„Es gibt kaum ein Produkt, das man so opportunistisch bepreisen kann wie den Kredit“, findet der Finanzierungsberater Richard Rösener. Und tatsächlich sorgt allein schon die Vertraulichkeit von Kreditverträgen dafür, dass die Konditionen sehr individuell sind und sich mitunter auch zwischen vergleichbaren Unternehmen stark unterscheiden. „Ich habe schon CFOs kennengelernt, die über hundert Basispunkte zu viel für ihren Kredit bezahlt haben“, erzählt Rösener, der nach fast 15 Jahren bei verschiedenen Banken vor über zehn Jahren die Finanzierungsberatung Cubus Partners gegründet hat.
Fast alle Fälle, die Rösener kennt, haben gemeinsame Merkmale: Die Unternehmen kommen aus dem Mittelstand, ihre Bankbeziehungen sind stark beziehungs- oder vertrauensgetrieben, und meist arbeiten die Firmen auch nur mit einer oder zwei Banken. „CFOs sollten Finanzierung aber als ein Produkt wahrnehmen, das sich optimieren lässt“, rät Rösener.
Der beste Anlass, um das „Produkt Finanzierung“ zu optimieren, biete sich, wenn die Finanzierung größer werde und sich in ein größeres Konsortium weiterentwickeln ließe, etwa anlässlich einer Akquisition oder einer großen Investition. „Dann übersteigt das benötigte Finanzierungsvolumen ohnehin oft das Limit der bestehenden Partner, und das sollte der CFO nutzen, um die Kreditbedingungen zu verbessern.“ Für FINANCE nennt Rösener die wichtigsten Tipps, wie sich Kreditkonditionen durch geschicktes Verhandeln verbessern lassen.
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