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Creditreform stuft Rickmers auf CCC herunter

Rickmers leidet unter der Flaute der globalen Schifffahrt - aber das ist nicht das einzige Problem des Unternehmens.
Rickmers

Schlechte Nachricht für Rickmers-CFO Mark-Ken Erdmann: Das Schifffahrtsunternehmen muss zum zweiten Mal in diesem Jahr ein Rating-Downgrade einstecken. Die Ratingagentur Creditreform stufte die Bonität von B auf CCC herab, Anfang Mai hatte das Rating noch bei BB gelegen.

Creditreform führt für die neue Bewertung laut Rickmers zwei Gründe an, der erste ist konjunkturell bedingt: Die globalen Schifffahrtsmärkte stehen unter Druck – eine Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ist derzeit nicht in Sicht. Die Frachtraten an den Schifffahrtsmärkten sind nach wie vor niedrig, Überkapazitäten drücken die Margen.

Diese Marktentwicklung spiegelt sich auch in den schwachen Ergebnissen von Rickmers wider. Der Hamburger Traditionskonzern konnte im ersten Halbjahr 2014 auf Vorsteuerbasis nur mit Mühe rote Zahlen abwenden: Der operative Gewinn (Ebitda) sank von 111,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 101,5 Millionen Euro. Auf EBT-Basis erzielte Rickmers  nur noch 1,1 Millionen Euro Gewinn gegenüber 22,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum.

Kurs der Mittelstandsanleihe von Rickmers sinkt leicht

Der zweite Grund für die Herabstufung liegt dagegen in der Fälligkeitsstruktur der Finanzierung des mit 1,54 Milliarden Euro Nettofinanzverschuldung (Stand Juni 2014) hochverschuldeten Unternehmens. Creditreform bemängelt die weiterhin zur Refinanzierung stehenden in 2015 und 2016 fälligen Bankdarlehen. Rickmers erklärt, mit den finanzierenden Banken der betroffenen Darlehensteile seien Refinanzierungsgespräche initiiert worden.

Schon im September hatte CFO Erdmann gegenüber FINANCE gesagt, man wolle die Komplexität aus der Bankenfinanzierung herausnehmen und den internationalen Kapitalmarkt erschließen. Viele Banken ziehen sich im Zuge der strengeren Eigenkapitalvorschriften unter Basel III aus der Schifffinanzierung zurück.

Im vergangenen Jahr hatte sich Rickmers deshalb mit einer Mittelstandsanleihe erstmals frisches Geld am Kapitalmarkt geholt. Rickmers hatte die Mittelstandsanleihe erst in der vergangenen Woche im Rahmen einer Privatplatzierung um 25 Millionen Euro auf nunmehr 275 Millionen Euro aufgestockt. Der Bond verlor nach der Bekanntgabe des Downgrades heute zwischenzeitlich 5 Prozentpunkte und notiert aktuell bei 95 Prozent. Das Unternehmen hatte das Papier, das mit 8,875% verzinst wird und bis 2018 läuft, ursprünglich im Juni 2013 emittiert und seither dreimal um jeweils 25 Millionen Euro aufgestockt.

Rickmers kämpft mit Effizienzprogrammen gegen Krise

Die Rickmers Gruppe teilte außerdem mit, sie habe in Reaktion auf die anhaltende Schwäche der Schifffahrtsmärkte ein Effizienzsteigerungsprogramm im Segment Rickmers-Linie aufgelegt – dieser Geschäftsbereich ist das größte Sorgenkind der Gruppe. Die positiven Effekte würdensich bereits im Jahresgesamtergebnis 2014 widerspiegeln, so das Unternehmen.

desiree.backhaus[at]finance-magazin.de

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