Grüne Hybridanleihe von Evonik
Der Spezialchemiekonzern Evonik hat einen neuen grünen Hybrid Bond im Volumen von 500 Millionen Euro platziert. Die Anleihe wird mit zunächst 4,25 Prozent verzinst und kann von Evonik erstmals im Jahr 2031 zurückgezahlt werden. Die reguläre Laufzeit des Hybrid Bonds beträgt 30 Jahre.
Die Emissionserlöse aus dem Green Bond plant das Unternehmen vorrangig für den weiteren Ausbau des eigenen Portfolios an „Next Generation Solutions“ und „Next Generation Technologies“ zu nutzen. Dazu gehören laut Evonik unter anderem Investitionen in hautidentische Ceramide und andere biofunktionale Wirkstoffe für Gesundheit und Körperpflege, Anionenaustauschmembranen für die Produktion von grünem Wasserstoff und Omega-3-Fettsäuren aus Mikroalgen sowie der Aufbau einer klimaneutralen Alkoxid-Produktion in Singapur.
Nach Angaben von Evonik war der neue Hybrid Bond signifikant überzeichnet. Bofa begleitete die Transkation als Hybrid Structuring Agent und Global Coordinator. Barclays und ING waren ebenfalls als Global Coordinators an der Emission beteiligt. Commerzbank, Deutsche Bank, DZ Bank und LBBW waren als Joint Bookrunners tätig.
Die Emission des neuen Hybrid Bonds geht mit einem Umtauschangebot für eine bestehende grüne Hybridanleihe von Evonik aus dem Jahr 2021 einher. So soll die vorzeitige Refinanzierung des ausstehenden Hybrid Bonds in Höhe von ebenfalls 500 Millionen Euro ermöglicht werden, der im kommenden Jahr erstmals von Evonik zurückgezahlt werden kann.
Lufthansa startet mit Wandelanleihe in den Herbst
Die Deutsche Lufthansa hat unbesicherte und nicht nachrangige Wandelanleihen mit einem Gesamtnennbetrag von 600 Millionen Euro platziert, die mit einem jährlichen Kupon von 0 Prozent verzinst werden. Die Transaktion war nach Angaben des Konzerns mehrfach überzeichnet.
Zurückgezahlt werden die neuen Anleihen im September 2032 zu ihrem aufgezinsten Rückzahlungsbetrag, der auf 102,66 Prozent des Nennbetrags festgesetzt wurde. Anleiheinvestoren haben zudem die Möglichkeit, die Anleihen in neue oder bestehende Namensaktien von Lufthansa zu wandeln. Der anfängliche Wandlungspreis wurde dafür auf 10,755 Euro festgesetzt, was einer Wandlungsprämie von 42,5 Prozent über dem Referenzaktienkurs des Unternehmens von 7,5474 Euro entspricht.
Die Emissionserlöse will Lufthansa für allgemeine Geschäftszwecke verwenden. Darunter fallen die Refinanzierung bestehender Verbindlichkeiten sowie die Finanzierung des Rückkaufs ausstehender Wandelanleihen aus dem Jahr 2020, die im November 2025 fällig werden. Konkret sollen Wandelanleihen in Höhe von 300 Millionen Euro zurückgekauft werden. Das entspricht 50 Prozent des noch ausstehenden Nennbetrags. Nach Abschluss des Rückkaufs wird ein Gesamtnennbetrag von 300 Millionen Euro der ausstehenden alten Anleihen im Umlauf bleiben.
Continental platziert neuen Bond
Der Autozulieferer Continental meldet sich mit einer neuen Anleihe in Höhe von 600 Millionen Euro aus der Sommerpause und am Kapitalmarkt zurück. Der neue Bond wird mit jährlich 2,875 Prozent verzinst. Fällig wird das Papier im Juni 2029. Nach Angaben von Continental war das Investoreninteresse an der neuen Anleihe sehr groß. Demnach soll das Orderbuch mehr als 4,5-fach überzeichnet gewesen sein.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Vier Gas, die Holding-Gesellschaft des Fernleitungsnetzbetreibers von Erdgas Open Grid Europe, hat eine neue Anleihe mit einer Laufzeit von acht Jahren und einem Volumen von 500 Millionen Euro begeben. Der Kupon für den Bond liegt bei jährlich 3,625 Prozent. Nach Angaben des Unternehmens fand die Transaktion großen Anklang bei Investoren. Demnach war das Orderbuch rund vierfach überzeichnet. BNP Paribas, ING und Unicredit agierten als Global Coordinators, BayernLB und Natwest Markets als aktive Bookrunner bei der Emission. Commerzbank, DZ Bank und RBC Capital Markets begleiteten die Transaktion als passive Bookrunner.
