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IVG: Gläubiger stimmen Insolvenzplan zu

Unter anderem mit „The Squaire” am Frankfurter Flughafen hat sich die IVG übernommen und rutschte in die Pleite. Die Gläubiger haben num dem Insolvenzplan zugestimmt.
IVG Immobilien

Die monatelange Suche nach einer neuen tragfähigen Finanzierungsstruktur beim insolventen Immobilienkonzern IVG scheint ein Ende haben: Gläubiger und Aktionäre haben dem Insolvenzplan und dem damit einhergehenden weitreichenden Forderungsverzicht zugestimmt. Die Annahme war die Voraussetzung für die Fortführung der Insolvenz in Eigenverwaltung.

Dem Insolvenzplan stimmten insgesamt 99,5 Prozent der Gläubiger zu. Dem Insolvenzplan zufolge werden die Gläubiger eines syndizierten Kredits von 1,4 Milliarden Euro und des bilateralen Kredits der LBBW von 100 Millionen Euro voraussichtlich 80 Prozent ihres Investments wiedersehen – allerdings müssen sie dafür im Rahmen eines Debt-Equity-Swaps ihre Schulden in Aktien umwandeln.

Damit wird das Unternehmen komplett den Gläubigern übereignet. Die Gläubiger einer Wandelanleihe von 400 Millionen Euro können immerhin mit einer Insolvenzquote von 68 Prozent rechnen, ein weiterer partiell besicherter syndizierter Kredit wird zunächst verlängert und weiterhin verzinst.

IVG um 2,2 Milliarden Euro entschuldet

Die Altaktionäre hingegen gehen leer aus. Dennoch stimmten knapp 57 Prozent von ihnen dem Insolvenzplan zu. Insgesamt wird die IVG nach eigenen Angaben durch die Maßnahmen um 2,2 Milliarden Euro entschuldet. Der Plan bedarf nun noch der Bestätigung durch das Insolvenzgericht, Mitte des Jahres sollen die Maßnahmen dann durchgeführt werden.

Das Unternehmen geht davon aus, dass das Insolvenzverfahren im dritten Quartal 2014 aufgehoben werden kann. Den ehemaligen CEO und CFO des Unternehmens, Wolfgang Schäfers, betrifft die Abstimmung nicht mehr: Vergangene Woche hatte Schäfers die IVG verlassen.

Die Pleite der IVG im Herbst 2013 war mit einem Volumen von mehr als 4 Milliarden Euro eine der größten Unternehmensinsolvenzen der vergangenen Jahre. Das Unternehmen musste unter den Schutzschirm schlüpfen, weil sich die Gläubiger nicht auf eine Rettung einigen konnten. Der Konzern hatte sich unter anderem mit Großprojekten wie dem futuristischen Bürohaus „The Squaire” am Frankfurter Flughafen übernommen.

julia.becker[at]finance-magazin.de

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