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Finanzierungen: Scholz, Wild Flavors, Continental

Scholz erhält syndizierten Kredit über 40 Millionen Euro.
Scholz

Scholz schließt neue Kreditlinie ab

Der Schrottrecycler Scholz hat wie angekündigt eine neue Kreditlinie zur Finanzierung des laufenden Geschäfts abgeschlossen. Die Konsortialbanken des Essinger Unternehmens haben Scholz eine Kreditlinie über 40 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit ihr seien die laufenden operativen Geschäfte gesichert und die Kosten für die eingeleitete operative Restrukturierung der Recyclinggruppe finanziert, teilte das Unternehmen mit. „Zusammen mit dem Ende August vereinbarten Stillhalteabkommen mit den Finanzgläubigern  (neben Konsortialbanken auch Immobilienfinanzierer, Factoring-Gesellschaften und Gläubiger aus Schuldscheindarlehen) ist jetzt die finanzielle Basis geschaffen, um das Konzept für die operative Restrukturierung und Neuausrichtung der Gruppe umzusetzen“, heißt es von Scholz weiter. Die 2017 fällige Mittelstandsanleihe ist nicht Gegenstand der Restrukturierungsverhandlungen. Die Ratingagentur Euler Hermes hat im Nachgang an den neuen Kreditabschluss den Ausblick für das B-Rating von Scholz unbestimmt auf stabil hochgesetzt.

Durch die Restrukturierung will Scholz eigenen Angaben zufolge bis 2015 wieder eine nachhaltige Profitabilität des Konzerns herstellen und seine Finanzschulden deutlich reduzieren. Die  Nettofinanzverschuldung soll von derzeit rund 1 Milliarde Euro auf rund 700 Millionen Euro sinken. Scholz will die Verbindlichkeiten mit den zu erwartenden Verkaufserlösen, die aus dem Verkauf von Nicht-Kerngeschäften zu realisieren sein werden, zurückführen. Der Großteil der Entschuldung solle dabei im Jahr 2014 erfolgen, heißt es in einer Unternehmensmitteilung. Zudem will Scholz seinen Verschuldungsgrad (Verhältnis der Nettoverschuldung zum EBITDA) auf einen Faktor unter 4 senken.

Im Rahmen der Restrukturierung dürfte es Scholz zufolge auch notwendig sein, die Kapitalbasis zu stärken. Der Schrottrecycler prüft deshalb im Moment eigenen Angaben zufolge verschiedene Optionen, dazu gehört auch unter anderem die Öffnung des Gesellschafterkreises der Scholz AG für neue Investoren.

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Wild Flavors verlängert Konsortialkredit

Der Aromenhersteller Wild Flavors hat einen Konsortialkredit über 250 Millionen Euro vorzeitig bis 2018 verlängert. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es das „derzeit günstige Umfeld für Finanzierungen genutzt, um den Konsortialkredit von 2011, der ursprünglich eine Laufzeit bis 2016 hatte, bis September 2018 zu sehr guten Konditionen zu verlängern“. Zudem hat Wild Flavors auch noch eine Linie für Factoring und Asset Backed Securitizations abgeschlossen. Die sieben am Konsortium beteiligten Banken haben der Erweiterung und Verlängerung zugestimmt. Die Transaktion hat unter der Führung der Commerzbank, der UBS und der Citigroup stattgefunden. Im Dezember 2011 hatte der Aromenhersteller noch einen Schuldschein über 55 Millionen Euro begeben, der im Jahr 2016 fällig wird.

Wild Flavors ist auf Wachstumskurs. Christoph Schmitz ist vor knapp drei Jahren als Finanzvorstand zur Schweizer Holding des Aromenherstellers gekommen, um das Unternehmen kapitalmarktfähig zu machen. Seit er im Unternehmen ist, wurden mit A.M. Todd (Mint) und einer Sparte von Cargill (Saftmischungen) zwei internationale Akquisitionen getätigt, durch die sich die Umsätze auf rund 1 Milliarde Schweizer Franken fast verdoppelt haben. Wie Wild Flavors-CFO Christoph Schmitz im November vergangenen Jahres im Interview mit FINANCE-TV erklärte, will der Aromenhersteller seinen Umsatz nochmals verdoppeln.

Continental nutzt günstiges Umfeld am Anleihemarkt

Der Automobilzulieferer Continental hat eine weitere Anleihe platziert und darüber 750 Millionen Euro eingesammelt. Der neue Bond läuft dreieinhalb Jahre und wird jährlich mit 2,50 Prozent fest verzinst. Continental hatte die Emission einige Tage zuvor angekündigt. Der Automobilzulieferer nutzt das derzeitige niedrige Zinsumfeld, um mit den Emissionserlösen die im Oktober 2010 begebene Anleihe mit einem Kupon von 6,50 Prozent und einem Nominalvolumen von 625 Millionen Euro vorzeitig zurückzuzahlen.

Der vorgesehene Emissionstag für die neue Anleihe ist der 19. September 2013. J.P. Morgan, Credit Suisse, HSBC, Landesbank Baden-Württemberg, Morgan Stanley und SEB sind die gemeinsamen Bookrunner für diese Anleiheemission, die im Rahmen des im Mai dieses Jahres aufgesetzten Rahmen-Emissionsprogramms platziert wird. Unter diesem Emissionsprogramm hat Continental bereits zwei Euro-Anleihen begeben: eine Anleihe im Juli mit einem Nominalvolumen von 750 Millionen Euro, einem Kupon von 3 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren sowie eine Anleihe Anfang September mit einem Nominalvolumen von ebenfalls 750 Millionen Euro, einem Kupon von 3,125 Prozent und einer Laufzeit von sieben Jahren.

