Creditshelf

13.02.18
Finanzierungen

Fintech Creditshelf finanziert jetzt M&A-Deals

Creditshelf will größere Darlehen mit längeren Laufzeiten vermitteln. Künftig sollen auch Übernahmefinanzierungen über die Plattform laufen. Das ist aber nur ein Zwischenschritt in den Plänen des Firmenkunden-Fintechs.

Creditshelf will im Firmenkundengeschäft den nächsten Skalierungsschritt machen. Deshalb hebt die Vermittlungsplattform für Firmenkundenkredite das maximale Finanzierungsvolumen für einen arrangierten Kredit von 2,5 auf 5 Millionen Euro an, wodurch auch Übernahmefinanzierungen vermittelt werden können. Außerdem bietet sie Firmenkunden längere Laufzeiten von bis zu 60 Monaten an. Vor rund einem Jahr hatte Creditshelf das Maximum bereits von zwölf auf 36 Monate erhöht.

Dies ist aber nur ein Zwischenschritt in den Wachstumsplänen des Fintechs: „Wir sehen im Bereich alternativer Finanzierungen aktuell eine Marktlücke bis hinauf zu 10 Millionen Euro“, sagte Creditshelf-Gründer Daniel Bartsch gegenüber FINANCE. Der Grund: Private-Debt-Anbieter seien mit ihren „extrem manuellen Prozessen“ und „nicht-standardisierten Dokumentationen“ ab diesem Volumen überhaupt erst im Markt aktiv. Banken wiederum würden den von Creditshelf umworbenen Unternehmen mit Sub-Investmentgrade-Bonitäten in der Regel nur voll besicherte Kredite ausreichen.

Creditshelf finanziert M&A-Deals bis 10 Millionen Euro

Sicherheiten verlangt Creditshelf bisher nicht, was laut Bartsch auch so bleiben soll. Durch das geringe Volumen und die kurzen Laufzeiten konnte das Fintech bisher jedoch ausschließlich stark standardisierte Betriebsmittelkredite vermitteln. Laut Bartsch könnten kleine Tickets durch die automatisierten und digitalisierten Prozesse bereits kostendeckend produziert werden. 

Durch die längere Laufzeit und das größere Finanzierungsvolumen kann Creditshelf künftig auch Anlageinvestitionen und kleinere Firmenübernahmen über die Plattform finanzieren. „Auf der M&A-Seite haben wir zunächst kleinere Übernahmen im Wert von weniger als 10 Millionen Euro etwa im Zuge der Generationennachfolge oder bei strategischen Zukäufen im Blick“, erläutert Bartsch. Für das laufende Jahr kalkuliert Creditshelf mit einem „deutlich dreistelligen Millionenvolumen“, das über die Plattform finanziert werden soll.

Creditshelf will größere Firmenkunden anlocken

Neu ist auch, dass die fünfjährigen Kredite nicht mehr endfällig strukturiert sind, sondern monatlich getilgt werden. Dafür können Firmenkunden laut Creditshelf während der Laufzeit den Kredit flexibel aufstocken. Der Vorteil für die Creditshelf-Investoren sei, dass sie durch die neue Struktur schneller wieder an ihr Geld kämen. Institutionelle Investoren wie Family Offices, alternative Investmentfonds oder auch Banken haben Creditshelf nach eigenen Angaben inzwischen rund 100 Millionen Euro an festen Kapitalzusagen gegeben.

An der konservativen Kreditvergabe solle sich mit den neuen Finanzierungsstrukturen nichts ändern. Erst im November hatte Bartsch gegenüber FINANCE gesagt, dass Creditshelf 95 von 100 Unternehmen abweise. Das Fintech verfügt über einen eigenen Rating-Prozess, um die Bonität der Firmenkunden zu überprüfen.

Die Skalierung auf größere Kreditvolumina und längere Laufzeiten ändert laut Bartsch nichts an der grundsätzlichen Herangehensweise bei der Kreditanalyse. „Wegen der höheren Anforderungen an die Rückzahlungsfähigkeit gehen wir davon aus, dass sich prinzipiell eher größere Unternehmen für größere Tickets und längere Laufzeiten eignen“, vermutet Bartsch. Die neuen Finanzierungsstrukturen würden daher nur Unternehmen angeboten, die entsprechend in der Lage seien, die Zins- und Tilgungsleistungen aus ihren Cashflows heraus zu bezahlen.