(ank) Deutschlands drittgrößter Versorger EnBW wird von Moody’s nur noch mit der Bonitätsnote A3 bewertet. Der Ratingausblick des Karlsruher Konzerns ist darüber hinaus negativ. Das gab die Agentur am Dienstag bekannt. Moody’s signalisiert damit, dass EnBW die für die Refinanzierung wichtige Rating-Kategorie A künftig verlieren könnte. Standard & Poor’s hatte Ende November die mit Moody’s A3 vergleichbare Bonitätsnote A- bestätigt, aber den Ausblick auf stabil von bisher negativ angehoben.
Als Begründung nannte Moody’s die sich verschlechternden Ergebnis- und Cashflowaussichten des Unternehmens, die durch den Verlust von rund 1,8 Gigawatt Atomkraftwerksleistung, höheren Belastungen durch die Brennelementesteuer und niedrigeren Energiepreisen entstünden. In den kommenden beiden Jahren fielen zudem größere Kosten für Verschmutzungsrechte an. Diese negativen Faktoren würden durch die geplanten Beteiligungsverkäufe, die anvisierte Kapitalspritze und das laufende Sparprogramm nicht vollständig aufgewogen.
Nur einen Tag nach der Herabstufung durch Moody’s gab EnBW bekannt, sich von Minderheitsbeteiligungen in Polen trennen zu wollen und diese an den französischen Wettbewerber EdF zu veräußern. Dabei handelt es sich um 32,45 Prozent am polnischen Kohlekraftwerk Rybnik in Oberschlesien sowie um 15,59 Prozent am Heizkraftwerk Kogeneracja in Breslau. Der Wert der vereinbarten Transaktion beträgt insgesamt rund 301 Millionen Euro. Die Veräußerung steht noch unter kartellrechtlichem Vorbehalt.
Quellen: Moody’s, EnBW, FINANCE