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Centrosolar: Insolvenzplan mit harten Einschnitten

Massive Einschnitte: Nur das US-Geschäft möchte Centrosolar nach dem Insovenzplan weiterführen.
Centrosolar

Der Gläubigerausschuss der Centrosolar Group ebnet den Weg für die Restrukturierung des insolventen Solarkonzerns. Das Gremium hat jetzt dem Insolvenzplan zugestimmt, und dieser sieht einen radikalen Neustart vor. Künftig soll die US-Tochter Centrosolar America das Geschäft tragen, da man für den US-amerikanischen Solarmarkt auch in Zukunft Wachstum erwartet.

Von den übrigen Beteiligungen möchte Centrosolar sich hingegen trennen: Für die nicht-insolventen Töchter Centrosolar Grundstücksverwaltung und Renusol sollen Käufer gefunden werden. Auch für die Tochtergesellschaften Centrosolar AG und Centrosolar Sonnenstromfabrik soll nach Interessenten gesucht werden. Sie waren bereits im Oktober nach kurzer Zeit unter dem insolvenzrechtlichen Schutzschirm in das Regelinsolvenzverfahren gewechselt.  

Die Centrosolar-Altaktionäre werden wohl leer ausgehen: Sie verlieren ihren Eigentümerstatus ohne Entschädigung. Auch eine finanzierende Bank, die der Gruppe ein nachrangiges Darlehen gewährt hatte, muss ihre Forderung ersatzlos abschreiben.

Gläubiger der Mittelstandsanleihe werden Aktionäre

Die nicht-nachrangigen Gläubiger holt das Unternehmen dagegen durch einen Debt-Equity-Swap als neue Aktionäre an Bord. Dazu gehören neben den Gläubigern der Mittelstandsanleihe alle weiteren Finanzgläubiger, Mitarbeiter und sonstige gleichrangige Gläubiger. Sie sollen zunächst mit dem Erlös der angepeilten Verkäufe befriedigt werden. Für dann noch offene Forderungen erhalten sie Anteile an der Gruppe, nach derzeitigem Stand pro 132,67 Euro Forderungswert eine Aktie. Die Anleihe reagierte auf die Ankündigung mit einem Kurssprung und legte seit gestern um 3,5 Prozentpunkte zu und hat sich damit nahezu verdoppelt. Aktuell notiert sie bei 10,50.

Um sich weiteren Spielraum zu verschaffen, plant Centrosolar zudem eine Barkapitalerhöhung. Auch hier sollen die neuen Aktionäre ein vorrangiges Bezugsrecht erhalten. Sollten sie nicht die volle Summe ausschöpfen, könnten auch die ausgeschiedenen Altaktionäre wieder zum Zug kommen – sie hätten somit eine „gewisse Wertaufholungschance“, wie es offiziell heißt. Zur Höhe der geplanten Kapitalerhöhung wollte ein Sprecher keine Angaben machen.

Als nächstes steht nun die Versammlung der Anleihegläubiger am 18. März an. Sprechen diese sich ebenfalls für die Pläne aus, soll Ende April die insolvenzrechtliche Gläubigerversammlung dem Insolvenzplan grünes Licht geben.

sarah.nitsche[at]finance-magazin.de

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