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BVB vor zweiter Kapitalerhöhung

Signal Iduna ist bereits als Stadionsponsor beim BVB aktiv. Nun steht der Versicherer auch vor einer Equity-Beteiligung an dem Bundesligisten.
BVB

Noch bevor der BVB am Samstagabend im Signal-Iduna-Park die neue Saison eröffnet, kündigten CEO Hans-Joachim Watzke und CFO Thomas Treß heute den nächsten Coup an: Borussia Dortmund wird eine Kapitalerhöhung vornehmen, durch die der Verein bis zu 115 Millionen Euro erlösen will. Puma und Signal Iduna sollen als neue Investoren einsteigen.

Zunächst erhalten jedoch die Kommanditaktionäre das Recht, die neuen Aktien zu einem Bezugspreis von 4,66 Euro zu erwerben. Damit liegt das Angebot unter dem aktuellen Börsenkurs von 4,94 Euro. Sollten die Altaktionäre von ihrem Bezugsrecht keinen Gebrauch machen, werden die Aktien einzelnen strategischen Investoren im Rahmen einer Privatplatzierung angeboten, teilte der BVB mit. Underwriter der Transaktion ist Close Brothers Seydler.

Für 71,5 Prozent der 24,6 Millionen neuen Aktien lägen bereits Verpflichtungserklärungen vor: Mit dem Sportausrüster Puma und dem Versicherer Signal Iduna – beide bereits als Sponsoren beim BVB aktiv – werden dann zwei neue Investoren beim BVB einsteigen. Auch der Spezialchemiekonzern Evonik, der sich Ende Juni bereits mit 10 Prozent an dem deutschen Vizemeister beteiligt hatte, zieht bei der Kapitalerhöhung mit.

 

 

Puma und Signal Iduna vor dem Einstieg beim BVB

Wie sich die Verpflichtungserklärung für die 17,6 Millionen Aktien zwischen den drei Unternehmen aufteilen, darüber machte der BVB keine Angaben. Das Handelsblatt hatte unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise gestern abend berichtet, dass Puma und Signal Iduna sich mit jeweils 5 Prozent an dem deutschen Spitzenklub beteiligen würden.

Nach dem Einstieg von Evonik ist dies bereits die zweite Kapitalerhöhung für Borussia Dortmund innerhalb von nur zwei Monaten. Die erste Transaktion spülte 27 Millionen Euro in die BVB-Kasse. Bereits damals hatte der Verein angekündigt, das verbleibende von der Hauptversammlung 2010 genehmigte Kapital – 24,6 Millionen Aktien – voraussichtlich im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2014/2015 (1. Juli 2014 bis 30. September 2014) im Rahmen einer weiteren Kapitalmaßnahme ausnutzen zu wollen. Bei der Bilanzpressekonferenz vor einer Woche kündigte BVB-Boss dann an, bis Ende September zwei weitere Investoren an Bord holen zu wollen.

BVB will Verbindlichkeiten zurückzahlen und investieren

Über einen Einstieg von Puma war schon länger spekuliert worden, vor zwei Wochen bestätigte der CEO des Sportartikelherstellers, Björn Gulden, dann das Interesse. Auch die Beteiligung von Signal Iduna ist keine Überraschung, da die BVB-Verantwortlichen stets betont hatten, in erster Linie bestehende Sponsoren und Ausrüster in den Aktionärskreis holen zu wollen. Dem Einstieg von PE-Investoren erteilte CFO Treß im FINANCE Interview hingegen eine klare Absage.

Bei einer Vollplatzierung würde der deutsche Vizemeister brutto 114,4 Millionen Euro einsammeln. 40 Millionen will der Club zur Rückführung von Finanzverbindlichkeiten verwenden. Der Rest soll zunächst in die Liquiditätsreserve fließen, könnte aber später ins Anlagevermögen investiert werden – also auch in den Profikader. Das Handelsblatt hatte berichtet, dass ein Drittel des Erlöses in den Kader fließen soll, um Schlüsselspieler wie Mats Hummels und Marco Reus langfristig an den Verein zu binden. Der Machtkampf mit den Bayern geht in die nächste Runde – ab morgen dann auch wieder auf dem Rasen.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

Info

Mehr zur Finanzlage des BVB inklusive Interviews mit Finanzchef Thomas Treß gibt es auf unserer Themenseite Borussia Dortmund.

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