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Finanzierungen: Sunrise Communications, Sixt, Daimler

Der Schweizer Telekommunikationsanbieter hat in einem Mega-IPO 2,3 Milliarden Schweizer Franken eingesammelt.
styleTTT/iStock/Thinkstock/Getty Images

Sunrise Communications: IPO über 2,3 Milliarden Schweizer Franken

Der Schweizer Telekommunikationsanbieter Sunrise Communications hat seine neu gegründete Holding Sunrise Communications Group in der Schweiz an die Börse gebracht. Der IPO hat ein Gesamtvolumen von 2,3 Milliarden Schweizer Franken (rund 2,1 Milliarden Euro). Es wurden 20 Millionen neue Aktien ausgegeben, dazu kommen 9,3 Millionen aus dem bisherigen Bestand der Aktionärin Mobile Challenger Group, die den Konsortialbanken außerdem eine Mehrzuteilungsoption von 4,1 Millionen Aktien gewährte.

Sunrise Communications hat zur Refinanzierung außerdem eine Hochzinsanleihe mit einem Volumen von 500 Millionen Schweizer Franken (etwa 469 Millionen Euro) und einem Kupon von 2,125 Prozent ausgegeben. Die Refinanzierung umfasst außerdem eine Kreditlinie über 1,36 Milliarden Schweizer Franken (rund 1,28 Milliarden Euro) nach dem IPO. Beraten wurde Sunrise durch ein Team von Latham & Watkins unter der Federführung von Marcus C. Funke und Olof Clausson.

Sixt erwägt Leasingtochter an die Börse zu bringen

Der Autovermieter Sixt erwägt einen Börsengang seiner Leasingsparte. Der Geschäftsbereich Sixt Leasing ist die zweitwichtigste Sparte des Konzerns und brachte Sixt 2013 etwa 33 Prozent des Umsatzes ein. Ein Börsengang könnte dem Leasinggeschäft von Sixt nach Unternehmensangaben eine stärkere Kapitalbasis verschaffen und die Finanzierungsstruktur verbessern. Sixt will allerdings auch im Falle eines IPOs zu einem großen Teil an Sixt Leasing beteiligt bleiben.

Daimler begibt US-Bonds über 3 Milliarden US-Dollar

Der Autokonzern Daimler hat neue US-Bonds in vier Tranchen über insgesamt 3 Milliarden US Dollar (rund 2,67 Milliarden Euro) begeben. Die erste Tranche über 1,25 Milliarden US-Dollar hat eine Laufzeit bis 2020 und wird mit 2,25 Prozent verzinst. Zwei der vier Tranchen laufen bis 2018, unterscheiden sich aber hinsichtlich Volumen und Verzinsung. Eine Tranche über 1 Milliarde US-Dollar ist festverzinst und hat einen Kupon von 1,65 Prozent. Der andere Bond mit einem Volumen von 500 Millionen US-Dollar wird variabel mit Libor +42 Basispunkten verzinst. Die letzte Tranche hat mit 250 Millionen US-Dollar das kleinste Volumen und läuft bis 2017. Der Bond ist ebenfalls variabel mit Libor +30 Basispunkten verzinst. Société Générale, BBVA, JP Morgan, Mitsubishi Ufj Securities und Barclays haben die Transaktion als Bookrunner begleitet.

Weitere Finanzierungen

Der Kabelnetzbetreiber Unity Media hat eine Anleihe über 500 Millionen Euro platziert. Der Bond läuft bis 2027 und wird mit 3,5 Prozent verzinst. Als Bookrunner fungierten JP Morgan, Royal Bank of Scotland und Credit Suisse.

Die Deutsche Leasing und die NBank haben einen Globaldarlehensvertrag abgeschlossen. Die Deutsche Leasing erhält von der NBank 25 Millionen Euro für den niedersächsischen Mittelstand. Die Fördermittel sind für kleine und mittlere Unternehmen mit einem Umsatz von bis zu 500 Millionen Euro gedacht, die Investitionen mit der Deutschen Leasing über Leasing oder Mietkauf vollziehen wollen.

Der schwedische PE-Investor EQT hat die Finanzierung seiner Beteiligung an der Backwerk-Gruppe refinanziert. Details zur Transaktion sind nicht bekannt. Beraten wurde EQT  von P+P Pöllath + Partners unter der Leitung von Barbara Koch-Schulte.

Ein irisches Investorenkonsortium hat die Finanzierung für den Kauf von 54 Hektar Grundstücken am Flughafen Berlin-Schönefeld im zweistelligen Millionenbereich refinanziert. Das damalige internationale Bankenkonsortium wurde von einer österreichischen Landesbank abgelöst. Die Refinanzierung wurde vom Finanzberater Flatow AdvisoryPartners (FAP) strukturiert. Weitere Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Volkswagen Financial Services
hat eine ABS-Emission mit einem Volumen von rund 750 Millionen Euro in zwei Tranchen platziert. Verbrieft wurden rund 54.000 Kfz-Finanzierungsverträge. Die Transaktion wurde über die vom Unternehmen aufgesetzte Driver-Plattform durchgeführt. Volkswagen Financial Services wurde von Jones Day unter der Federführung von Ulf Kreppel und Nick Wittek beraten.

