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Neue Klauseln für syndizierte Kredite

Schaeffler hat im Januar einen Milliardenkredit refinanziert.
dpa

So stark wie das Jahr für Bonds begonnen hat, so verhalten ist momentan die Nachfrage nach syndizierten Krediten. „Allein der westeuropäische Markt liegt fast 50 Prozent unter dem Vorjahr“, erklärt Mathias Noack, Global Head of Loan Syndication bei UniCredit. Der deutsche Markt präsentiert sich im europäischen Vergleich mit einem Minus von 8 Prozent zumindest vergleichsweise stabil. Die Statistik von Dealogic ist allerdings verzerrt durch einen Ausreißer, den Milliardenkredit des Autozulieferers Schaeffler Ende Januar.

Mehrere Gründe erklären die relativ schwache Kreditnachfrage. „Zum einen haben Unternehmen bereits im Jahr 2011 Finanzierungen der kommenden Jahre massiv vorgezogen“, sagt Noack. Zum anderen fehlt dem M&A-Markt derzeit der Schwung. Abgesehen von einzelnen Transaktionen, wie jüngst die von Fresenius angekündigte Übernahme des Klinikbetreibers Rhön-Klinikum, bleibt das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen unter den Erwartungen. Trotz dieser Hemmnisse sind Banken durchaus bereit ins Risiko zu gehen. „Underwritings sind kein Problem“, weiß Noack. Großvolumige M&A-Transaktionen werden allerdings in erster Linie als „Bridge-to-Bond“ strukturiert, damit die risikogewichteten Aktiva der Banken nicht allzu stark belastet werden. Neben den Multinationals haben Mittelständler wieder gute Chancen, fünf Jahre zu konkurrenzfähigen Konditionen zu bekommen, erklärt Noack. „Die Preise für Konsortialkredite sind absolut wettbewerbsfähig", bestätigt auch Arne Mühlholm, Structured-Finance-Spezialist der SEB, gegenüber FINANCE-TV.

Allerdings haben die Banken jetzt die Lehren aus der Krise gezogen – gerade bei Backup-Fazilitäten, die normalerweise nicht in Anspruch genommen werden. Neben den bekannten Bereitstellungsprovisionen, die häufig etwa bei 35 Prozent bis 40 Prozent der Marge festgezogen werden, haben sich im westeuropäischen Markt für syndizierte Kredite vor allem Inanspruchnahmegebühren („Utilisation Fees“) dem aktuellen Umfeld weiter angepasst. Wird die Kreditlinie bis zu einem Drittel gezogen, gibt es beispielsweise einen Aufschlag um 15 Basispunkte. Bei einer Ziehung von bis zu zwei Dritteln werden 30 Basispunkte verlangt und bei über 66 Prozent der Summe werden 50 Basispunkte fällig.

Unter dem Strich hat sich der Markt für syndizierte Kredite nach den EZB-Geldspritzen zwar deutlich entspannt – von den paradiesischen Zuständen vergangener Tage ist man aber nach wie vor entfernt.

markus.dentz[at]finance-magazin.de

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Markus Dentz ist Chefredakteur von FINANCE und der Fachzeitschrift DerTreasurer. Seine journalistischen Schwerpunktthemen sind Unternehmensfinanzierung, Restrukturierung und Treasury. Nach dem Studium und dem Volontariat beim F.A.Z.-Institut stieß Dentz zur FRANKFURT BUSINESS MEDIA GmbH, einer Tochter der F.A.Z.-Verlagsgruppe und Herausgeberin von DerTreasurer und FINANCE. Mehrfach wurden seine Artikel aus den Bereichen Private Equity und M&A mit Journalistenpreisen ausgezeichnet.