Siemens setzt wieder auf US-Bonds
Der Technologiekonzern Siemens ist nach vier Jahren an den US-Bondmarkt zurückgekehrt. Die Münchener platzierten insgesamt 7 Milliarden US-Dollar (rund 6,15 Milliarden Euro) in sieben Tranchen. Neben zwei dreijährigen Tranchen im Volumen von 1 Milliarde Dollar beziehungsweise 500 Millionen Dollar, wählte Siemens für die XXL-Transaktion für zwei Tranchen extrem lange Laufzeiten von 30 (1,25 Milliarden Dollar) und 40 Jahren (750 Millionen Dollar).
Die Verzinsung erfolgt fix, mit Ausnahme einer der dreijährigen Tranchen. Der Zinskupon für die dreijährige fixe Tranche liegt bei 4,35 Prozent. Die 40-jährige Tranche wird mit 5,9 Prozent verzinst. Die Orderbücher über alle Tranchen hinweg waren nach Unternehmensangaben prall gefüllt. Insgesamt soll das Volumen bei über 41 Milliarden Dollar gelegen haben. Insbesondere die 40-jährige Tranche erfreute sich bei den Investoren besonderer Beliebtheit. Sie war mit über 8 Milliarden Euro in den Büchern fast elffach überzeichnet.
Die nun eingesammelten Emissionserlösen sollen für allgemeine Unternehmenszwecke genutzt werden, inklusive der Refinanzierung von aktuellen M&A-Aktivitäten. Dazu dürfte auch die im März bekanntgegebene Altair-Akquisition zählen. Siemens hatte das US-Unternehmen für stolze 10 Milliarden Dollar gekauft.
Insgesamt hat Siemens in den vergangenen Wochen rund 10 Milliarden Euro am Euro- und US-Bondmarkt platziert. Denn in der zweiten Maiwoche waren die Münchener mit gleich fünf neuen Anleihe-Tranchen im Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro am europäischen Kapitalmarkt aktiv.
Daimler Truck platziert 1 Milliarde Euro
Daimler Truck hat zwei neue Anleihen im Gesamtvolumen von 1 Milliarde Euro am Markt platziert. Die erste Tranche hat ein Volumen von 350 Millionen Euro und läuft zwei Jahre. Verzinst wird die Tranche mit einem variablen Kupon in Höhe des 3-Monats-Euribor plus einer Marge von 48 Basispunkten. Die zweite Tranche in Höhe von 650 Millionen wird mit einem festen Zinssatz in Höhe von 3 Prozent verzinst. Fällig wird die Tranche in vier Jahren.
Die Orderbücher beider Tranchen waren überzeichnet. Bei der kleinen Tranche standen am Ende 1,6 Milliarden Euro in den Büchern. Damit war sie mehr als vierfach überzeichnet. Das Orderbuch der zweiten Tranche war 2,5 Milliarden Euro schwer.
Amprion mit neuem Green Bond
Der Übertragungsnetzbetreiber Amprion hat eine neue grüne Dual-Tranche-Anleihe im Volumen von insgesamt 1 Milliarde Euro erfolgreich am Kapitalmarkt platziert. Die erste Tranche in Höhe von 500 Millionen Euro hat eine Laufzeit von 4,5 Jahren und wird mit 3 Prozent verzinst. Die zweite Tranche, ebenfalls im Volumen von 500 Millionen Euro, wird in elf Jahren fällig und hat einen Kupon von 3,875 Prozent.
Die Emission ist bei Investoren auf sehr großes Interesse gestoßen, teilt Amprion in einer Pressemitteilung mit. Der Großteil der Investoren habe einen starken Fokus auf Nachhaltigkeit. „Der erfolgreiche Zugang zum Kapitalmarkt ist eine wichtige Voraussetzung zur Finanzierung der Energiewende in Deutschland. Wir sind sehr zufrieden mit dieser erfolgreichen Transaktion“, teilt CFO Peter Rüth mit.
Die Emissionserlöse aus den neuen Anleihen sollen nun ausschließlich für nachhaltige Projekte verwendet werden, die den Kriterien des Green Finance Frameworks von Amprion entsprechen. Das Bankenkonsortium für die Transaktion bestand aus BayernLB, Commerzbank, DZ Bank, ING, Helaba, LBBW, SEB sowie Unicredit.
Volkswagen mit neuem Panda Bond
Der Automobilkonzern Volkswagen hat seinen dritten Panda Bond platziert. Der Bond hat ein Volumen von 2,5 Milliarden Renminbi (rund 306 Millionen Euro) und läuft zwei Jahre. Der Kupon beläuft sich auf 2 Prozent. Die Anleihe wurde von der Bank of China, China Construction Bank und HSBC Bank (China) gezeichnet und an institutionelle Anleger verkauft. Clifford Chance hat Volkswagen bei der Transkation beraten. Fangda Partners hat die Beratung zum Recht der Volksrepublik China übernommen.