Nexus, ein Entwickler von IT-Lösungen für das Gesundheitswesen, hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Durch die Ausgabe von 630.515 neuen Aktien fließen dem IT-Unternehmen brutto rund 8,8 Millionen Euro zu. Mit den neuen Mitteln will das Unternehmen das Eigenkapitäl stärken und sowohl organisches als auch anorganisches Wachstum finanzieren. Die Transaktion wurde von Hauck & Aufhäuser Privatbankiers begleitet.

Die Deutsche Cannabis kann im zweiten Versuch nun doch rund 250.000 Euro einsammeln. An der beschlossenen Kapitalerhöhung hatten sich nicht genügend Altaktionäre beteiligt. Bei Ablauf der Zeichnungsfrist war die Mindestsumme von 250.000 Euro an neu gezeichnetem Kapital nicht erreicht worden. Nun hat die Beteiligungsgesellschaft über eine Privatplatzierung doch noch das angestrebte Kapital von Investoren einsammeln können. Nachdem Anfang Januar eine Kapitalerhöhung angekündigt wurde, hatte der Aktienkurs stark ausgeschlagen, reichte allerdings nicht an den Ausgabepreis der neuen Aktien heran. Mit den neuen Mitteln will die Deutsche Cannabis das Unternehmenswachstum und erste Beteiligungen an US-amerikanischen Unternehmen aus der Cannabis-Industrie finanzieren.

Die IT-Beratung Softline hat eine Kapitalerhöhung abgeschlossen. Das Grundkapital wurde durch Ausgabe von knapp 540.000 Stückaktien mit Nennwert von je 1 Euro auf rund 10,3 Millionen erhöht. Neben privaten und institutionellen Investoren zeichneten auch Mitarbeiter und Manager von Softline Aktien.

Der Spezialist für Schnelldiagnostik NanoRepro hat eine Barkapitalerhöhung beschlossen. Es sollen bis zu 1.142.857 neue Aktien zu einem Bezugspreis von je 1,35 Euro ausgegeben werden. Das Bezugsverhältnis für die Altaktionäre liegt bei 14:5. Das Angebot der neuen Aktien erfolgt über die Conmit Wertpapierhandelsbank. Nicht über das Bezugsangebot vergebene Aktien sollen privat platziert werden. NanoRepro strebt einen Bruttoemissionserlös von 1,5 Millionen Euro an. Davon sollen 0,5 Millionen Euro für die Finanzierung des operativen Geschäfts verwendet werden.

Das österreichische Einrichtungshaus Grüne Erde, das auf ökologische Möbel und Heimtextilien spezialisiert ist, hat seit Mai 2013 mit seinem Crowdfunding-Finanzierungsmodell rund 7,7 Millionen Euro eingeworben. Nach Unternehmensangaben haben bislang mehr als 1.100 Privatpersonen dem Unternehmen qualifiziert nachrangige Darlehen bereitgestellt, deren Wert im Durchschnitt bei etwa 5.000 Euro liegt. Die Verzinsung in Höhe von 4 Prozent wird in Form von Warengutscheinen ausgezahlt.

Die TLG Immobilien wurde außerplanmäßig in den deutschen SDax aufgenommen. TLG Immobilien war erst vor vier Monaten an die Börse gegangen.

Ratingmeldungen

Die Ratingagentur Standard & Poor‘s hat das B-Rating der Alba Group ebenso wie das CCC+-Rating der Anleihe auf Creditwatch negative gestellt, nachdem das Unternehmen bekanntgegeben hatte, dass die Liquiditätssituation im Geschäftsjahr 2015 in Folge eines Mittelabflusses im Oktober 2014 durch den Ankauf von Aktien von Minderheitsaktionären beeinflusst werden könnte. Die nun stattfindende besondere Beobachtung soll nach Angaben von S&P in den nächsten Wochen gelöst werden. Die Agentur schließt nicht aus, dass das Rating um mehr als einen Notch gesenkt werden könnte.

Moody’s lässt das B3-Rating von Springer SBM One unter Beobachtung für ein mögliches Upgrade. Eine Ratingveränderung ist unter anderem davon abhängig, ob Springer Science+Business Media die nötigen regulatorischen Zustimmungen für den Zusammenschluss mit Macmillan Science and Education erhält.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Info

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.

antonia.koegler@finance-magazin.de | + posts

Antonia Kögler ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer. Sie hat einen Magisterabschluss in Amerikanistik, Publizistik und Politik und absolvierte während ihres Studiums Auslandssemester in Madrid und Washington DC. Sie befasst sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen und verfolgt alle Entwicklungen rund um Green Finance und Nachhaltigkeit in der Finanzabteilung.

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