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„Es geht nicht mehr allein um Green“

Karl Manfred Lochner geht davon aus, dass ESG in der Unternehmensfinanzierung bald zum Standard wird. Im FINANCE-Interview erklärt er, welche Entwicklung er erwartet.
LBBW

Der Trend zur nachhaltigen Finanzierung wurde auch im Krisenjahr 2020 nicht ausgebremst. Das hat eine Studie ergeben, die F.A.Z. Business Media | research im Auftrag von FINANCE und der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) bereits zum zweiten Mal durchgeführt hat. Über die Ergebnisse der Umfrage und seine Erwartungen an den Green-Finance-Markt spricht Firmenkundenvorstand Karl Manfred Lochner im FINANCE-Interview.

Herr Lochner, welchen Einfluss hat Corona auf den Sustainable-Finance-Markt? Hat die Pandemie das Thema zeitweise von der Agenda von Unternehmensentscheidern verdrängt?

Das ist keinesfalls passiert, eher im Gegenteil: Das vergangene Jahr hat eindrucksvoll gezeigt, dass der Sustainable-Finance-Markt krisenfest ist. Nachhaltige Finanzierung ist kein vorübergehender Trend, der sich durch die derzeitige wirtschaftliche Situation in den Hintergrund drängen lässt. Vielmehr haben einige Unternehmen selbst während der Corona-Pandemie das Thema Nachhaltigkeit in ihren Unternehmensstrategien fest verankert. Immer mehr zeigt sich: Viele Aspekte des Themas Nachhaltigkeit können dabei helfen, als Unternehmen Krisenzeiten gut zu überstehen.

Zuletzt scheinen soziale Faktoren an Relevanz gewonnen zu haben, während zuvor eher Umweltaspekte im Vordergrund standen. Stimmt die Beobachtung?

Ja, so ist es. Ich habe aus vielen Kundengesprächen die Auffassung gewonnen, dass es nicht mehr allein um die ESG-Komponente Ökologie geht. Daneben werden immer häufiger auch soziale Faktoren durchdacht und diskutiert. Viele Unternehmen erkennen insbesondere im Umgang mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie in ihrer Entwicklung eine der wichtigsten Quellen für den Unternehmenserfolg. Betrachtet werden unter anderem Diversity-Aspekte bei Personalbesetzungen, die Gesundheit und Zufriedenheit von Mitarbeitern, adäquate Weiterbildungsangebote oder die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – ob im Home Office oder im Büro. Aber auch Kriterien wie etwa soziale Verantwortung bei der Wahl der Lieferanten sowie bei der Beschaffung von Rohstoffen werden für unsere Kunden immer wichtiger.

68 Prozent der befragten Finanzentscheider haben in der vorliegenden Studie angegeben, dass sie sich bereits mit nachhaltigen Finanzierungen beschäftigt haben. Das ist ein deutlicher Zuwachs gegenüber der Befragung 2019, als es nur etwas mehr als 50 Prozent waren. Wird sich ESG bald zum Standard entwickeln?

Davon bin ich fest überzeugt. Wenn sich die Entwicklung in diesem Tempo weiter fortsetzt und wir sie alle gemeinsam mit der notwendigen Dringlichkeit priorisieren, dann könnte dies in den kommenden drei bis fünf Jahren so weit sein. Der Katalysator dafür sind – neben der hohen Investorennachfrage nach nachhaltigen Finanzierungen – verschiedene regulatorische Anforderungen, unter anderem die EU-Taxonomie für Unternehmen oder aktuelle Bestrebungen der Bankenaufsicht für Kreditinstitute. Daher gilt es, die nötige Vorarbeit zu leisten – sowohl in den Finanzabteilungen als auch von uns Banken.

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