Siemens Energy löst Bund-Garantie ab
Siemens Energy hat die Garantie der Bundesregierung abgelöst, die der Absicherung des Projektgeschäfts des Unternehmens diente. Die durch den Bund besicherte Garantievereinbarung in Höhe von 11 Milliarden Euro wurde durch eine neue Fazilität im Volumen von 9 Milliarden Euro ersetzt.
Die neue Fazilität läuft fünf Jahre und wurde von einem Konsortium aus 23 internationalen Banken bereitgestellt. Zusammen mit weiteren Garantielinien soll sie künftig das Projektgeschäft des Energietechnikspezialisten absichern. Zudem wird eine bisher von der Siemens AG abgesicherte Fazilität in Höhe von 1 Milliarde Euro durch die neue Garantievereinbarung abgelöst.
„Die Rückgarantie des Bundes war 2023 wichtig, um in einer herausfordernden Phase das erwartete starke Wachstum abzusichern“, kommentiert Maria Ferraro, CFO von Siemens Energy, die Transaktion. Dank der Performance in den vergangenen zwei Jahren und einem attraktiven Marktumfeld habe Siemens Energy seine Margen und den Cashflow deutlich verbessert und zudem die eigene Bilanz weiter gestärkt. Die Bund-Garantie habe man daher wie geplant noch vor Ende des Geschäftsjahres ablösen können.
Siemens Energy war 2023 in Bedrängnis geraten. Ein erstmaliger Auftragsbestand von über 100 Milliarden Euro machte damals entsprechend hohe Garantieleistungen erforderlich, um die laufenden Großaufträge abarbeiten zu können. Jedoch waren Banken aufgrund der hohen Verluste im Windkraftgeschäft von Siemens Energy und des daraus resultierenden Risikoprofils nicht bereit, ungesicherte Garantien für das Projektgeschäft des Unternehmens bereitzustellen.
Daher sprang die Bundesregierung ein und stellte eine Rücksicherung in Form einer Bürgschaft bereit. Siemens Energy musste keine Anteile an den Bund abtreten, dieser erhielt jedoch von dem Münchener Unternehmen eine jährliche Gebühr für die Bereitstellung der Garantien in Höhe von 100 Millionen Euro. Solange der Staat dem Konzern mit Garantien beistand, durfte Siemens Energy allerdings keine Dividenden auszahlen.
Autodoc konkretisiert Börsenpläne
Der Ersatzteilhändler Autodoc wagt sich zum zweiten Mal an einen Börsengang. Das Berliner Unternehmen hat am vergangenen Freitag den konkreten Zeitplan für seinen zweiten Anlauf vorgelegt. Die Aktien von Autodoc sollen noch im laufenden Quartal im Prime Standard der Frankfurter Börse gelistet werden. Geplant ist zudem eine begleitende Privatplatzierung bestehender Aktien in Deutschland und ausgewählten anderen Ländern. Die Gründer von Autodoc und der US-Finanzinvestor Apollo Global Management trennen sich dafür von einem Teil ihrer Anteile.
Barclays, Citi, Deutsche Bank und Jefferies agieren als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners in Verbindung mit der Privatplatzierung. Apollo Capital Solutions Europe, Banco Santander und Unicredit sind ebenfalls als Joint Bookrunners beteiligt. Weitere Details zum möglichen IPO nannten die Berliner nicht.
Autodoc hatte bereits 2021 den Gang an die Börse angestrebt. Das Vorhaben scheiterte jedoch an den schlechten Marktbedingungen während der Coronapandemie. Der mögliche Börsengang wurde damals mit bis zu 5 Milliarden Euro bewertet. Wie hoch die Bewertung beim anstehenden zweiten Anlauf ausfallen könnte, ist nicht bekannt.
Scalable Capital schließt bisher größte Finanzierung ab
Der Münchener Broker Scalable Capital hat in einer Finanzierungsrunde 155 Millionen Euro eingesammelt. Nach eigenen Angaben ist es die bisher größte Finanzierung für das Unternehmen. Insgesamt haben Investoren bislang über 470 Millionen Euro in Scalable investiert. Bewertet wird das Münchener Unternehmen nun mit 1,5 Milliarden Euro, wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Informationen aus dem Umfeld von Scalable berichtet.