Der Automobilkonzern Volkswagen hat über seine niederländische Finanzierungsgesellschaft Volkswagen International Finance einen neuen Green Bond in Höhe von 500 Millionen Euro platziert. Die Anleihe wird mit 4,125 Prozent verzinst und hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Das Orderbuch der Transaktion war mit 2,9 Milliarden Euro fast sechsfach überzeichnet.
TAG Immobilien, ein Hamburger Immobilienkonzern, hat eine neue Unternehmensanleihe in Höhe von 300 Millionen Euro platziert. Der Bond wird mit 3,625 Prozent verzinst und im Jahr 2032 zur Rückzahlung fällig. Das Orderbuch der Transaktion lag bei 2,1 Milliarden Euro und war damit siebenfach überzeichnet. Begleitet wurde die Transaktion von Bofa, Deutsche Bank, JP Morgan und Société Générale als Joint Bookrunners. Noerr hat TAG Immobilien bei der Emission rechtlich beraten. Mit der Platzierung der Anleihe konnte das Unternehmen die Refinanzierung für den Erwerb eines Portfolios von Mietwohnungen in Polen abschließen. Zu diesem Zweck hatte TAG Mitte August bereits eine Kapitalerhöhung durchgeführt und eine Wandelanleihe aufgestockt.
Das deutsch-finnische Quanten-Start-up IQM hat in einer Series-B Finanzierungsrunde 320 Millionen US-Dollar (rund 275 Millionen Euro) eingesammelt. Wie das „Handelsblatt“ unter Verweis auf einen Unternehmensinsider berichtet, wird das Start-up damit zum Einhorn. Es soll sich zudem um die bislang größte Series-B-Finanzierung für ein Quantenunternehmen in Europa handeln. Angeführt wird die Finanzierungsrunde vom US-Investor Ten Eleven Ventures und dem finnischen Risikokapital-Unternehmen Tesi. IQM ist auf die Entwicklung und den Bau von supraleitenden Quantencomputern spezialisiert. Mit der Finanzierung will das Start-up nun in die USA expandieren.
Das Münchener Mobilitäts-Start-up Fernride hat seine Series-A-Finanzierung um weitere 18 Millionen Euro aufgestockt. Die Gesamtfinanzierung beläuft sich damit auf 75 Millionen Euro. Neben bestehenden Investoren, die ihre Beteiligung verdoppeln, haben sich mehrere neue strategische Investoren, Family Offices und Risikokapitalgesellschaften an der Runde beteiligt. Die Technologie des Start-ups ermöglicht es, Lkw und andere Zugmaschinen aus großer Entfernung zu starten, zu lenken und zu stoppen. Mit dem frischen Kapital möchte Fernride diese Technologie nun auf die Verteidigungslogistik anwenden. So sollen Lkw autonom an die Front gebracht werden können.
Der FC Schalke 04 plant die Emission einer neuen Unternehmensanleihe, die der Refinanzierung der Anleihe 2021/2026 in Höhe von 15,9 Millionen Euro und der Anleihe 2022/2027 im Volumen von 34,1 Millionen Euro dienen soll. Die Anleger der bestehenden Anleihen sollen ein Umtauschangebot erhalten. Ein darüberhinausgehendes Zeichnungsvolumen soll zur Rückzahlung der Anleihen 2021/2026 und 2022/2027 verwendet werden.
Rating-Meldungen
Moody’s hat das „Baa2“-Rating von Evonik bestätigt. Der Ausblick ist positiv.
Moody’s hat das „Baa2“-Rating von Bayer bestätigt. Der Ausblick bleibt negativ.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
