Michael Lämmermann

Puma SE

Name:
Michael Lämmermann
Unternehmen:
Puma SE
Ressort:
Finanzen, Recht
Position:
Chief Financial Officer seit 1. Januar 2013
Ausbildung:
Diplom-Betriebswirt an der Fachhochschule Nürnberg 
Geburtstag:
29.04.1962
Familie:
Verheiratet
Ehrenamt:
Keine Angaben
Hobbies:
Skifahren, Wandern, Motoradfahren, Reisen

Karriere

1988 beginnt Michael Lämmermann seine Karriere bei der Murata Elektronik GmbH in Nürnberg, einer Tochtergesellschaft der Murata Manufacturing aus Japan, als Assistent des Kaufmännischen Leiters. Später steigt er zum Leiter der Buchhaltung und des Controllings auf. Seit 1993 arbeitet Michael Lämmermann für das Sportlifestyle-Unternehmen Puma. Im Jahr 1998 wird er zum Direktor des Controllings ernannt, ein Jahr später wird er CFO  und COO von Puma Nordamerika in Westford, Massachusetts. Diese Position hat er zehn Jahre lang inne, bevor er 2009 nach Deutschland zurückkehrt und wenig später Geschäftsbereichsleiter für Finanzen wird.  Im Januar 2013 wird er zum CFO von Puma befördert.

Karriere-Highlights:

1)    In den Neunzigerjahren – kurz nach seinem Eintritt bei Puma – implementiert Lämmermann ein einheitliches Reportingsystem auf globaler Ebene. Bis dato hatte Puma viele unabhängige Systeme, was das Arbeiten erschwerte und verlangsamte. Er führt außerdem mehrere Ressourcenplanungs- und Finanzsoftwaresysteme ein.

2)    Unter der Führung von Michael Lämmermann entwickelt sich die damals defizitäre nordamerikanische Tochtergesellschaft zu einem profitablen Wachstumsunternehmen und verzeichnet von 1999 bis 2006 eine Umsatzsteigerung von 75 auf über 700 Millionen US-Dollar.

3)    Als CFO von Puma Nordamerika verantwortet er mehrere Übernahmen. Als CFO von Puma North America führt Lämmermann unter anderen die Übernahmeverhandlungen mit dem ehemaligen Lizenznehmer für den kanadischen Markt ATA Canada und verantwortet die anschließende Integration der neuen Tochtergesellschaft Puma Canada in den Konzern.

4)    Als CFO von Puma führt er im Rahmen von Pumas Restrukturierungs- und Transformationsprogramm zahlreiche Projekte ein und verschlankt unter anderem durch die Schließung von unrentablen Geschäften, die Verschlankung der Strukturen auf globaler und regionaler Ebene und die Beendigung von Sponsoringverträgen die Kostenstruktur des Unternehmens.

Deals

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Einmal hat er es schon geschafft: Aus der defizitären Puma Nordamerika-Tochter hat Michael Lämmermann als CFO ein profitables Wachstumsunternehmen gemacht. In Herzogenaurach hat man diesen Erfolg genau verfolgt, ihn 2009 nach Deutschland zurückgeholt und Anfang 2013 zum CFO befördert. Nun muss Lämmermann dort seine Qualitäten als Restrukturierer unter Beweis stellen.

Michael Lämmermann ist erst seit Januar 2013 CFO von Puma – trotzdem ist er in dem vierköpfigen Vorstandsteam bereits der zweitälteste Amtsinhaber. Der kriselnde Sportartikelhersteller stellt sich gerade völlig neu auf und setzt dafür auf ein frisches Führungsteam. Für Lämmermann ist das die Chance, sich auch auf internationalem Parkett zu beweisen.

Für den neuen CFO gibt es einiges zu tun, denn Puma hat sich abhängen lassen: Während sich die Konkurrenz von Adidas und Nike über steigende Gewinne freut, musste der Sportartikelhersteller 2012 einen Einbruch des Nettogewinns auf 70 Millionen Euro vermelden, von 230 Millionen Euro im Vorjahr. Gerade erst ist das Unternehmen aus der zweiten Börsenliga MDax in den SDax abgestiegen, die Investoren machen sich Sorgen um die Zukunft des Unternehmens.

Lämmermann wird die Wende zugetraut, denn er hat schon einmal unter Beweis gestellt, dass er es kann: In Nordamerika machte der CFO aus der defizitären US-Tochter ein profitables Wachstumsunternehmen, das durch Zukäufe unter seiner Regie auch nach Kanada expandierte. Heute ist Kanada einer der wenigen Märkte, auf denen Puma noch positive Wachstumszahlen erzielen kann. Insgesamt trägt das Amerikageschäft mittlerweile einen Großteil zum Umsatz bei: Im zweiten Quartal 2013 stand es inklusive Südamerika für fast 40 Prozent des Konzernumsatzes.

Aber die aktuelle Situation von Puma ist kaum mit der Lage in Nordamerika vergleichbar, wie Lämmermann selbst weiß. In den USA war die Marke Puma in den Neunzigerjahren nahezu völlig unbekannt, hier bestand seine Herausforderung darin, das Unternehmen am Markt zu etablieren. In Deutschland kennt man den kleinen Nachbarn von Adidas dagegen gut, die Positionierung und die überbordenden Kosten sind das Problem. Unter dem alten Führungsteam wollte Puma kein klassischer Sportartikelhersteller mehr sein, sondern Lifestyle-Kleidung und Parfums vertreiben. Doch das Konzept hatte keinen Erfolg, nun muss Lämmermann das Unternehmen zurück zu den Wurzeln führen. Kaum im Amt, packte er diesen Wandel energisch an: Er verkauft unrentable Geschäfte, beendet Sponsoringverträge außerhalb des Sportsektors und packt auch die aufgeblähten internen Strukturen an. So sollen die Kosten sinken, damit Puma endlich wieder profitabel wird.

Ob diese Maßnahmen greifen, wird sich aber wohl erst in den kommenden zwei Jahren zeigen. 2013 und 2014 werden noch einmal schwierige Jahre für Puma und den CFO. Für Lämmermann könnte es die Feuertaufe werden: Gelingt die Restrukturierung bei Puma, empfiehlt er sich für höhere Aufgaben.

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