Angeführt wurde die neue Finanzierungsrunde von den Investoren Noteus Partners und Sofina. Auch die Bestandsinvestoren Balderton Capital, Tencent und HV Capital beteiligten sich erneut an Scalable. „Die jüngste Finanzierungsrunde ist eine klare Bestätigung und ein wichtiger Schritt auf unserem Weg, die führende Investmentplattform für Privatanleger in Europa zu werden”, teilte Erik Podzuweit, Gründer und Co-CEO von Scalable Capital, in einer Pressemitteilung zur Finanzierung mit.
Das frische Kapital soll unter anderem für den Ausbau des Geschäfts in Wachstumsmärkten wie Frankreich und Italien genutzt werden, wie das „Handelsblatt“ berichtet. Der größte Anteil solle jedoch zur Finanzierung von künftigem Wachstum zurückgehalten werden. White & Case hat die Investoren Noteus Partners und Sofina bei der Finanzierung rechtlich beraten.
Weitere Finanzierungsmeldungen
Der Automobilkonzern Mercedes-Benz hat gleich zwei Tranchen im Gesamtvolumen von 1,15 Milliarden Euro am Euro-Bondmarkt platziert. Die erste Tranche hat ein Volumen von 650 Millionen Euro und wird mit 2,5 Prozent verzinst. Fällig wird der Bond in drei Jahren. Die zweite Tranche ist mit 500 Millionen Euro etwas kleiner, läuft jedoch bis 2031 und damit doppelt so lang wie die erste Tranche. Verzinst wird die Tranche mit 3,125 Prozent. Das Bankenkonsortium für die Anleihen bestand aus Banco Santander, BayernLB, Commerzbank, Deutsche Bank, LBBW und Unicredit.
Die Deutsche Post hat einen neuen Bond im Volumen von 900 Millionen Euro am Kapitalmarkt platziert. Die Laufzeit des Bonds beträgt sieben Jahre. Der Kupon für den Bond liegt bei 3,125 Prozent. Das Orderbuch der Transaktion war mit 2,45 Milliarden Euro fast dreifach überzeichnet. Bank of America, Deutsche Bank und Société Générale bildeten das Bankenkonsortium für die Finanzierung.
Biontech hat eine milliardenschwere Partnerschaft abgeschlossen. Der Mainzer Konzern entwickelt sein Krebsmedikament „BNT327“ zukünftig zusammen mit dem US-Pharmaunternehmen Bristol-Myers Squibb (BMS). BMS zahlt für die Partnerschaft insgesamt bis zu 11,1 Milliarden US-Dollar (rund 9,7 Milliarden Euro). 1,5 Milliarden US-Dollar sollen Biontech als Vorabzahlung bereits in diesem Quartal zufließen. Das Krebsmedikament gilt bei Biontech als Hoffnungsträger. Es basiert auf dem Antikörper BNT327 und gehört zu einer neuen Klasse an Immuntherapien. Nach Bekanntgabe der Partnerschaft am vergangenen Montag schnellte die Aktie von Biontech im frühen Handel um knapp 20 Prozent nach oben.
Das Münchener Start-up Vegdog hat in einer Finanzierungsrunde 9 Millionen Euro eingesammelt. Angeführt wurde die Runde vom European Circular Bioeconomy Fund. Zudem beteiligten sich Bestandsinvestoren wie der Green Generation Fund. Vegdog hat nach eigenen Angaben als erstes Unternehmen in Deutschland ein veganes und glutenfreies Vollsortiment an Hundefutter entwickelt, das zu 100 Prozent bedarfsdeckend ist. Veganes Hundefutter gilt als umweltschonend und gute Alternative für Hunde mit Futterallergien, dennoch ist die vegane Ernährung für Vierbeiner bislang auch unter Veterinärmedizinern umstritten. Mit dem frischen Kapital wollen die Vegdog-Gründerinnen Valerie Henssen und Tessa Zaune-Figlar nun ins Ausland expandieren und ein neues Geschäftsfeld rund um veganes Katzenfutter aufbauen.
Rating-Meldungen
S&P hat das Rating von Adidas von „A-“ auf „A“ angehoben. Der Ausblick ist stabil.
Moody’s hat das „Ba2“-Rating von ZF Friedrichshafen bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf negativ geändert.
Moody’s hat das „Baa2“-Rating von Peri bestätigt. Der Ausblick wurde von stabil auf negativ geändert.
Lea Teckentrup ist Redakteurin bei DerTreasurer und FINANCE. Zuvor arbeitete sie als Wirtschaftsjuristin im Bereich Debt Capital Markets in einer internationalen Großkanzlei. Sie hat Wirtschaftsrecht im Bachelor und im Master an der Universität Osnabrück sowie an der Universität Siegen studiert.
