Newsletter

Abonnements

Beluga beantragt Insolvenz für Kerngeschäft

(akm) Für die angeschlagene Bremer Schwergutreederei Beluga Shipping wird die Lage immer schwieriger. Sie hat nun für ihr Kerngeschäft Insolvenz beantragt. Der Schritt betreffe die Tochtergesellschaft Beluga Chartering, bestätigte die Muttergesellschaft der Nachrichtenagentur Reuters. Der Insolvenzantrag sei “eine Folge der Aufdeckung von erheblichen Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität”, erklärte ein Beluga-Sprecher.

Zuvor war bekannt geworden, dass sich das vom Reederei-Eigentümer Niels Stolberg gegründete Emissionshaus Bluewater neue Auftraggeber sucht. Mittlerweile fährt nur noch ein Bluewater-Schiff unter der Flagge von Beluga. Erst am Dienstag hatte das Hamburger Emissionshaus HCI Capital die Geschäftsverbindungen zu Beluga gekappt. Alle 20 Schiffe, in die HCI-Kunden über Fonds investiert haben und die bisher von Beluga bereedert wurden, fahren fortan unter der Flagge der Hammonia Reederei, die zur Peter Döhle Schiffahrts-KG gehört. Das ist ein Rückschlag für den Finanzinvestor Oaktree (mehr: Oaktree investiert in Reeder Beluga), den Emisionshäusern einen Sanierungsbeitrag abzuringen. Oaktree leitet seit dem Abgang des unter Betrugsverdacht stehenden Beluga-Gründers Stolberg die Reederei. Stolberg und weitere leitende Angestellte sollen seit 2009 Umsatzerlöse in dreistelliger Millionenhöhe falsch ausgewiesen und so Investoren getäuscht haben. Die Amerikaner wollten HCI und andere Fondsgesellschaften dazu bringen, die Charterraten zu reduzieren.

 

Quellen: Reuters, F.A.Z., spiegel.online, FINANCE

 

Mehr dazu:

Beluga kämpft ums Überleben

Presse: US-Investor droht bei Beluga mit Insolvenz