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Finanzierungen: Volkswagen Bank, Lenzing, Helsing 

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Die Volkswagen Bank hat erstmals Green Bonds platziert. Foto: Solarisys - stock.adobe.com
Die Volkswagen Bank hat erstmals Green Bonds platziert. Foto: Solarisys - stock.adobe.com

Green-Bond-Debüt der Volkswagen Bank

Die Volkswagen Bank hat erstmals Green Bonds platziert. Über zwei Anleihe-Tranchen im Senior-Preferred-Format sammelte die Tochtergesellschaft von Volkswagen Financial Services insgesamt 1,5 Milliarden Euro ein. Die erste Tranche in Höhe von 800 Millionen Euro wird mit 2,75 Prozent verzinst und läuft drei Jahre. Die zweite Tranche im Volumen von 700 Millionen Euro wird in sechs Jahren fällig und mit 3,5 Prozent verzinst. 

Die Debüt-Transaktion stieß bei Investoren auf reges Interesse. Die Orderbücher der Anleihen lagen in der Spitze bei über 6,6 Milliarden Euro. Mit den Erlösen sollen nun ausschließlich Finanzierungsprodukte für rein batteriebetriebene Fahrzeuge refinanziert werden. So will die Volkswagen Bank den Absatz von VW-Elektrofahrzeugen unterstützen.  

Lenzing will Hybridanleihe umtauschen

Der österreichische Faserspezialist Lenzing beabsichtigt den Umtausch einer im Jahr 2020 begebenen Hybridanleihe im Volumen von 500 Millionen Euro. Den Investoren wird ein Umtausch im Verhältnis von 90 Prozent des Nennwertes in eine neue Hybridanleihe sowie eine Barabfindung von 10 Prozent des Nennwertes angeboten. Die Umtauschfrist läuft noch bis 2. Juli.  

Laut „Börse Frankfurt“ wird der jährliche Kupon für die neue Hybridanleihe bei voraussichtlich 9 bis 9,5 Prozent liegen. Dies wäre signifikant mehr als die 5,75 Prozent, mit denen die 2020-Hybridanleihe verzinst wird. Dennoch erhofft sich Lenzing von der Transaktion, das eigene Verschuldungsprofil zu optimieren und die Finanzierungskosten zu verbessern. 

Neue Finanzierungsspritze für KI-Rüstungs-Start-up Helsing

Das Münchener KI-Rüstungsunternehmen Helsing hat im Rahmen einer Serie-D-Finanzierungsrunde 600 Millionen Euro von Investoren eingesammelt. Laut „Financial Times“ liegt die Bewertung von Helsing damit bei rund 12 Milliarden Euro, womit es zum wertvollsten Start-up Deutschlands aufsteigt. Angeführt wurde die Finanzierung von dem Start-up-Investor Prima Materia, hinter dem der Spotify-Gründer Daniel Ek steht. Die neue Finanzierungsrunde folgt auf eine Serie-C-Runde im Juli 2024, bei der Helsing 450 Millionen Euro bekommen hat. 

Weitere Finanzierungsmeldungen

Der Onlinehändler für Auto-Ersatzteile Autodoc hat die Preisspanne für seinen am 25. Juni geplanten Börsengang festgelegt. Die Berliner streben 58 bis 61 Euro je Aktie an, was einer Bewertung von bis zu 2,4 Milliarden Euro entspricht. Über ein Private-Placement-Verfahren sollen Aktien im Wert von bis zu 464 Millionen Euro auf den Markt kommen. Der Streubesitz läge damit bei maximal 19 Prozent.  

Das Biotech-Unternehmen Formycon will seine erste Anleihe platzieren. Die Oberbayern wollen über einen unbesicherten und variabel verzinsten Bond 50 Millionen Euro einsammeln. Die Zeichnungsfrist läuft noch bis 27. Juni. Begleitet wird die Transaktion von IKB und Pareto Securities. 

Blue Elephant Energy, ein auf Wind- und Solarparks spezialisiertes Unternehmen aus Hamburg, hat von der französischen Investmentgesellschaft eine Finanzierung in Höhe von 200 Millionen Euro erhalten. Das Geld wird in Form einer HoldcoStruktur bereitgestellt, wobei die Möglichkeit einer Erhöhung um weitere 200 Millionen Euro besteht. 

Das auf Lehrtechnologie spezialisierte Start-up A2zebra hat in einer Seed-Finanzierungsrunde rund 2,5 Millionen Euro eingesammelt. Das Kapital soll in die Weiterentwicklung eines digital-haptischen Mathe-Lernspielzeugs fließen. Zu den neuen Investoren zählen unter anderem Dieter von Holtzbrinck Ventures (DvH Ventures) und das Schadeberg Family Office. 

Das Kölner Fintech NaroIq konnte sich im Zuge einer Seed-Finanzierung 6,5 Millionen US-Dollar (5,85 Millionen Euro) sichern. Das Geld, unter anderem bereitgestellt von General Catalyst und Redstone, soll für den weiteren Ausbau der digitalen ETF- und Fondsinfrastruktur genutzt werden 

Die Howoge Wohnungsbaugesellschaft hat ihren im Frühjahr 2024 emittierten Social Bond um 200 Millionen Euro aufgestockt. Das Gesamtvolumen der sechsjährigen Anleihe liegt damit nun bei 500 Millionen Euro. Laut ING, die die Transaktion begleitete, war das Orderbuch rund fünfmal überzeichnet.  

Das Bauunternehmen Xella arbeitet laut einem Bericht der Ratingagentur S&P an einer Verlängerung seines Term Loan B im Volumen von 1,66 Milliarden Euro um drei Jahre bis April 2031. Zudem soll eine Revolving Credit Facility (RCF) in Höhe von 283 Millionen Euro ebenfalls um drei Jahre bis Oktober 2030 verlängert werden.  

Rating-Meldungen

Scope hat das Rating für Uniper von BBB- auf BBB angehoben, der Ausblick ist stabil. 

Philipp Hafner ist Redakteur bei FINANCE. Er hat Volkswirtschaftslehre an der Universität Bayreuth sowie an der University of Amsterdam studiert. Vor FINANCE arbeitete Philipp Hafner mehr als sechs Jahre bei der Verlagsgruppe Knapp/Richardi, zunächst als Volontär, anschließend dann als Redakteur für die Fachzeitschrift „Immobilien & Finanzierung“.