Großes Interesse an SAF Holland-Schuldschein
SAF Holland, ein Zulieferer von Lkw- und Trailerkomponenten, hat eine Schuldscheintransaktion mit einem Volumen von 330 Millionen Euro abgeschlossen. Ursprünglich waren nach Angaben des Unternehmens 150 Millionen Euro für den Schuldschein geplant, das Volumen wurde jedoch aufgrund hoher Nachfrage mehr als verdoppelt.
Das Schuldscheindarlehen ist in Tranchen mit variablen und festen Zinssätzen sowie Laufzeiten von drei, vier, fünf und sieben Jahren aufgeteilt. Die Zuteilung erfolgte laut Angaben von SAF Holland über das gesamte Volumen mit Zinssätzen am unteren Ende der jeweiligen Vermarktungsspanne. Konkrete Zahlen nannte das Unternehmen jedoch nicht.
Die eingesammelten Mittel sollen nun für die Rückführung ausstehender Finanzierungsfälligkeiten der Jahre 2025 und 2026 sowie zur Tilgung der aktuell abgerufenen Beträge aus der revolvierenden Kreditfazilität des Unternehmens verwendet werden. Die Transaktion wurde von der IKB als Sole Lead Arranger begleitet, Noerr war als Rechtsberater für SAF Holland tätig.
Deutsche Telekom platziert Kronen-Anleihen
Die Deutsche Telekom hat neue Anleihen am Kapitalmarkt platziert. Die Bonner begaben Schuldverschreibungen in Höhe von 1,5 Milliarden norwegische Kronen (umgerechnet rund 127 Millionen Euro). Die Papiere werden mit 4,57 Prozent verzinst und laufen bis 2037. Zuletzt hat die Telekom im Jahr 2018 Anleihen in norwegischen Kronen platziert, damals in Höhe von 500 Millionen Kronen.
BMW und Mercedes setzen auf Sterling
Mit BMW und Mercedes setzten gleich zwei deutsche Automobilkonzerne in den vergangenen Tagen auf Sterling-Anleihen. BMW platzierte 350 Millionen Sterling (rund 405 Millionen Euro) mit einem Zinssatz von 4,75 Prozent und einer Laufzeit bis 2031. Das Orderbuch der Münchener war dabei mit 800 Millionen Sterling mehr als doppelt überzeichnet.
Mercedes platzierte über seine kanadische Gesellschaft Mercedes Finance Canada 300 Millionen Sterling (rund 347 Millionen Euro), die mit 4,7 Prozent verzinst werden und im Jahr 2030 zur Rückzahlung fällig sind. Das Orderbuch für die Bonds lag bei insgesamt 495 Millionen Sterling.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Das angeschlagene Versicherungs-Start-up Wefox hat 151 Millionen Euro frisches Kapital erhalten. Laut Angaben des Unternehmens stammen dabei 76 Millionen Euro aus einer Kapitalerhöhung, an der überwiegend Altinvestoren beteiligt gewesen sein sollen. Weitere 75 Millionen Euro sollen aus der Refinanzierung einer Kreditlinie durch Searchlight Capital Partners stammen.
Die Finanzierung folgt auf eine umfangreiche Restrukturierung von Wefox, in deren Rahmen die Berliner unter anderem ihre Tochtergesellschaften in Liechtenstein und ihre Gesellschaften in Italien verkauften und den deutschen Markt verließen. Mit dem neuen Kapital will das Unternehmen nun sein Geschäft in Österreich, den Niederlanden und der Schweiz ausbauen und das umgestellte Geschäftsmodell vorantreiben.
Das Biotechnologieunternehmen Nuclidium hat in einer Series-B-Finanzierungsrunde 84 Millionen Euro eingesammelt. Das Kapital stellten Bayern Kapital, der Kurma Growth Opportunities Fund, Angelini Ventures, Wellington Partners, Neva SGR, der Deeptech & Climate Fonds, Eurazeo, Vives Partners, NRW Bank, Highlight Capital sowie Bestandsinvestoren bereit.
Nuclidium entwickelt kupferbasierte Radiopharmazeutika, die bei der Diagnose und Behandlung von Tumoren eingesetzt werden. Die Mittel aus der Finanzierungsrunde sollen nun für den Ausbau des globalen Produktions- und Fertigungsnetzwerks genutzt werden. Zudem plant das Unternehmen, sein Expertenteam zu verstärken und strategische Kooperationen mit Kliniken und akademischen Zentren in Europa und Nordamerika voranzutreiben.
Caronsale hat in einer Series-C-Finanzierungsrunde 70 Millionen Euro eingesammelt. Die Runde wurde von Northzone als neuem Investor und dem bestehenden Investor HV Capital angeführt. Zudem beteiligten sich Insight Partners, Stripes und Creandum. Hogan Lovells hat Caronsale rechtlich beraten. Das Berliner Unternehmen bietet einen digitalen B2B-Marktplatz für den Gebrauchtwagenhandel in Europa an. Mit dem frischen Kapital soll nun die Expansion in Europa vorangetrieben werden. Zudem ist geplant, das Produkt- und Serviceangebot auszubauen.
Die Frankfurter Start-up-Fabrik Futury, die Gründer in der Rhein-Main-Region unterstützt, kann sich über eine Millionenförderung vom Bund freuen. Die Innovationsplattform wurde im Rahmen eines Wettbewerbs des Bundeswirtschaftsministeriums als eine von zehn Start-up-Fabriken in Deutschland ausgezeichnet. 10 Millionen Euro, die Futury aus privatem Kapital bisher eingeworben hatte, werden mit Fördermitteln des Bundes auf bis zu 20 Millionen Euro aufgestockt.
Futury wird von einer Allianz aus 26 Unternehmen getragen. Ebenfalls beteiligt sind drei Stiftungen und vier Hochschulen, darunter die Frankfurt School of Finance & Management und die Goethe-Universität Frankfurt. Schirmherren sind die Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz und Hessen. Futury unterstützt Gründer bei den Themen Finanzierung, Produktentwicklung und Marktzugang. Im März hatte Futury das Ziel ausgegeben, 1.000 neue Start-ups im Rhein-Main-Gebiet bis zum Jahr 2030 hervorzubringen.
Rating-Meldungen
Fitch hat das „BBB–“-Rating der Deutschen Lufthansa bestätigt. Der Ausblick bleibt stabil.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
