ESG-Ratings von Nachhaltigkeitsagenturen werden immer wichtiger, sind aber noch völlig unreguliert. Das will die Esma ändern.

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FINANCE+ 17.03.21
Finanzabteilung

Wilder Westen bei ESG-Ratings?

Die Bedeutung von Nachhaltigkeitsratings wächst immer stärker. Die Finanzaufsicht Esma fordert deshalb eine strengere Überwachung der ESG-Ratingagenturen. Wie lassen sich Risiken wie Green Washing vermeiden?

„Unreguliert und nicht überwacht“ – die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde Esma findet klare Worte, wenn es um die aktuelle Verfassung der ESG-Ratings geht. Die Nachhaltigkeitsbewertungen werden im Zuge des Green-Finance-Trends immer wichtiger. Die Risiken, die laut der Behörde damit einhergehen, sind zahlreich: Green Washing, Fehlallokation von Kapital und der Verkauf von Investmentprodukten unter irreführenden Angaben gehören dazu. Sie fordert deshalb eine einheitliche Definition von ESG-Ratings. Zudem sollten sich alle Agenturen registrieren müssen und überwacht werden.

Auch unter Finanzmarktteilnehmern gibt es durchaus Skepsis gegenüber den grünen Ratings: Bisweilen fällt auch der Begriff „Wilder Westen“, wenn es um die nachhaltigen Bewertungstools geht, die sich in rasanter Geschwindigkeit weiterentwickeln und noch keinem strengen Regelkorsett folgen müssen. „Derzeit setzt jede ESG-Ratingagentur ihre eigenen Standards“, kommentiert Rechtsanwältin Caroline Herkströter von Norton Rose Fulbright. 

Schlechte Vergleichbarkeit von ESG-Ratings

Darüber hinaus würden viele Bewertungen unter Zukauf von ESG-Daten von weiteren anderen Datenanbietern erstellt. Den Überblick zu behalten falle sowohl Investoren als auch den bewerteten Unternehmen schwer. „Im Moment ist eine direkte Vergleichbarkeit nicht geben“, so die Anwältin.

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