Deutsche Unternehmen exportierten 2014 Waren im Wert von 74,5 Milliarden Euro nach China. Der Factoringmarkt profitiert.

Liufuyu/iStock/Thinkstock/Getty Images

16.04.15
Finanzierungen

Factoringmarkt boomt – Asien legt zu

Factoring auf Rekordkurs: Mehr als zehn Prozent ist der Markt im vergangenen Jahr gewachsen. Doch Märkte wie Russland erwiesen sich als schwierig.

Die Factoringbranche blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück. Die Umsätze sind im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent auf knapp 190 Milliarden Euro gestiegen, wie der Deutsche Factoring-Verband heute bekannt gab. Damit erreichte der Markt erneut eine historische Bestmarke. Bereits 2013 stieg das Volumen an Forderungsverkäufen um 8,8 Prozent auf den damaligen Höchststand von mehr als 170 Milliarden Euro. „Die 200-Milliarden-Marke liegt greifbar nah“, sagt Joachim Secker, Sprecher des Vorstandes des Deutschen Factoring-Verbandes e.V. und Vorstandsvorsitzender der GE Capital Bank AG.

Die Branche wuchs 2014 nicht nur in absoluten Zahlen sondern auch gemessen am Bruttoinlandsprodukt. Die Factoringquote stieg im Vergleich zum Vorjahr von 6,26 Prozent auf 6,5 Prozent an. Das Wachstum ist insbesondere auf eine erhöhte Zahl an Neukunden zurückzuführen: Vor allem mittelständische Unternehmen entscheiden sich immer häufiger für Factoring. 2014 stieg die Kundenanzahl unter den Mitgliedern des Deutschen Factoring Verbandes um 7 Prozent auf 18.900. Der Deutsche Factoring-Verband steht mit seinen 24 Mitgliedsunternehmen für 90 Prozent des deutschen Gesamtmarktes.

Asien auf dem Vormarsch, Russland schwierig

Während das Importgeschäft unterproportional um 4,8 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro wuchs, boomte das Exportgeschäft. Mit einem Plus von 19,6 Prozent stieg der Umsatz auf 44,8 Milliarden Euro. Das Ranking der wichtigsten Partnerregionen führen weiterhin Osteuropa, die Benelux-Länder und Frankreich an. Asien kletterte um sieben Plätze auf Rang vier, Spanien fiel hingegen um zwei Plätze auf den zehnten Platz. Griechenland fiel auf den vorletzten Platz, wobei Secker im Interview mit dem FINANCE-Magazin betont, dass der Verkauf von Forderungen gegenüber griechischen Unternehmen weiterhin möglich sei: „Bei Griechenland sind wir vorsichtiger geworden, es gibt aber dort aber viele Unternehmen mit sehr guter Bonität, wo Factoring gut möglich ist.“ Einen Dämpfer habe es allerdings beim Geschäft mit Russland gegeben. „Wir schauen uns Forderungen gegenüber russischen Unternehmen an, allerdings halten wir das Geschäft für sehr schwierig“, sagt Secker.

Der Deutsche Factoring-Verband blickt verhalten optimistisch ins laufende Jahr 2015. Die Hälfte der Mitglieder erwartet eine gute Entwicklung, 41 Prozent erwarten eine befriedigende Entwicklung. Im Vorjahr gingen noch zwei Drittel der Mitgliedsunternehmen von einer guten Entwicklung aus. Der Verband geht davon aus, dass sich der Prozess der Marktkonsolidierung fortsetzt. Die Anbieter stehen unter einem starken Margendruck aufgrund immer noch fallender Zinsen und Gebühren.

Secker berichtet von einem heftigen Wettbewerb auf allen Fronten. „Manch unsinniges Angebot verlässt das Haus“, so der Verbandschef. Den Wettbewerb befeuern neue Anbieter die mit Kampfkonditionen in den Markt kommen. Finanzchefs spielt diese Entwicklung in die Karten, was den weiteren Höhenflug zu einem Teil erklärt.

vanessa.wilke[at]finance-magazin.de