Der Finanzdienstleister Grenke gibt Zwischenergebnisse der Sonderprüfungen bekannt.

Bernd Opitz/Grenke AG

FINANCE+ 17.12.20
Finanzabteilung

Grenkes Sonderprüfer stellen gemischtes Zwischenzeugnis aus

Grenke teilt erste Ergebnisse aus den Sonderprüfungen von KPMG und WKGT mit. Der Grundtenor ist positiv – doch einige Aspekte und Formulierungen lassen aufhorchen.

Im September hatte eine Attacke des Shortsellers Viceroy den Finanzdienstleister Grenke aus der Bahn geworfen. Seitdem arbeiten die Baden-Badener daran, die Vorwürfe durch Viceory auszuräumen – eine zentrale Maßnahme waren die in Auftrag gegebenen Sonderprüfungen durch Warth & Klein Grant Thornton (WKGT) und KPMG. Darüber hinaus läuft eine von der Bafin beauftragte Prüfung durch Mazars. Nun hat Grenke in einer Ad-hoc-Mitteilung erste Erkenntnisse aus den Untersuchungen von WKGT und KPMG zusammengestellt.

WKGT war damit beauftragt, sich das verworrene Franchise-Geschäft der Baden-Badener genauer anzusehen. Die damit verbunden Deals waren einer der Hauptangriffspunkte des Hedgefonds Viceroy, hinter dem der bekannte Investor Fraser Perring steht. WKGT hat sich in dem ersten Teil der Prüfung, die noch andauert, mit der „Vorteilhaftigkeit“ und der „Marktüblichkeit“ der bereits erfolgten Franchise-Deals befasst.

Sind Grenkes Franchise-Renditen angemessen?

Diese liefen bisher so ab: Ehemalige Grenke-Mitarbeiter haben Franchise-Unternehmen im Ausland aufgebaut, die Grenke nach einigen Jahren meistens aufkaufte. Als Anschubfinanzierer agierte ein Private-Equity-Investor namens CTP Handels- und Beteiligungs GmbH, der nicht zum Grenke-Konzern gehört.

Allerdings ist Grenke-Gründer Wolfgang Grenke, der damals noch im Aufsichtsrat saß, seit Jahresbeginn 2020 an der CTP beteiligt und allem Anschein nach auch schon vor 2020 eng verbunden. Der Interessenskonflikt wäre augenscheinlich. Nicht nur störte sich Perring an diesem Geschäftsmodell und den Eigentümerverhältnissen. Der Investor warf Grenke auch vor, die Franchises zu überhöhten Kaufpreisen gekauft und damit einen zu hohen Goodwill ausgewiesen zu haben.

Mit Blick auf die Frage, ob sich die insgesamt 17 Übernahmen für Grenke gelohnt haben, gibt WKGT nun im Großen und Ganzen aber eine positive Antwort. Die Renditen zu den Deals lägen im Rahmen der Erwartungen, die solche Beteiligungen rechtfertigen, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung. In den Jahren 2016 bis 2019 habe Grenke für das gesamte Investment „eine Rendite vor Steuern in Höhe von mindestens 10,7 Prozent für das Portfolio der übernommenen ehemaligen Franchisenehmer“ erzielt.

Dies bezieht sich allerdings auf die Gesamtheit aller Deals – die Rendite einzelner Zukäufe kann dementsprechend darunter oder darüber liegen. Zudem gibt es keine Angaben für die Jahre vor 2016. Grenke betreibt das Franchise-Modell seit 2003, die erste Übernahme war 2008.

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