Olaf Borkers

Deutsche EuroShop AG

Name:
Olaf Borkers
Unternehmen:
Deutsche EuroShop AG
Ressort:
Finanzen
Position:
CFO seit Oktober 2005
Ausbildung:
Borkers absolviert von 1990 an eine zweijährige Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank in Frankfurt, anschließend studiert er Betriebswirtschaft an der Fachhochschule in Frankfurt. Parallel zum Studium, das er 1995 als Diplom-Betriebswirt (FH) abschließt, arbeitet er als Trainee in der Deutschen Bank.
Geburtstag:
10.12.1964
Familie:
Verheiratet, zwei Kinder
Ehrenamt:
Seit September 2011 ist Borkers Dozent an der IREBS Immobilienakademie.
Hobbies:
Sport

Karriere

Von 1984 bis 1990 arbeitet Borkers bei der Bundesmarine, er hat einen Abschluss als nautischer Schiffsoffizier und ist Oberleutnant zur See (a.D.).  Nach der Ausbildung arbeitet Borkers von 1995 bis 1998 zunächst als Kreditanalyst in der Schiffsfinanzierung der Deutschen Bank. Anschließend wechselt er als Vorstandsassistent zur RSE Grundbesitz und Beteiligungs AG und wird ein Jahr später in den Vorstand der TAG Tegernsee Immobilien berufen. 2005 wechselt Borkers als CFO zur Deutschen EuroShop.

Karriere-Highlights:

1) Übernahme diverser Shoppingzentren. Die größte Akquisition wickelt die Deutsche Euroshop im Frühjahr 2017 ab: Für 382 Millionen Euro übernehmen die Hamburger das Olympia-Einkaufszentrum im tschechischen Brünn.

2)    Zur Finanzierung von neuen Akquisitionen und Beteiligungen betreut Borkers bei der Deutschen Euroshop regelmäßig Kapitalerhöhungen, zuletzt im Frühjahr 2017, als die Deutsche Euroshop zur Refinanzierung der großen Übernahme in Tschechien 165 Millionen Euro einnahm.

3)    Im Jahr 2000 führt Borkers als Alleinvorstand die TAG Tegernseebahn Immobilien-und Beteiligungs AG (heute TAG Immobilien AG) durch ein Second-IPO an die Börse. 2001 folgt die Übernahme, teilweise durch Aktientausch, der börsennotierten und deutlich größeren Bau-Verein zu Hamburg AG. Nach dem IPO führt die TAG verschiedene Eigenkapitalmaßnahmen durch, um ihr schnelles Wachstum zu finanzieren.

MEHR zur Person

Olaf Borkers, Deutsche EuroShop AG: Der Kapitän

Wie wird man vom Marineoffizier zum CFO? Und gibt es Tugenden, die in beiden Jobs helfen? Olaf Borkers ist sich sicher: Einige Erfahrungen aus der Marinezeit waren auch im späteren Berufsleben wichtig. 

Wer Olaf Borkers, den CFO der Deutschen EuroShop, einmal in Hamburg getroffen hat, kann sich nur schwer vorstellen, dass er jemals woanders gelebt haben soll. Besuchern erklärt er bereitwillig die Entwicklung der einzelnen Stadtteile, des Hafens, der Großen Elbstraße. Borkers liebt das maritime Flair und die Schiffe. Dabei war der frühere Oberleutnant zur See schon 30, als er in seiner Wahlheimat sesshaft wurde. Eigentlich ist Borkers ein Kind des Münsterlands. Das Meer, das der Westfale als Kind in erster Linie aus Badeurlauben an Ostsee und Adria kannte, wollte er als Jugendlicher zu seinem Arbeitsplatz machen. Mit 17 Jahren entschied er, dass er Marineoffizier werden wollte. 

In der Marine traf er auf Offiziersanwärter aus Togo und Kuweit, auf Männer mit Abitur und Männer ohne Schulabschluss, viele waren älter, manche hatten Kinder. Einander aus dem Weg zu gehen, war nahezu unmöglich. „Wir hatten keine Privatsphäre, und das über Wochen. Wir hatten nicht einmal genug saubere Wäsche, weil sich 50 Mann eine Waschmaschine teilen mussten. Dafür gab es aber auch einen sehr großen Zusammenhalt“, erinnert sich Borkers. Die Ordnung und Offenheit auf dem Schiff haben ihm gefallen: Neid habe er an Bord kaum erlebt. Schon an der Uniform sei erkennbar, wer welche Aufgaben übernimmt, wer welche Position und damit welches Gehalt hat – Missverständnisse ausgeschlossen. 

Sechs Jahre lang bereiste Borkers Nord- und Ostsee. „Ohne Disziplin und Ordnung kommt man auf dem Schiff nicht klar“, sagt Borkers. Diese Prinzipien hat er verinnerlicht. Der heutige CFO ist sich sicher, dass ihm viele Erfahrungen aus der Marinezeit später geholfen haben. Mit 23 hatte er Verantwortung für 50 Mann Besatzung. „Man lernt sehr schnell, mit anderen Menschen umzugehen, im Team zu arbeiten, verschiedene Talente zu schätzen. Die Leute müssen gern mitarbeiten, mit Befehlen allein klappt das nicht.“ 

Mit 26 beginnt Borkers eine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Deutschen Bank in Frankfurt. „Ordnung und Disziplin sind auch im Umgang mit Zahlen unverzichtbar. Das hat mir gefallen“, sagt er. Nach einem Traineeship bei der Bank mit begleitendem BWL-Studium startet er als Kreditanalyst in der Schiffsfinanzierung – und kann endlich in Hamburg arbeiten. 1998 wechselt der Schiffspezialist in den Immobiliensektor, zunächst als Assistent von CEO Lutz Ristow bei der RSE Grundbesitz und Beteiligungs AG.

Mit 35 Jahren wird er Vorstand der Tegernsee Immobilien und Beteiligungs AG. Die hat zwar ihre Ursprünge im Eisenbahnsektor, will sich aber auf Immobilien konzentrieren. „Viele Mitarbeiter am Tegernsee hatten über Jahre im Eisenbahnbetrieb gearbeitet und sahen den Wandel zum Immobilienunternehmen skeptisch“, erinnert sich der CFO. Dennoch rechnet er es dem Einsatz und der Expertise des TAG-Teams zu, dass das Projekt am Ende gelingt. „Ich war auf das Wissen der Mitarbeiter angewiesen“, räumt er ein. Die Erfahrung aus der Marinezeit habe ihm in der Situation geholfen. „Ich war recht erfahren darin, Menschen zur Zusammenarbeit zu motivieren – auch solche, die vielleicht nicht meiner Meinung sind“, sagt er. 

2005 schließlich wechselt Borkers zur Deutschen EuroShop. Seitdem verantwortet er die Finanzen der Firma, die ausschließlich in Einkaufscenter investiert. In Hamburg ist Borkers sesshaft geworden. Eine typische Seefahrererrungenschaft gibt es allerdings auch in seinem Haus: die Marineecke. Dort hängen das Mützenband des Oberleutnants zur See a.D. und das Schiffswappen. Ein wenig Seemann bleibt man eben immer.