Finanzierungen: ESM, Evangelische Bank, Galenica

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Der ESM, der Euro-Rettungsschirm der Eurozone, setzt bei seiner jüngsten Milliardenanleihe auf digitale Emissionstechnik. Foto: Symbiot – Adobe-Stock.com
Der ESM, der Euro-Rettungsschirm der Eurozone, setzt bei seiner jüngsten Milliardenanleihe auf digitale Emissionstechnik. Foto: Symbiot – Adobe-Stock.com

Euro-Rettungsschirm ESM begibt digitale Milliardenanleihe

Der Europäische Stabilitätsmechanismus (ESM) hat erstmals eine vollständig digitale Anleihe über 1 Milliarde Euro am Kapitalmarkt platziert. Das teilte die internationale Finanzinstitution mit Sitz in Luxemburg mit, die als dauerhafter Euro-Rettungsschirm Staaten der Eurozone in finanziellen Schwierigkeiten unterstützt. Die Anleihe läuft bis April 2030 und ist mit einem Kupon von 3,375 Prozent ausgestattet.

Die Schuldverschreibungen werden auf der digitalen D7-Plattform von Clearstream begeben. Die Abwicklung erfolgt über Pontes, eine Infrastruktur des Eurosystems, die Wertpapiertransaktionen auf Basis der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) mit Zahlungen in Zentralbankgeld verbindet. Die Deutsche Bundesbank unterstützt die Emission als Emissions- und Zahlstelle. Die Anleihe soll zudem an der Luxemburger Börse notiert und als Sicherheit bei der Europäischen Zentralbank (EZB) anerkannt werden.

Der ESM nimmt regelmäßig Geld am Kapitalmarkt auf, um bei Bedarf Finanzhilfen an Eurostaaten vergeben zu können. Neu an der aktuellen Emission ist vor allem die digitale Abwicklung über die europäische Kapitalmarktinfrastruktur. Die DZ Bank und die Société Générale begleiteten das Vorhaben als beratende Banken. Bei der Emission waren zudem DZ Bank, HSBC und Santander als Joint Lead Manager beteiligt. A&O Shearman hat das Bankenkonsortium rechtlich beraten.

Evangelische Bank debütiert mit 250-Millionen-Euro-Pfandbrief

Die Evangelische Bank hat erstmals einen Hypothekenpfandbrief im Sub-Benchmark-Format über 250 Millionen Euro am Kapitalmarkt begeben. Das teilte das Kasseler Geldhaus mit, das auf die Finanzierung kirchlicher, gesundheitlicher und sozialer Einrichtungen spezialisiert ist. Mit der Emission will die Bank ihre Refinanzierungsbasis verbreitern und ihr Pfandbriefgeschäft ausbauen.

Der Hypothekenpfandbrief hat eine Laufzeit von sechs Jahren und ist mit einem Kupon von 3,75 Prozent ausgestattet. Die Anleihe wurde im Rahmen eines neuen Emissionsprogramms platziert, das die Ausgabe von Hypothekenpfandbriefen über insgesamt bis zu 1 Milliarde Euro ermöglicht. Den zugehörigen Basisprospekt hatte die Luxemburger Börse bereits im Juli genehmigt.

Die Evangelische Bank verfügt seit 2022 über eine Pfandbrieflizenz. Mit der ersten Emission nutzt sie dieses Finanzierungsinstrument nun auch im größeren Volumen. Begleitet wurde die Platzierung von der DZ Bank, der Commerzbank und der Nord/LB. Die Wirtschaftskanzlei Hogan Lovells Cadwalader hat das Bankenkonsortium rechtlich beraten.

Galenica refinanziert sich mit Millionenanleihe

Der Schweizer Gesundheitskonzern Galenica hat eine Anleihe über 200 Millionen Schweizer Franken platziert, das sind umgerechnet rund 216 Millionen Euro. Mit dem Erlös will Galenica eine fällige Anleihe refinanzieren und Mittel für allgemeine Unternehmenszwecke bereitstellen, wie das Unternehmen mitteilte.

Die neue Anleihe hat eine Laufzeit von vier Jahren und ist mit einem jährlichen Kupon von 1,2775 Prozent ausgestattet. Sie wird zu 100 Prozent des Nennwerts ausgegeben und ist am 5. November 2030 fällig. Die Zulassung zum Handel an der Schweizer Börse Six wurde beantragt.

Begleitet wurde die Emission von der Deutschen Bank und der Zürcher Kantonalbank als Joint Lead Manager. Die Basler Kantonalbank war als Co-Manager beteiligt.

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Münchener Ladeinfrastrukturbetreiber Qwello hat sich eine Eigenkapitalfinanzierung von bis zu 55 Millionen Euro gesichert. Das Kapital stammt vom ABN Amro Sustainable Impact Fund und bestehenden Investoren, darunter Tiger Infrastructure Partners. ABN Amro stellt bis zu 25 Millionen Euro bereit. Mit den Mitteln will Qwello sein öffentliches Ladenetz in Europa ausbauen und weitere Übernahmen finanzieren. Das Unternehmen betreibt derzeit mehr als 19.500 Ladepunkte in acht europäischen Ländern.

Die Wiener EPH Group will mit einer neuen Unternehmensanleihe bis zu 50 Millionen Euro einsammeln. Das teilte der auf Hotel- und Resortimmobilien spezialisierte Projektentwickler mit. Die besicherte Anleihe läuft sieben Jahre und ist mit einem Kupon von 10 Prozent ausgestattet, wobei die Zinsen monatlich ausgezahlt werden. Mit dem Erlös will EPH bestehende Hotelprojekte in Österreich und Deutschland weiterentwickeln. Die Zeichnungsfrist hat am 28. Oktober begonnen und läuft bis zum 25. November 2026.

Katjes Greenfood hat nach der Platzierung seiner neuen Anleihe über 44 Millionen Euro die bisherige Anleihe 2022/2027 vorzeitig gekündigt. Das teilte die Düsseldorfer Beteiligungsgesellschaft mit. Die noch ausstehenden Schuldverschreibungen sollen am 30. November 2026 zu 101 Prozent des Nennwerts zuzüglich Zinsen zurückgezahlt werden. Auch ein bestehendes Crowdfunding-Nachrangdarlehen soll Ende Dezember planmäßig zurückgezahlt werden.

Der Münchener Netzwerkausrüster Aconnic hat seine bestehende Fremdkapitalfinanzierung über 23 Millionen Euro bis August 2027 verlängert. Die ursprünglich 2023 vereinbarte Finanzierung war im August 2026 fällig und zunächst übergangsweise verlängert worden. Kapital und Zinsen sollen nun am Ende der neuen Laufzeit zurückgezahlt werden, eine vorzeitige Tilgung ist ohne Mehrkosten möglich. Über die Verlängerung weiterer Wandelanleihen im Volumen von 4 Millionen Euro verhandelt Aconnic noch mit den Investoren.

Rating-Meldungen

Fitch hat das langfristige Emittenten-Rating von BASF mit „A“ bestätigt. Der Ausblick bleibt stabil.

Fitch hat das „BB“-Rating von Tui Cruises bestätigt und den Ausblick von stabil auf positiv angehoben.

Katharina Kleint ist Redakteurin bei FINANCE und DerTreasurer und beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit Finanzierungsthemen. Sie hat Politikwissenschaften und Germanistik an der Frankfurter Goethe-Universität studiert. Parallel arbeitete sie als freie Journalistin für die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Frankfurter Rundschau sowie die Mediengruppe Offenbach-Post. Nach dem Studium absolvierte sie ihr Volontariat bei F.A.Z. Business Media.