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Finanzierungen: Siemens, Daimler, Air Berlin, Voestalpine

Siemens

Siemens preist acht- und 15-jährigen Euro-Bond

Der Technologiekonzern Siemens preist einen zweiteiligen Euro-Bond mit einem Gesamtvolumen von 2,25 Milliarden Euro. Die achtjährige Tranche hat ein Volumen von 1,25 Milliarden Euro und ist mit einem Kupon von 1,75 Prozent ausgestattet. Der Spread beträgt 35 Basispunkte über Swaps. Die 15-jährige Anleihe über 1 Milliarde Euro besitzt einen Kupon von 2,875 Prozent. Der Spread liegt bei 70 Basispunkte über Swaps. Der Münchner Dax-Konzern wird von Moody’s mit Aa3 und von S&P mit A+ bewertet. Bank of America Merrill Lynch, Deutsche Bank, HSBC, Morgan Stanley, Royal Bank of Scotland und Unicredit sind die Bookrunner für die Euro-Emission.

Darüber hinaus berichtete die Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires kürzlich unter Berufung auf ein Term Sheet, dass Siemens neben den Euro-Anleihen auch noch einen fünfjährigen Dollar-Benchmark-Bond platzieren würde. Für die Dollar-Transaktion sind ebenfalls die Bank of America Merrill Lynch und HSBC sowie zusätzlich noch die UBS als Bookrunner tätig.

Daimler begibt zweiteilige Euro-Anleihe

Der Autobauer Daimler platziert eine zweitranchige unbesicherte Senior-Anleihe. Das Papier über 1 Milliarde Euro läuft bis zum 8. Juli 2016 und hat einen Kupon von 1 Prozent. Der Spread liegt bei 37 Basispunkten über Midswaps. Die zehnjährige Tranche über 500 Millionen Euro wird mit 2,375 Prozent verzinst. Hier liegt der Spread bei 72 Basispunkten über Midswaps. Die Stuttgarter werden von allen drei Ratingagenturen beurteilt: Moody’s bewertet Daimler mit A3, S&P und Fitch jeweils mit A-. BNP Paribas, HSBC Holdings, LBBW, SMBC Nikko und UniCredit sind die Lead Manager der Transaktion.

Air Berlin platziert Wandelanleihe über 140 Millionen Euro

Die finanziell angeschlagene Fluggesellschaft Air Berlin hat erneut eine Wandelanleihe begeben. Das ursprünglich geplante Volumen von 120 Millionen Euro konnte dabei um 20 Millionen Euro aufgestockt werden. Der Wandler läuft sechs Jahre und ist mit einem quartalsweise fälligen Kupon von 6 Prozent p.a. ausgestattet. Der anfängliche Wandlungspreis beträgt 2,82 Euro. Mit der Wandelanleihe will Air Berlin sein Betriebsvermögen stärken und einen Teil davon auch für allgemeine Unternehmenszwecke verwenden. Air Berlins Großaktionär Etihad Airways hat im Verhältnis seiner Beteiligung von 29,2 Prozent die Wandelanleihe im Gesamtnennbetrag von 40 Millionen Euro gezeichnet.

„Wir konnten die Bücher nach sehr kurzer Zeit wieder schließen und die Wandelanleihe mit einer Überzeichnung erfolgreich am Markt platzieren“, sagt Air-Berlin-CFO Ulf Hüttmeyer. „Nachdem wir das Geschäftsjahr 2012 mit einem Nettogewinn abgeschlossen haben, beweist die Platzierung der Anleihe umso mehr das Vertrauen der institutionellen Anleger in unsere zukünftige Entwicklung mit unserem verschärften Turnaround-Programm.“ Im Oktober 2011 musste die Airline einen Zinssatz von 11,5 Prozent bieten, 2009 bei der vorherigen Wandelanleihe 9 Prozent.

Voestalpine bietet Investoren zum Umtausch des 2007er Hybrids einen neuen Bond an

VoestalpinesRefinanzierungsplan ist eher ungewöhnlich: Der oberösterreichische Stahlkonzern bietet den Investoren der 2007 begebenen Hybridanleihe an, das Papier im Verhältnis 1:1 in einen neuen Hybrid zu tauschen. Das Emissionsvolumen der neuen, wiederum unbegrenzt laufenden Hybridanleihe beträgt allerdings nur bis zu 500 Millionen Euro und ist damit halb so klein als das alte Papier. Neuinvestoren können den Hybrid nicht zeichnen. Europaweit hat nur noch der dänische Versorger Dong in der letzten Zeit einen solchen Umtausch durchgeführt.

