CFOs managen Working Capital besser: Die Kapitalbindungsdauer in Europas Unternehmen ist auf 70 Tage gesunken.

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20.09.12
Finanzabteilung

CFOs managen Working Capital besser

Es gibt gute Nachrichten aus Europas Finanzabteilungen: CFOs sind zunehmend erfolgreicher, wenn es um Working Capital Management geht. Deutsche Finanzchefs landen allerdings im hinteren Teil des Feldes. Am erfolgreichsten sind ihre Kollegen in Großbritannien.

Gute Nachrichten sind selten, doch es gibt sie: Einer Studie von PwC zufolge sind europäische Finanzchefs im Working Capital Management so gut wie nie zuvor. Für die Untersuchung wurden mehr als 2.300 Finanzberichte von börsennotierten Unternehmen in 35 europäischen Ländern ausgewertet. Das Ergebnis: Die durchschnittliche Kapitalbindungsdauer lag in Europa 2011 bei 70 Tagen, ein Rückgang um 5 Tage im Vergleich zum Vorjahr. Besonders das Management von Kundenforderungen und Vorräten hat sich verbessert.

Im europaweiten Vergleich landen die deutschen Unternehmen allerdings nur im hinteren Bereich. Durchschnittlich benötigten Firmen in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Italien 77 Tage, bis aus ihrem gebundenen Kapital wieder Erträge ins Unternehmen zurückfließen. Die nordeuropäischen Länder benötigen 78 Tage, Frankreich bildet mit 83 Tagen das Schlusslicht.

Vorbildlich fällt dagegen das Urteil über das Working Capital Management der britischen Finanzabteilungen aus: Die Kapitalbindungsdauer lag 2011 bei 55 Tagen (2010: 60 Tage). Zentraleuropa (58 Tage) sowie Russland und die Ukraine (63 Tage) liegen ebenfalls im vorderen Feld.

Was die Top-CFOs besser machen

Der Studie zufolge zeichnen sich besonders erfolgreiche Unternehmen beim Working Capital Management durch einen klaren Fokus auf Prozessoptimierung aus. Die Firmen nutzen häufiger Tools wie Supply Chain Finance und beschäftigen sich früh mit gesetzlichen Änderungen, wie der EU-Richtlinie zur Bekämpfung von Zahlungsverzug. Die Richtlinie soll im März 2013 umgesetzt werden und eine Standard-Zahlungsfrist von maximal 60 Kalendertagen etablieren, von der Vertragspartner nur mit ausdrücklicher Vereinbarung abweichen dürfen.

Trotz der grundsätzlichen Verbesserung im Working Capital Management gibt es aber immer noch deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Unternehmen.

„Obwohl sich die Performance der Unternehmen in Europa verbessert, weitet sich die Schere zwischen den besten 25 Prozent und den unteren 25 Prozent aus“, berichtet Robert Smid, Working Capital Partner bei PwC. Der Studie zufolge könnten die untersuchten Unternehmen insgesamt bis zu 900 Milliarden Euro sparen, wenn sie es alle schaffen würden, zu den Leistungen der besten 25 Prozent ihres jeweiligen Sektors aufzuschließen.

sabine.reifenberger[at]finance-magazin.de