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Zahlungsabwicklung: Standardisierung spart Kosten

Kostenhebel Zahlungsprozesse: Wer die Transparenz steigert, hat Vorteile beim Working Capital Management.
Thinkstock/Getty Images

Noch immer sind Zahlungsprozesse in Europa wenig einheitlich: Uneinheitliche rechtliche Vorgaben, Unterschiede in den Stammdaten und die geringe internationale Nutzung elektronischer Datenübermittlungssysteme wie EDI sind die Hauptursachen dafür, ergab eine Studie der Strategieberatung Roland Berger, für die rund 200 europäischen Unternehmen aus der Konsumgüterindustrie befragt wurden. „Je fragmentierter der Handelssektor in einem Land ist, desto schwieriger ist es, einen Standard durchzusetzen“, beobachtet Regina Schmidt, Partner bei Roland Berger.

Sie rät Unternehmen, zunächst die Stamm- und Kundendaten im Konzern, auch in Tochterfirmen im Ausland, einheitlich aufzustellen. Dann könne man das Thema mit Geschäftspartnern besprechen. Schmidt geht davon aus, dass Unternehmen dem Thema Standards verstärkt Beachtung schenken: „Je höher die Transparenz bei Zahlungen ist, desto besser gelingt das Working Capital Management“, sagt sie.

Wie viel Ersparnis eine standardisierte Rechnungsabwicklung bringen würde, beurteilen die befragten Unternehmen sehr unterschiedlich. Während die Hälfte nur eine geringe Einsparung von bis zu 5 Prozent erwartet, geht immerhin jedes dritte Unternehmen davon aus, dass 11-20 Prozent der aktuellen Transaktionskosten eingespart werden könnten.

Rückenwind durch Sepa und e-Invoicing

Der Wunsch nach einheitlicheren Prozessen wird auch durch Standardisierungsbemühungen in anderen Bereichen verstärkt: Vereinheitlichungen bei Zahlungsverkehrsformaten, etwa durch Sepa, oder eine stärkere Verbreitung von e-Invoicing geben einer einheitlichen Zahlungsabwicklung Rückenwind.

Doch für eine größere Akzeptanz elektronischer Rechnungen fehlt es vielen Finanzchefs noch an Rechtssicherheit: „Diese Unsicherheit ist unbegründet“, sagt Andreas Bonnard, Principal bei Roland Berger. „Für e-Invoicing sind die rechtlichen Rahmenbedingungen europaweit vereinheitlicht worden, die Umsetzung in den jeweiligen Landessteuergesetzen befindet sich vor der Vollendung. Einem breiten Einsatz von e-Invoicing, etwa über EDI, steht nichts mehr im Wege. Unternehmen sollten dieses Potential für sich erschließen“, findet er.

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