Auch am europäischen Bondmarkt war Volkswagen in den vergangenen Wochen ziemlich aktiv. Nach zwei neuen grünen Hybridbonds im Volumen von 1,9 Milliarden Euro legten die Wolfsburger auch noch einen Green Bond in Höhe von 400 Millionen Euro nach. Der Bond läuft bis 2027 und wird variabel verzinst. Der Zinssatz ist dabei an den 3-Monats-Euribor geknüpft. Hinzu kommt eine Marge von 0,7 Prozent.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Flixtrain, eine Tochtergesellschaft des Bus- und Zugbetreibers Flix, plant die größte Investition in der Unternehmensgeschichte. Für insgesamt 2,4 Milliarden Euro haben die Münchener Hochgeschwindigkeitszüge bei dem spanischen Hersteller Talgo bestellt. Die Lokomotiven sollen von Siemen kommen. Fest zugesagt sind laut Angaben von Flix bisher jedoch lediglich Züge und Wartungsleistungen in Höhe von 1 Milliarde Euro. Das Kapital für die Investition stammt in Teilen von der Hypovereinsbank. Durch die „Übernahme eines signifikanten Anteils an Fremdkapital aus der ersten Tranche“ unterstütze man die Finanzierung des Projekts, heißt es in einer Pressemitteilung der Bank. Wie hoch diese Unterstützung ausfällt, ist nicht bekannt.
Erst kürzlich ist Südzucker nach 20 Jahren Pause an den Markt für Hybridanleihen zurückgekehrt. Nun haben die Mannheimer auch eine neue Konsortialfinanzierung abgeschlossen. Die revolvierende Kreditlinie in Höhe von 800 Millionen Euro wurde von einem Konsortium bestehend aus zwölf Banken bereitgestellt. Die Deutsche Bank war als Koordinator beteiligt, die LBBW als Konsortialagent. Die neue Finanzierung löst einen bisherigen Revolver von Südzucker in Höhe von 600 Millionen Euro ab. SZA Schilling, Zutt & Anschütz hat den Zuckerproduzenten bei der Transaktion rechtlich beraten.
Grenke hat einen neuen Bond im Volumen von 500 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Das Papier wird mit 5,25 Prozent verzinst und im Jahr 2030 zur Rückzahlung fällig. Das Orderbuch der Anleihe lag bei 850 Millionen Euro.
Die Deutsche Vermögens- und Immobilienverwaltungs GmbH (DVI) hat den ersten Green Bond in der Unternehmensgeschichte begeben. Die Schuldverschreibungen im Volumen von 350 Millionen Euro werden mit einem festen Kupon von 4,875 Prozent verzinst. Fällig wird der Bond in fünf Jahren. Die Emissionserlöse des Debüt-Bonds sollen in die Refinanzierung bestimmter förderfähiger grüner Projekte im Rahmen des Green Finance Framework von DVI fließen. Neben der Neuemission unterbreitete DVI bestehenden Anleihegläubigern eines Bonds in Höhe von 350 Millionen Euro und mit Fälligkeit im Jahr 2027 ein Rückkaufangebot. White & Case hat DVI sowohl bei der Neuemission als auch bei dem Rückkaufangebot rechtlich beraten.
Das Münchner Biotechunternehmen Isotope Technologies Munich (ITM) hat sich einen Kredit in Höhe von bis zu 262,5 Millionen US-Dollar (rund 232 Millionen Euro) gesichert. Das Geld stammt aus Fonds des US-Investors Blue Owl. Im Rahmen der Vereinbarung erhält ITM zunächst 140 Millionen US-Dollar, mit der Option weitere Tranchen auszuüben. ITM ist auf Radiopharmazeutika spezialisiert. Mit dem frischen Kapital wollen die Münchener unter anderem die Markteinführung einer ihrer Krebstherapien in den USA finanzieren. Der Zulassungsantrag bei der zuständigen US-Behörde ist für dieses Jahr geplant.
Die Wiesbadener Kalle Gruppe, ein Hersteller von industriell gefertigten Wursthüllen und Schwammtüchern, hat neue Kredite in Höhe von 165 Millionen Euro und 137 Millionen US-Dollar (rund 121 Millionen Euro) zur Refinanzierung bestehender Schulden abgeschlossen. Als Senior Lender war der Private-Debt-Investor Hayfin an der Finanzierung beteiligt. Freshfields hat Hayfin rechtlich beraten. Weitere Details zur Finanzierung sind nicht bekannt.
Das Schienengüterverkehrs- und Technologieunternehmen Helrom aus Frankfurt hat seinen ersten Green Loan in Höhe von 32,9 Millionen Euro abgeschlossen. Der Kredit hat eine Laufzeit von sieben Jahren und ist als Asset-based Finanzierung strukturiert. Bereitgestellt wurde sie jeweils hälftig von Société Générale und DAL Deutsche Anlagen-Leasing. Mit dem Kapital plant Helrom, die eignen nachhaltigen Transportaktivitäten auszubauen. Konkret sollen 120 neue Helrom-Trailerwagen angeschafft werden, die dem Unternehmen als Grundlage für sechs weitere Züge dienen.
Rating-Meldungen
S&P hat das „BBB-“-Rating von Siemens Energy bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf positiv geändert.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
