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Factoring entwickelt sich seitwärts

Deutscher Factoring-Verband: Großunternehmen und Mittelständler nutzen Factoring.

Die im Deutschen Factoring-Verband organisierten Unternehmen, die rund 90 Prozent des Marktvolumens repräsentieren, erzielten im vergangenen Jahr einen Factoringumsatz von rund 157 Milliarden Euro. Das entspricht knapp 6 Prozent des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) und liegt etwa auf dem Niveau des Vorjahres 2011. Für die erfolgsverwöhnte Branche ist das ein kleiner Dämpfer. Joachim Secker, Sprecher des Vorstands des Deutschen Factoring-Verbandes, konnte den Entwicklungen dennoch etwas Positives abgewinnen: „Das hohe Umsatzniveau des letzten Jahres wurde in einem schwieriger werdenden gesamtwirtschaftlichen Umfeld erfolgreich verteidigt.“
 
Die Wachstumsdelle resultiert zum einen aus der Euro-Krise. Zum anderen haben einzelne Factoringgesellschaften ihre Strategie geändert und sich aus dem großvolumigen Geschäft zurückgezogen. Trotz des gleichen Volumens stieg die Zahl der Factoringnutzer zweistellig auf mehr als 17.000 in Deutschland. Das spricht dafür, dass immer mehr kleine und mittelständische Unternehmen den Forderungsverkauf nutzen.

Factoring ergänzt den Bankkredit

Factoring kann auf eine Erfolgsgeschichte zurückblicken. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren lag der Umsatz lediglich bei rund 40 Milliarden Euro. Unter Factoring versteht man den regelmäßigen Verkauf von Forderungen an spezialisierte Dienstleister. Für Mittelständler hat das den Vorteil, dass sie früher ihr Geld erhalten und ihre Liquidität so besser steuern können. Die meisten nutzen Factoring ergänzend zum Bankkredit. Neben der Finanzierung übernehmen Factoringgesellschaften auf Wunsch weitere Dienstleistungen wie das Forderungsmanagement oder Inkasso (Eintreiben zahlungsgestörter Forderungen). Wichtigste Nutzerbranchen sind der Handel, der Maschinenbau, die Nahrungsmittelindustrie und die Metallverarbeitung.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.

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