Speicherchiphersteller Infineon zahlt 260 Millionen Euro an die ehemalige Tochter Qimondo.

Infineon

25.09.14
Finanzabteilung

Infineon zahlt 260 Millionen an Qimonda-Verwalter

Der insolvente Speicherchiphersteller Qimonda und der Dax-Konzern Infineon haben nach beinahe zwei Jahren Rechtsstreit einen Teilvergleich geschlossen. Infineon zahlt 260 Millionen Euro an die ehemalige Tochter. Für Infineon könnte es aber noch dicker kommen.

Der Halbleiterhersteller Infineon und der Qimonda-Insolvenzverwalter Michael Jaffé haben haben ihren seit Jahren schwelenden Konflikt zumindest teilweise beigelegt. Infineon überweist laut einer Mitteilung von Rechtsanwalt Jaffé einen Vergleichsbetrag in Höhe von 135 Millionen Euro an die ehemalige Tochter. Zudem erwirbt Infineon sämtliche Patente der Qimonda im Wert von 125 Millionen Euro. Infineon verkauft dies seinen Investoren als gute Nachricht: Der Teilvergleich sei bereits durch Rückstellungen abgedeckt (und belastet damit nicht mehr den Gewinn), und bezahlt werde der Vergleichsbetrag aus vorhandener Liquidität.

Jaffé freut sich über „eine erhebliche Mehrung der Insolvenzmasse“, allerdings ist er Infineon weit entgegengekommen. Seine ursprüngliche Forderung aus dem Jahr 2012 belief sich auf 3,35 Milliarden Euro.

Rechtsrisiko für Infineon bleibt hoch

Offen ist allerdings noch der Gerichtsstreit wegen wirtschaftlicher Neugründung und Differenzhaltung, hinter dem der wesentliche Teil der Zahlungsansprüche steckt. Damit ist das Rechtsrisiko für Infineon trotz des Teilvergleichs immer noch hoch. Der Dax-Konzern vertritt jedoch die Ansicht, Jaffé hätte die Ansprüche aus der Differenzhaltung bereits im August 2011 außergerichtlich geltend gemacht.

Qimonda hatte im Jahr 2009 Insolvenz anmelden müssen. Kern des Zwists der beiden Unternehmen ist eine Kapitalerhöhung aus dem Jahr 2006. Das Grundkapital von Qimonda wurde damals laut Infineon gegen eine Sacheinlage des Speichergeschäfts in Höhe von 600 Millionen Euro erhöht. Der Insolvenzverwalter behauptet, die Einlage sei überbewertet und der Gegenwert der gezeichneten Aktien nicht geleistet gewesen.

jakob.eich[at]finance-magazin.de