmische Wachstum zunächst an. Die Strukturen der Finanzabteilung zog der Diplom-Ökononom und Steuerberater nach. Bentz baute Konzernrechnungswesen und Controlling auf, automatisiert die Prozesse. 2011 konnte ein konzernweites ERP-System live geschaltet werden.

Große Finanzierungstransaktionen hatte Bentz bis dato nicht bewältigen müssen: „Wir sind stark eigenkapitalfinanziert“, berichtete der CFO. Während der Wachstumsgeschichte galt es gleichwohl, einige Minderheitsaktionäre aus dem Konzern herauszukaufen: „Nicht unkomplex“, urteilte Bentz rückblickend. Er bevorzugte die Bank gegenüber der Bondfinanzierung, da dies bei hervorragenden Ratings günstiger sei.

Die LPKF, die unter anderem Lasersysteme zur Herstellung von Handyantennen liefert, galt als einer der Gewinner der Globalisierung. Überproportional profitierte der Konzern vom Asienboom der deutschen Wirtschaft, rund zwei Drittel des Umsatzes machten die Garbsener in Asien. Aufsichtsratssitzungen wurden schon mal nach Schanghai verlegt. Selbst vom Verfall der Solarbranche konnten sich die Niedersachsen dank eines Großauftrags zwei Jahre lang abkoppeln.

Bentz‘ intensive Roadshowtätigkeit und das Werben um angelsächsische Investoren aus UK und den USA zahlten sich aus: Ende 2012 rückte LPKF in den TecDax auf und konnte die nun höhere Aufmerksamkeit geschickt für sich nutzen. Seit einem Tiefstand Anfang 2008 hatte sich die Aktie bis Sommer 2013 knapp verneunfacht.

Danach ging es allerdings deutlich bergab: LPKF litt unter einer Auftrags- und Ertragsflaute, der Umsatz brach gegenüber dem Höchststand von fast 130 Millionen Euro zeitweilig um über ein Drittel ein. Der Aktienkurs, der Ende 2013 in der besten Phase noch Werte von mehr als 20 Euro erreicht hatte, büßte sogar mehr als die Hälfte ein. 2017 kaufte sich der Vermögensverwalters Bantleon im großen Stil ein, besetzte einen Aufsichtsratsposten und forderte Veränderungen im Vorstand. Im April 2018 entschloss sich LPKF, das 2016 noch rund 90 Millionen Euro Umsatz machte, das Gremium von vier auf zwei Personen zu verkleinern. 

Bentz, der seine freie Zeit am liebsten mit seiner Frau und den beiden Kindern oder bei ausgedehnten Läufen verbringt, kündigte im Mai 2018 an, sein Amt zum Jahresende abgeben zu wollen.

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