Mit der Transaktion will Voestalpine eigenen Angaben zufolge ihr Finanzportfolio optimieren. „Wir wollen das Gesamtvolumen an Hybridkapital derzeit nicht erhöhen, aber gleichzeitig ein potentielles Refinanzierungsrisiko für den Zeitraum nach Oktober 2014 frühzeitig reduzieren“, sagt Voestalpine-Chef Wolfgang Eder in einer Mitteilung. Voestalpine kann die laufende Hybridanleihe 2007 erstmals am 31. Oktober 2014 kündigen. Marktteilnehmer und Ratingagenturen erwarten auch, dass Emittenten diese vertragliche Möglichkeit nutzen, obwohl die Anleihe auf unbestimmte Zeit läuft. Sollte Voestalpine den alten Hybrid nicht kündigen, würde er zu den vereinbarten Konditionen (Kupon variabel 3-Monats-Euribor +5,05 Prozent) weiterlaufen.

Die Hybridanleihe 2013 ist, wie es bei diesen Papieren üblich ist, nachrangig gegenüber allen anderen Verbindlichkeiten der Voestalpine. Sie wird bis Ende Oktober 2014 mit einem Fixkupon in Höhe von 7,125 Prozent verzinst, bis 31. Oktober 2019 ist der Hybrid mit einem jährlich fixen Kupon in Höhe von 6 Prozent ausgestattet. „Auf Basis des heutigen Zinsniveaus würde die neue Hybridanleihe 2013 ab 31. Oktober 2014 einen nominell höheren Kupon als die bestehende Hybridanleihe 2007 (im Falle einer Nichtkündigung) bieten“, heißt es seitens Voestalpines, was das neue Papier durchaus für die Anleger interessant macht und dem Stahlkonzern bei der Platzierung helfen dürfte. Denn nun gibt es ab Herbst 2014 einen Fixkupon von 6,0 Prozent, dem eine alte Verzinsung von 3-Monats-Euribor plus 5,05 Prozent gegenüber steht, was derzeit in Summe knapp 5,3 Prozent ist.

Weitere Finanzierungen

Nokia Siemens Networks plant Technik- und Strategiechef Hossein Moiin  zufolge eine Anleihe, um den Appetit der Investoren zu testen. Zum Zeitpunkt äußerte er sich nicht. Das berichtet die Börsen-Zeitung. Für die Zukunft nannte der Manager einen Börsengang oder den Einstieg eines Investors als denkbar.

Das Immobilienunternehmen Estavis hat eine mit 11 Prozent p.a. verzinste und einer einjährigen Laufzeit versehene Unternehmensanleihe im Volumen von 10 Millionen Euro begeben.

DIC Asset hat im Rahmen einer Privatplatzierung das Volumen ihrer Unternehmensanleihe um 30 Millionen Euro auf das maximale Emissionsvolumen von 100 Millionen Euro aufgestockt. Die nicht nachrangige, unbesicherte Anleihe hatte das Unternehmen im Mai 2011 begeben. Sie ist mit einem Zinssatz von 5,875 Prozent p.a. sowie fünf Jahren Laufzeit ausgestattet.

Mit einem Kredit in Höhe von umgerechnet rund 16 Millionen Euro finanziert die KfW Ipex-Bank den größten türkischen Glashersteller Türkiye Sise Ve Cam Fabrikalari bei einem Expansionsvorhaben in Bulgarien. Damit finanziert das Institut den Export deutscher Anlagentechnik für Glaswerk.

Sapiens Steering Brain Stimulation hat von der niederländischen Investmentgruppe Inkef Capital 7,5 Millionen Euro im Rahmen einer Erweiterung ihrer Serie A Finanzierungsrunde zur Verfügung gestellt bekommen.

sabine.paulus[at]finance-magazin.de

Sabine Paulus ist seit 2008 Redakteurin beim Fachmagazin FINANCE und der Online-Publikation DerTreasurer. Ihre Themenschwerpunkte sind Personal, Organisation, Karriere und Finanzierung. Sie ist M.A. und hat an der Universität Konstanz unter anderem das Hauptfach Deutsche Literatur studiert.