Kein Grund sich zu verstecken: Die Gehälter gehen im Controlling, Treasury und Accounting nach oben.

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11.02.19
Finanzabteilung

Das sind die Gehälter von CFOs, Controllern & Co. 2019

Finanzexperten können sich 2019 über deutliche Gehaltsanstiege freuen. Doch Unternehmen versuchen Controller, Treasurer und Co. auch mit anderen Angeboten zu bezirzen.

Der Fachkräftemangel grassiert weiter in deutschen Finanzabteilungen. CFOs wollen ihre Finanzexperten daher gut bezahlen: Nur 8 Prozent der Finanzchefs planen 2019 keine Gehaltserhöhungen für ihre Mitarbeiter, wie der Personaldienstleister Robert Half in einer Umfrage unter 200 CFOs herausgefunden hat. Im Schnitt sollen die Gehälter von Controllern, Buchhaltern und Treasury-Spezialisten um 8,5 Prozent steigen.

Doch nicht immer sind Gehaltserhöhungen möglich. CFOs greifen deshalb öfter auf unkonventionelle Methoden zurück, um ihre Finanzexperten zu halten oder neue an Bord zu holen. Ein immer beliebter werdendes Angebot ist laut Robert Half die Viertagewoche. Die Spezialisten erhalten das gleiche Gehalt, dürfen aber einen Tag mehr zu Hause bleiben. Eine interessante Variante für CFOs, die ihr Gehaltsbudget bereits ausgereizt haben.

Treasurer bekommen mehr Gehalt als Controller

Die Vergütung in der Finanzabteilung kann sich aber durchaus sehen lassen – egal ob Vier- oder Fünftagewoche. Ganz vorne finden sich Treasury-Experten wieder: Sie verdienen in der Regel zwischen 55.250 und 107.250 Euro im Jahr. Die Angaben beziehen sich auf Bruttojahresgehälter ohne Zusatzleistungen. In der Spitze sind im Treasury sogar 155.000 Euro möglich.

Im Controlling hingegen sind die Gehälter nicht ganz so hoch. Laut Robert Half kassieren die Spezialisten zwischen 40.500 und 75.000 Euro pro Jahr. Senior Controller kratzen mit 154.750 Euro Jahressalär aber am Gehaltsthron der Treasury-Spezialisten. 

So viel verdienen die Spezialisten in der Finanzabteilung zwischen dem 1. und 3. Quartil (Angaben in Euro)

Quelle: Robert Half

Die niedrigsten Gehälter bekommen indes weiterhin Mitarbeiter aus dem Rechnungswesen. Kreditoren- und Debitorenbuchhalter starten in der Regel bei 32.500 Euro und bekommen in den meisten Fällen nicht mehr als 46.500 Euro.

Doch gerade im Accounting machen sich Weiterbildungen im Geldbeutel bemerkbar. Finanzbuchhalter etwa können leicht auf ein Gehalt von 57.250 Euro kommen, in der Spitze sind sogar über 80.000 Euro möglich. Richtig lukrativ wird es, wenn Buchhalter internationale Rechnungslegungsstandards wie IFRS oder US-GAAP beherrschen. Laut Robert Half bekommen drei Viertel der Accountants mit diesen Fähigkeiten über 53.000 Euro Jahresgehalt. Jeder zwanzigste internationale Bilanzbuchhalter kann sogar mehr als 105.000 Euro verdienen.

CFOs verdienen im Schnitt 147.250 Euro pro Jahr

Die Chef-Etage geht freilich auch nicht leer aus. Top-Verdiener in der Finanzabteilung sind die CFOs. Durchschnittlich verdienen Finanzchefs laut Robert Half 147.250 Euro. Jeder zwanzigste CFO kommt auf ein Gehalt von über 287.500 Euro im Jahr. Bei Großkonzernen sind für Finanzchefs sogar Millionengehälter drin.

Am meisten unter den Bereichsleitern erhalten den Robert-Half-Zahlen zufolge abermals Treasury-Chefs, die auf über 176.000 Euro Jahresgehalt kommen können. Danach folgen die Leiter Controlling, die für gewöhnlich maximal auf 163.750 Euro kommen. Nur bei Großkonzernen können Chef-Controller über diese Summe hinauskommen.

Weit entfernt von ihren Kollegen im Controlling und Treasury sind indes die Leiter des Finanz- und Rechnungswesens. Ein Viertel der Bereichschefs bekommt weniger als 68.000 Euro im Jahr. Maximal sind hier über 150.000 Euro Jahressalär möglich. 

Bei Großkonzernen sind für CFOs Millionengehälter drin.

Gehaltsperspektive in Frankfurt am Main am besten

Egal ob CFO, Controller oder Treasurer: Regional sind die Unterschiede bei der Vergütung zum Teil enorm. Es gilt: Wer möglichst viel verdienen möchte, sollte sich gen Süden orientieren. Frankfurt am Main liegt mit 12 Prozent am weitesten über dem bundesweiten Durchschnitt. Aber auch in München liegt das Gehaltsniveau 11 Prozent über dem Schnitt.

In der Nordmetropole Hamburg ist die Vergütung indes 1 Prozent niedriger als bundesweit üblich. Am schlechtesten ist die Bezahlung von allen untersuchten Städten jedoch in Berlin: Hier liegt das Gehaltsniveau gerade mal bei 92 Prozent des bundesweiten Durchschnitts.

jakob.eich[at]finance-magazin.de