Alstria refinanziert syndizierten Kredit über 544 Millionen Euro

Das Büroimmobilienunternehmen Alstria hat einen syndizierten Kredit refinanziert. Der neue Kredit in Höhe von 544 Millionen Euro läuft sieben Jahre. Er ersetzt ein Darlehen, das am 20. Juli 2015 fällig geworden wäre. Alstria hat bei der Refinanzierung eigenen Angaben zufolge bessere Konditionen erzielt und hat nun bis 2018 keinen größeren Finanzierungsbedarf mehr. Die Finanzierungskosten für das Gesamtportfolio verringern sich Alstria zufolge ab Mitte 2015 auf rund 3,4 Prozent. Die durch die reduzierten Finanzierungskosten erzielten Ersparnisse nutzt das Unternehmen, um seinen Verschuldungsgrad zu verringern. Die UniCredit hat die gerade abgeschlossene Refinanzierung arrangiert.

Schalke stockt Mittelstandsanleihe auf

Der FC Schalke 04 stockt seine im Juni 2012 platzierte Mittelstandsanleihe um weitere 15 Millionen Euro auf.  Die Anleihe wurde im Rahmen einer Privatplatzierung ausschließlich bei institutionellen Investoren in Deutschland und im europäischen Ausland platziert. Das Wertpapier wird mit 6,75 Prozent p.a. verzinst, läuft bis Juli 2019 und ist im Entry Standard der Börse Frankfurt notiert. Mit den zusätzlichen Erlösen will der Fußballklub wie angekündigt seine Finanzstrukturen optimieren und eine Zwischenfinanzierung herstellen. Equinet hat die Transaktion als Lead Manager und Bookrunner begleitet.

„Wir haben in den letzten Monaten eine starke Nachfrage von institutionellen Investoren nach unserer Anleihe erfahren. Dieser Nachfrage haben wir gerne nachgegeben und uns dazu entschieden, auf das ursprünglich geplante Volumen von 50 Mio. Euro aufzustocken“, sagt der Finanzvorstand des FC Schalke 04, Peter Peters. „So diversifizieren wir unsere Investorenbasis weiter. Die zweite Tranche dient der Optimierung unserer Finanzstrukturen und dazu, die schrittweise erfolgende Auszahlung der UEFA-Gelder in der Saison 2013/2014 aufzufangen.“

Weitere Finanzierungen

Der Einzelhandelskonzern und handelsnahe Dienstleister Otto emittiert eine siebenjährige, ungeratete Anleihe über 225 Millionen Euro. Der Kupon beträgt 3,750 Prozent. Deutsche Bank und Commerzbank haben die Emission begleitet. Die Otto-Anleihe 2012/19 über 300 Millionen Euro hat einen Kupon von 3,875 Prozent.

Die Ratingagentur S&P stuft den Luft- und Raumfahrtkonzern EADS von A- auf A hoch. Der Ausblick ist stabil.

PNE Wind stockt die im Mai 2013 begebene 8,0-prozentige Unternehmensanleihe 2013/2018 um bis zu 33,6 Millionen Euro auf.

Das Amtsgericht Esslingen hat auch für die hundertprozentige Windreich-Tochter Windkraft Union die vorläufige Insolvenz in Eigenverwaltung angeordnet. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Holger Leichtle aus der Kanzlei Schultze & Braun bestellt.

Der Frankfurter Immobilienunternehme InCity will Anleihen im Volumen von bis zu 20 Millionen Euro begeben. Bei einer Laufzeit von 3 Jahren beträgt der Kupon der aus mehreren Tranchen bestehenden Inhaberschuldverschreibung 10 Prozent. Die einzelnen Tranchen sollen im Rahmen einer Privatplatzierung begeben werden. Kurzfristig ist eine erste Tranche über 3 Millionen Euro geplant.

Heuking Kühn Lüer Wojtek berät World Markets bei einer weiteren Bezugsrechtskapitalerhöhung von bis zu 31,25 Millionen Euro.

Gildemeister erzielt rund 210 Millionen Euro bei der angekündigten Barkapitalerhöhung.

Das Unternehmen Energiekontor aus Bremen hat eine Stufenzinsanleihe emittiert. Mit dieser Anleihe werden drei ansonsten schuldenfreie Windparks mit einer Gesamtleistung von rund 25 MW refinanziert. Die Verzinsung beträgt in den ersten sechs Jahren 6 Prozent danach 6,5 Prozent und wird jährlich ausgezahlt.

White & Case hat die Deutsche Bank, die Commerzbank, die NordLB und die NRW.Bank als Arrangeure bei der Finanzierung des Erwerbs von knapp 63 Prozent der Anteile an E.on Westfalen Weser beraten. Die Anteile kauft die Westfalen Weser Energie, deren Anteile von 48 Kommunen der Region Ostwestfalen-Lippe und Südniedersachsen gehalten werden. Das Gesamtinvestitionsvolumen beträgt nach Angaben der Kanzlei mehr als 500 Millionen Euro. „Die Finanzierung bekam eine besondere Komponente durch die gewährten Bürgschaften der Kommunen, die hauptsächlich der Optimierung der Finanzierungskosten dienten“, sagt White&Case-Partner Florian Degenhardt.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

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Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.

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