Finanzierungen: Birkenstock, Symrise, Lanxess

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Birkenstock nimmt 900 Millionen Euro über eine neue Anleihe auf. Foto: Birkenstock
Birkenstock nimmt 900 Millionen Euro über eine neue Anleihe auf. Foto: Birkenstock

Birkenstock begibt erste Anleihe seit 5 Jahren

Der Schuhhersteller Birkenstock nimmt erstmals seit rund fünf Jahren wieder Geld über eine Anleihe am Kapitalmarkt auf. Das teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Das Volumen liegt bei 900 Millionen Euro, die Schuldverschreibungen laufen bis 2033. Gelistet werden sollen sie an der International Stock Exchange.

Mit dem Bruttoerlös will Birkenstock vor allem bestehende Schulden refinanzieren. Konkret sollen die noch ausstehenden 5,25-Prozent-Senior-Notes über 428,5 Millionen Euro, die 2029 fällig wären, vollständig zum Nennwert zurückgezahlt werden. Darüber hinaus kann der Erlös für mögliche Aktienrückkäufe verwendet werden, die das Unternehmen am 15. Juni 2026 angekündigt hatte.  Zudem sollen die Mittel in die Refinanzierung weiterer Schulden und in allgemeine Unternehmenszwecke fließen.

Parallel hat S&P den Ausblick für Birkenstock von stabil auf negativ gesenkt. Das langfristige Emittentenrating bestätigte die Ratingagentur bei „BB+“. Für die neue, bis 2033 laufende Anleihe vergab S&P ebenfalls ein Rating von „BB+“.

Symrise schließt Finanzierung über 750 Millionen Euro ab

Der Duft- und Aromenhersteller Symrise hat die bestehende revolvierende Kreditlinie refinanziert und auf 750 Millionen Euro erhöht. Das teilte das Unternehmen vergangene Woche mit. Die Fazilität läuft über fünf Jahre und kann zweimal um jeweils ein Jahr verlängert werden. Zusätzlich besteht die Option, das Volumen bei Bedarf um weitere 250 Millionen Euro aufzustocken.

Mit der neuen Kreditlinie sichert sich Symrise zusätzlichen finanziellen Spielraum für den weiteren Wachstumskurs. Nach Unternehmensangaben spiegeln die Konditionen auch die Investment-Grade-Ratings von S&P und Moody’s wider.

BNP Paribas hatte bei der Finanzierung die Federführung. Bereitgestellt wird die Kreditlinie von einem internationalen Bankenkonsortium, das von der Wirtschaftskanzlei Taylor Wessing rechtlich beraten wurde.

Lanxess platziert Anleihe über 500 Millionen Euro

Der Spezialchemiekonzern Lanxess hat eine neue Euro-Benchmark-Anleihe über 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert, wie das Unternehmen mitteilte. Die Anleihe läuft über fünf Jahre und ist mit einem Kupon von 4,375 Prozent ausgestattet. Das Orderbuch war nach Unternehmensangaben im Platzierungsprozess mehrfach überzeichnet.

Der Erlös dient der allgemeinen Unternehmensfinanzierung sowie der Rückzahlung einer im Oktober 2026 fälligen Anleihe über ebenfalls 500 Millionen Euro. Mit der neuen Anleihe sichert sich Lanxess frühzeitig eine langfristige Refinanzierung. Zugleich arbeitet der Konzern daran, zügig wieder solide Investment-Grade-Kennzahlen zu erreichen.

Aktuell wird der Konzern von Moody’s mit „Ba1“ und negativem Ausblick bewertet. Scope Ratings bewertet den Konzern mit „BBB“, ebenfalls mit negativem Ausblick. Die Platzierung stand unter der Federführung von JP Morgan als Sole Global Coordinator. Als gemeinsame Bookrunner waren Barclays, Bank of America Securities, Citigroup, DZ Bank und Société Générale beteiligt.

Weitere Finanzierungsmeldungen

OHB will über eine Kapitalerhöhung rund 500 Millionen Euro einnehmen. Das teilte der Bremer Raumfahrtkonzern am vergangenen Montag mit. Dazu sollen neue Aktien ausgegeben werden. Den Nettoerlös will OHB unter anderem in den Ausbau der Produktion, in Trägerraketen und in Zukunftsprogramme investieren. Wegen der hohen Nachfrage erweitert das Unternehmen derzeit seine Fertigungskapazitäten in Europa, unter anderem in Turin, Stockholm, Bremen, Oberpfaffenhofen und Augsburg.

M&G stellt dem deutschen Gasfernleitungsnetzbetreiber Thyssengas 48 Millionen Euro bereit. Das hat die Investmentgesellschaft bekannt gegeben. Die Finanzierung erfolgt über sieben- und zehnjährige Anleihen im Rahmen eines Private Placements und ist Teil eines größeren Finanzierungspakets über 1,4 Milliarden Euro. Die Mittel sollen in die langfristige Weiterentwicklung des Thyssengas-Netzes fließen. Thyssengas betreibt nach Angaben von M&G ein rund 4.400 Kilometer langes Pipeline-Netz in Nordrhein-Westfalen und versorgt etwa 20 Prozent der deutschen Bevölkerung.

Der Halbleiterzulieferer Siltronic hat im Rahmen einer Kapitalerhöhung rund 273 Millionen Euro eingesammelt. Dafür gab das Unternehmen 3 Millionen neue Aktien zu je 91 Euro aus. Gegenüber dem Schlusskurs vom 16. Juni 2026 entsprach das einem Abschlag von knapp 7 Prozent. Das Bezugsrecht der bestehenden Aktionäre wurde ausgeschlossen. Ankeraktionär HAL Trust beteiligte sich mit einer größeren Order an der Transaktion.  

Rating-Meldungen

S&P hat den Ausblick für Birkenstock von stabil auf negativ gesenkt. Das „BB+“-Rating wurde bestätigt.

S&P hat Metro von „BB+“ auf „BBB-“ heraufgestuft. Der Ausblick ist stabil. 

Moody’s hat den Ausblick für BMW von stabil auf negativ gesenkt. Das langfristige „A2“-Rating wurde bestätigt.