27.08.14
Finanzabteilung

Mifa: Ermittlungen gegen Ex-Vorstand Peter Wicht

Nach der Einigung zur finanziellen Restrukturierung bei Mifa beginnt nun die juristische Aufarbeitung des Bilanzskandals. Die Staatsanwaltschaft Halle hat wegen des fehlerhaften Zahlenwerks Ermittlungen gegen den früheren Alleinvorstand Peter Wicht aufgenommen. Anleger hegen schon länger einen bösen Verdacht.

Nun ermittelt die Staatsanwaltschaft im Umfeld der Mifa: Nach der gerade geschlossenen Einigung über die finanzielle Restrukturierung des angeschlagenen Fahrradherstellers öffnet nun die Staatsanwaltschaft Halle das juristische Kapitel.
Ermittelt wird gegen den früheren Alleinvorstand und bisherigen Großaktionär Peter Wicht wegen möglicher Verstöße gegen das Aktiengesetz und weiterer Straftaten, bestätigte die zuständige Staatsanwältin gegenüber FINANCE, nachdem im Juni und im Juli Strafanzeigen eingegangen seien: „Wir stehen aber noch relativ am Anfang.“ Ex-Mifa-Alleinvorstand Peter Wicht hatte sich im Frühjahr aus dem Vorstand zurückgezogen, der Sprachregelung nach aus gesundheitlichen Gründen.

Mifa-Vorstand Stefan Weniger: „Einwandfrei verhalten“

Die Ermittlungen könnten indirekt auch in den Arbeitsbereich von Mifa-Restrukturierungsvorstand Stefan Weniger hineinreichen, wie sein Statement nahelegt: „Wir haben auch die Information der Staatsanwaltschaft Halle erhalten, dass offizielle Ermittlungen eingeleitet worden sind.“ Dabei gehe es offenbar um verschiedene Sachverhalte, die nur zum Teil in den Verantwortungsbereich des seit Sommer amtierenden Mifa-Vorstands fallen.

Weniger gab sich „überzeugt, dass wir uns im Rahmen der bisherigen, vielschichtigen Mifa-Sanierung stets juristisch einwandfrei verhalten haben“. Selbstverständlich werde das Unternehmen vollumfänglich kooperieren und alles Erforderliche tun, um die Ermittlungen zu unterstützen.

Verdacht des Anlagebetrugs steht im Raum

Die Staatsanwaltschaft prüft auch, ob ein möglicher Schaden zu Lasten der Anleger eingetreten sei. Dies leite sich logisch aus der Frage des fehlerhaften Zahlenwerks ab, das in die Wertpapierprospekte für die Kapitalerhöhung 2012 und die Mittelstandsanleihe 2013 eingegangen sei, ließ die Staatsanwalt verlauten. Wenn sich dies bestätigen würde, stünde der Vorwurf des Anlagebetrugs im Raum.

Mifa hatte im März Bilanzierungsfehler eingeräumt. Bei den Bilanzpositionen Rohmaterialien und fertige Erzeugnisse zu Fehlbuchungen gekommen sei und diese in den Folgemonaten näher beziffert. Die kumulierte Bestandsdifferenz beträgt für 2012 und die Vorjahre 19 Millionen Euro. Bis Ende 2013 sei ein Bilanzverlust von 28 Millionen Euro angefallen. Der testierte Geschäftsbericht für 2013 liegt noch immer nicht vor.

marc-christian.ollrog[at]finance-magazin.de

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