Black Forest Labs sichert sich frisches Kapital
Das deutsche KI-Start-up Black Forest Labs hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 300 Millionen US-Dollar (rund 257 Millionen Euro) eingesammelt. Damit steigt die Bewertung des Start-ups eigenen Angaben zufolge auf 3,25 Milliarden US-Dollar. Black Forest Labs wurde erst vor eineinhalb Jahren gegründet und zählt zu den am schnellsten wachsenden KI-Unternehmen Europas.
Angeführt wurde die Runde von dem US-Investmentfonds Anjney Midha (AMP) und dem Investmentsegment der US-Softwarefirma Salesforce, Salesforce Ventures. Zudem beteiligten sich a16z, Nvidia, Northzone, Creandum, Earlybird VC, Broadlight Capital, General Catalyst, Temasek, Bain Capital Ventures, Air Street Capital, Visionaries Club, Canva und Figma Ventures.
Das frische Kapital möchte das Unternehmen aus dem Schwarzwald nun in die Beschleunigung der eigenen Forschung und Entwicklung investieren, heißt es in einer Pressemitteilung. Black Forest Labs entwickelt KI-Basismodelle für die Bildgenerierung. Die Modelle des Start-ups heißen Flux und werden bereits von bekannten Namen wie Adobe, Canva, Microsoft und Meta genutzt.
Vulcan Energy finanziert das Projekt „Lionheart“
Vulcan Energy hat nach eigenen Angaben das Finanzierungspaket für den Bau und die Umsetzung der ersten Projektphase „Lionheart“ abgeschlossen. Im Rahmen des Projekts soll nahe der Stadt Landau, Lithium aus Tiefenwasser im Oberrheingraben filtriert werden. Das Finanzierungspaket in Höhe von 2,2 Milliarden Euro setzt sich aus staatlichen sowie Fremdkapitalfinanzierungen, und Beteiligungen strategischer Industriepartner zusammen. Teil des Finanzierungspakets ist unter anderem eine Eigenkapitalbeteiligung des Rohstofffonds der KfW in Höhe von 150 Millionen Euro.
Zusätzlich konnte sich Vulcan Energy Fördermittel der Bundesregierung in Höhe von insgesamt 204 Millionen Euro sichern. Davon stammen 100 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz zur Förderung des geothermischen Teils des Projekts. Weitere 104 Millionen Euro für den Aufbau der kommerziellen Lithiumanlagen stammen von der Bundesregierung sowie den Ländern Rheinland-Pfalz und Hessen.
Ein weiterer Bestandteil der Projektfinanzierung ist ein Fremdkapitalpaket in Höhe von 1,185 Milliarden Euro mit einer Laufzeit von 13 Jahren. Das Paket wird von einem Konsortium aus insgesamt 13 Banken bereitgestellt, darunter die Europäische Investitionsbank (EIB) mit einer Investition von 250 Millionen Euro und fünf internationalen Exportkreditagenturen.
Hochtief, Siemens Financial Services und Demeter unterstützen das Projekt darüber hinaus mit einer Investitionssumme von insgesamt 133 Millionen Euro. Vulcan steuert zudem Kapital in Höhe von 528 Millionen Euro aus einer Eigenkapitalerhöhung bei. 130 Millionen Euro des Eigenkapitals entfallen dabei auf eine strategische Beteiligung von Hochtief.
Vossloh mit neuem Schuldschein
Vossloh hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Gesamtvolumen von 600 Millionen Euro platziert. Das Darlehen umfasst Tranchen mit Laufzeiten von drei, fünf und sieben Jahren und sowohl festen als auch variablen Zinssätzen. Die Mittel plant das Bahntechnikunternehmen hauptsächlich für die Refinanzierung des Kaufpreises für den Erwerb des europäischen Betonschwellenherstellers Sateba zu nutzen.
Ursprünglich habe man vorgesehen, mit den Mitteln ausschließlich die im Zuge der Sateba-Akquisition aufgenommene Brückenfinanzierung abzulösen, heißt es in einer Mitteilung von Vossloh. Aufgrund der hohen Nachfrage und der attraktiven Konditionen sei das Platzierungsvolumen jedoch deutlich ausgeweitet worden, sodass neben der Brückenfinanzierung auch das ursprünglich eingesetzte langfristige Darlehen sowie weitere demnächst fällige finanzielle Verpflichtungen vollständig durch Schuldscheindarlehen refinanziert werden könnten.
Joint Lead Arranger der Schuldschein-Transaktion waren BayernLB, LBBW und SEB. Die LBBW fungiert zudem als Zahlstelle.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat sich erneut an den Kapitalmarkt in den USA gewagt. Das Unternehmen platzierte dort drei Anleihe-Tranchen im Gesamtvolumen von 1,9 Milliarden US-Dollar (rund 1,63 Milliarden Euro). Die erste Tranche hat ein Emissionsvolumen von 500 Millionen US-Dollar und wird 2030 zur Rückzahlung fällig. Der Kupon für die Tranche beträgt 4,075 Prozent. Die zweite Tranche im Volumen von 600 Millionen US-Dollar läuft sieben Jahre und wird mit 4,374 Prozent verzinst. Die größte Tranche in Höhe von 800 Millionen wird mit 4,666 Prozent verzinst und läuft bis 2035.
