Flink sammelt 150 Millionen US-Dollar ein
Der Berliner Express-Lieferdienst Flink hat frisches Kapital in Höhe von 150 Millionen US-Dollar (umgerechnet rund 134 Millionen Euro) erhalten. Die neue Finanzierung setzt sich aus 115 Millionen US-Dollar Eigenkapital und 35 Millionen US-Dollar (rund 31,5 Millionen Euro) Fremdkapital zusammen. Zu den Investoren gehören bestehende Anteilseigner wie Bond, Northzone und Mubadala und die Supermarktkette Rewe sowie nicht genannte neue Investoren.
Gleichzeitig gaben die Berliner eine strategische Partnerschaft mit dem Lieferando-Eigner Just Eat Takeaway bekannt. Mit dem frischen Kapital möchte Flink nun in eine „neue Wachstumsphase“ eintreten, heißt es seitens des Unternehmens. Die Berliner planen in den kommenden 12 Monaten eigenen Angaben zufolge 30 neue Standorte zu eröffnen, um das Angebot an schnellen Lieferdiensten auszuweiten und mehr Kunden zu erreichen. Taylor Wessing hat Flink bei der Finanzierungsrunde beraten.
MTU Aero Engines platziert Rekord-Bond
Der Triebwerkehersteller MTU Aero Engines hat eine neue Anleihe im Volumen von 750 Millionen Euro abgeschlossen, das gab das Unternehmen bekannt. Der Bond wird mit 3,875 Prozent verzinst und wird im September 2031 zur Rückzahlung fällig. Mit den Emissionserlösen aus den Wertpapieren sollen unter anderem die bestehende Unternehmensanleihe von MTU in Höhe von 500 Millionen Euro aus dem Jahr 2020 refinanziert werden. Diese wird im Juli 2025 fällig.
„Wir freuen uns über die erfolgreiche Platzierung der größten Unternehmensanleihe mit der längsten Laufzeit in der Geschichte der MTU Aero Engines“, teilt Peter Kameritsch, Vorstand Finanzen und IT von MTU, in einer Pressemitteilung zum Bond mit. Das Orderbuch der Anleihe sei zudem mit einem Volumen über 3 Milliarden Euro deutlich überzeichnet gewesen. Arrangiert wurde die Transaktion von BNP Paribas, Commerzbank und Unicredit.
Bayer mit Neuemission und Rückkaufangebot
Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer hat eine neue Hybridanleihe begeben, wie der Konzern mitteilte. Emittiert wurde eine Tranche mit einem Volumen von 750 Millionen Euro. Die „Non-Call-Periode“ der neuen Anleihe von Bayer beträgt 5,25 Jahre. Der Kupon beläuft sich zunächst auf 5,5 Prozent. Fällig wird der Bond in 30 Jahren.
Die Emissionserlöse aus dem Bond sollen für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden, heißt es in der Pressemitteilung. Unter anderem wird durch sie das Rückkaufangebot für eine ausstehende Hybridanleihe des Konzerns aus dem Jahr 2019 finanziert. Die Anleihe über 1 Milliarde Euro ist mit einem Kupon von 2,375 Prozent ausgestattet und läuft regulär bis zum Jahr 2079. Sie kann jedoch ab dem 12. Februar 2025 von Bayer gekündigt werden. Das Rückkaufangebot ist bereits abgelaufen und wurde von vielen Investoren angenommen. Das nun noch ausstehende Volumen der Hybridanleihe aus dem Jahr 2019 beläuft sich auf 83,3 Millionen Euro.
Ziel sei es, durch das Rückkaufangebot und die Emission der neuen Hybridanleihen „das Hybridportfolio von Bayer proaktiv zu steuern“, heißt es in einer Pressemitteilung der Leverkusener weiter. Barclays, HSBC, Mizuho und die Standard Chartered Bank haben den Bond als Konsortialführer platziert. Außerdem waren Santander und die Rabobank als Joint Bookrunner an der Emission beteiligt. Clifford Chance hat das Bankenkonsortium rechtlich beraten. Die Beratung von Bayer übernahm Linklaters.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Der Anbieter von Motion-Control-Lösungen Stabilus nimmt ein Schuldscheindarlehen in Höhe von 250 Millionen Euro auf. Der Kredit besteht aus insgesamt vier Tranchen mit Laufzeiten von drei und fünf Jahren, mit jeweils fixen und variablen Zinssätzen. Das Geld soll für die Ende 2024 geplante Ablösung einer Brückenfazilität genutzt werden. Diese wurde im Oktober 2023 für die Finanzierung der Akquisition des Automatisierungsspezialisten Destaco aufgenommen.
Masterflex schließt einen neuen Konsortialkredit ab. Die Umsetzung des Kredits in Höhe von 55 Millionen Euro ist für den 30. September geplant. Zudem besteht eine Erhöhungsoption von weiteren 25 Millionen Euro. Mit dem frischen Geld plant der Hersteller von Verbindungs- und Schlauchsystemen unter anderem die Finanzierung von M&A–Deals, wie das Unternehmen mitteilte. Der syndizierte Kredit hat eine Laufzeit von fünf Jahren und kann um zwei weitere Jahre verlängert werden.
Das Berliner Food-Tech-Startup Formo hat eine Serie-B-Finanzierungsrunde abgeschlossen. Insgesamt wurden 61 Millionen US-Dollar (umgerechnet 54,8 Millionen Euro) eingesammelt. Unter den Unternehmen befinden sich bestehende Investoren wie Foodlabs, EQT Ventures, Lowercarbon Capital, Happiness Capital, Elevat3 Capital und Grazia Capital sowie neue Investoren wie Sazaby League, Seven Ventures, Woodline Partners, The Nature Conservancy und die REWE Group. Das Geld soll zur Finanzierung der internationalen Expansion der Diversifizierung, der Produktpalette, der Steigerung des Umsatzes und dem Erreichen der Nettoprofitabilität bis 2027 eingesetzt werden.
Inbolt sammelt insgesamt 15 Millionen Euro in einer Serie-A-Finanzierungsrunde ein. Das Portfoliounternehmen von MIG Capital will die neuen Mittel nutzen, um Forschung und Entwicklung zu beschleunigen und seine Expansion mit neuen Niederlassungen in den USA weiter voranzutreiben. Unter den Geldgebern befinden sich die Bestandsinvestoren SOSV, BNP Paribas und MIG Capital selbst.