Ex-Fifa-Finanzchef Markus Kattner zieht vor Gericht. Für seine Kündigung gebe es keine Begründung, meint der Deutsch-Schweizer.

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04.10.16
Finanzabteilung

Deutscher Ex-CFO klagt gegen die Fifa

Der im Mai entlassene Ex-Fifa-Finanzchef Markus Kattner zieht gegen seine Kündigung vor Gericht. Doch auch dem Deutsch-Schweizer werden schwere Governance-Verfehlungen angelastet.

Die Fifa kommt nicht zur Ruhe. Nachdem der neue Fifa-Chef Gianni Infantino sich über diverse Empfehlungen der Ethik-Kommission hinweg gesetzt hat – unter anderem in Bezug auf sein Gehalt und die Besetzung von Schlüsselpositionen – klagt nun auch noch ein früherer Top-Manager gegen den Weltfußballverband. Es ist pikanterweise der langjährige CFO der Organisation, Markus Kattner.

Der in Bayreuth geborene 46-jährige Fußballfunktionär war seit 2003 Fifa-Finanzchef und übernahm von September 2015 auch noch bis zu seiner Entlassung im Mai diesen Jahres die Position des Generalsekretärs für den gesperrten Jérôme Valcke. Gegen diese fristlose Kündigung durch Neu-Präsident Gianni Infantino klagt Kattner nun vor einem Züricher Gericht. Kattner sieht seine Kündigung als unfair und ungerecht an und bemängelt, dass er von der Fifa noch keine schriftliche Begründung für seine Entlassung erhalten habe.

Auch Markus Kattner war Teil des Systems Blatter

Doch auch Kattner war Teil des Systems Blatter, das die Fifa diskreditiert hat. Der langjährige Fifa-Boss hatte mit Milliarden jongliert und dabei ein System grassierender Korruption innerhalb der Fifa entstehen lassen. Zahlreiche Topfunktionäre wurden verhaftet, ihnen drohen lange Haftstrafen.

Kattner gehört nicht zu ihnen, aber auch ihm wird von Fifa-Aufklärern vorgeworfen, seine treuhänderische Verantwortung missbraucht zu haben. Nach Informationen aus Verbandskreisen soll Kattner Bonuszahlungen in Höhe von mehr als 5 Millionen Schweizer Franken (etwa 4,5 Millionen Euro) erhalten haben. Wenngleich für eine Sportorganisation sehr hoch, könnten diese Bonuszahlungen  im Einklang mit dem damaligen Fifa-Ethikcode gewesen sein.

Doch die Art und Weise, wie die hohen Gehalts- und Bonuszahlungen zustande gekommen sind, wirft Fragen auf.  Internen Untersuchungen des Fußball-Weltverbands zufolge haben sich Kattner sowie die inzwischen suspendierten Blatter und Valcke im Laufe mehrerer Jahre gegenseitig hohe Gehaltserhöhungen und Boni genehmigt. Laut Aussagen der Fifa  soll es sich dabei um fast 80 Millionen Schweizer Franken handeln. Die Unterlagen seien an die zuständigen Behörden weitergeleitet worden. Auch in dem jetzt angestrengten Zivilprozess könnten sie eine Rolle spielen.

bita.mohammadi[at]finance-magazin.de