Die Auto1 Group hat ihre Verbriefungslinie zur Finanzierung des Gebrauchtwagenbestands auf 1,6 Milliarden Euro erhöht und verlängert. Die Bestandsfinanzierung der Plattform für den Kauf, Verkauf und die Finanzierung von Gebrauchtwagen umfasst nun Senior Notes im Volumen von bis zu 1,3 Milliarden Euro und Junior Notes in Höhe von bis zu 300 Millionen Euro. Nach Angaben des Unternehmens entspricht das einer Erhöhung der Finanzierungskapazität um 45 Prozent. Die Laufzeit der Finanzierung wurde zudem bis November 2027 verlängert. Darüber hinaus konnte Auto1 seinen Bankenkreis von sechs auf 13 Banken erweitern.
Die Deutsche Telekom hat eine neue Unternehmensanleihe am Kapitalmarkt platziert. Die Anleihe hat ein Volumen von 750 Millionen Euro und wird bei einer Laufzeit von vier Jahren mit 2,625 Prozent verzinst. Das Orderbuch für die Emission lag bei 1,8 Milliarden Euro.
Der Nutzfahrzeughersteller Traton hat einen Kreditvertrag mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) über 500 Millionen Euro abgeschlossen. Das Darlehen soll in die Forschung und Entwicklung für das Traton Modular System, eine globale, markenübergreifende modulare Plattform zur Vereinheitlichung der Fahrzeugentwicklung und -produktion, fließen. Die Finanzierung unterstütze die im europäischen Green Deal festgelegten Ziele, unter anderem das Transportwesen sauberer zu machen und Herstellern dabei zu helfen, die strengen Regeln zur Kohlenstoffreduzierung einzuhalten, heißt es in einer Pressemitteilung von Traton.
Der Auto-Leasinganbieter Allane hat eine Verbriefung von Leasingforderungen und Restwerten im Volumen von 400 Millionen Euro abgeschlossen. Das Kapital soll zur Refinanzierung der Leasingflotte und für die Finanzierung des operativen Geschäfts genutzt werden. Hogan Lovells hat Allane bei der ABS-Finanzierung beraten.
Der Immobilienkonzern Aroundtown hat eine neue Anleihe im Volumen von 400 Millionen britischen Pfund und mit einer Laufzeit von sieben Jahren platziert. Das mit der neuen Emission verbundene Währungsrisiko sichert Aroundtown für die Laufzeit der Anleihe über einen Cross Curency Swap in Euro ab. Das führt nach Angaben des Unternehmens zu einem effektiven Euro-Kupon von 3,5 Prozent für die ersten drei Jahre. Danach beträgt der Kupon 1,15 Prozent zuzüglich des Sechs-Monats-Euribor. Parallel zur Neuemission hat der Immobilienkonzern ein Rückkaufangebot für drei alte Anleiheserien im Nennwert von 870 Millionen Euro gestartet. Das Angebot läuft am 11. Dezember aus.
Also, ein Schweizer Technologieanbieter im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik, hat ein Schuldscheindarlehen im Volumen von 250 Millionen Euro abgeschlossen. Nach Angaben des Unternehmens war die ursprünglich mit 100 Millionen Euro gestartete Transaktion deutlich überzeichnet. Das Darlehen umfasst drei Tranchen mit Laufzeiten von dreieinhalb, fünf und sieben Jahren, jeweils mit fester oder variabler Verzinsung.
Für die variabel verzinsten Tranchen wird Also mittels Interest Rate Swaps langfristige Zinsfixierungen vornehmen, um die Finanzierungskosten nachhaltig zu stabilisieren, heißt es in einer Mitteilung der Schweizer. Insgesamt beteiligten sich 26 internationale Banken, Kantonalbanken, regionale Landesbanken und Sparkassen an der Transaktion. Begleitet wurde die Transaktion von der Deutschen Bank und der Landesbank Hessen-Thüringen.
Der Netzbetreiber Tennet Germany hat erstmals ein Anleiheemissionsprogramm aufgesetzt. Das Programm umfasst ein Volumen von 35 Milliarden Euro und ermöglicht das öffentliche Angebot von Anleihen mit unterschiedlichen Stückelungen, Währungen und Laufzeiten. Neben fest- und variabel verzinslichen Anleihen sieht es unter anderem die Möglichkeit zur Emission von Nachranganleihen vor. Linklaters hat Tennet Germany bei der Aufsetzung des Emissionsprogramms beraten.
Rating-Meldungen
Scope hat den Ausblick von Demire von positiv auf negativ geändert. Das „B–“-Rating wurde bestätigt.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
