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Bayer-CFO Johannes Dietsch sammelt 1,5 Milliarden Euro ein

Bayer-CFO Johannes Dietsch tilgt einen Teil der Monsanto-Schulden. Dazu nutzt er den Höhenflug der Covestro-Aktie, um ein Aktienpaket des Bayer-Spin-offs im Wert von 1,5 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren zu platzieren.
Bayer AG

Der Leverkusener Pharmariese Bayer lockert die Bindung zu seinem im MDax notierten Spin-off Covestro. CFO Johannes Dietsch hat in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch den Höhenflug der Covestro-Aktie genutzt und 22 Millionen Covestro-Papiere im Wert von rund 1,5 Milliarden Euro bei institutionellen Investoren platziert. Das gab das Unternehmen am heutigen Mittwoch bekannt.

Organisiert hatten die Platzierung die Deutsche Bank und die Schweizer UBS. Die Investoren bezahlten 66,50 Euro pro Aktie, was dazu führte, dass die Covestro-Aktie heute Vormittag um rund 7 Prozent auf rund 66 Euro einbrach.

Bayer bleibt der Eigentümer von Covestro

Das platzierte Aktienpaket entspricht 10,9 Prozent der Covestro-Aktien. Bayer steigt damit zwar noch nicht komplett bei seinem Spin-off aus, reduziert seinen Anteil aber deutlich von 64,2 auf nun 53,3 Prozent. Das bringt CFO Dietsch den Vorteil, dass er Covestro weiterhin vollständig konsolidieren und von dessen Gewinn- und Cashflow-Entwicklung profitieren kann. Erst wenn Bayer weniger als 50 Prozent hält und damit die Kontrolle über Covestro abgegeben hat, darf der Konzern seine Tochter nicht mehr vollständig konsolidieren. 

Einen konkreten Zeitpunkt für die vollständige Trennung nannte Bayer nicht. Diese solle in den nächsten Jahren vollständig erfolgen, heißt es in der Mitteilung. Innerhalb der nächsten 90 Tage wird das aber auf jeden Fall nicht geschehen, denn wie bei solchen Ausplatzierungen üblich, hat sich Bayer dazu verpflichtet, in diesem Zeitraum keine weiteren Covestro-Aktien zu verkaufen.

Für das MDax-Unternehmen Covestro verbessern sich durch die Ausplatzierung die Chancen, in den Dax aufzusteigen, da der für einen Aufstieg relevante Streubesitz der Covestro-Aktien nun bei rund 47 Prozent liegt. 

Bayer will mit Covestro-Erlös Monsanto-Schulden tilgen

Mit den erlösten 1,5 Milliarden Euro will Bayer die Verschuldung senken. Diese steigt durch die 66 Milliarden Euro schwere Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto stark an. 19 Milliarden Euro will Dietsch über eine Kapitalerhöhung einsammeln, die noch bis zu dem angestrebten Closing des Deals Ende diesen Jahres erfolgen soll. Für die restlichen 57 Milliarden Euro hatte der Bayer-CFO zunächst einen Brückenkredit aufgenommen, den er im Oktober vergangen Jahres an mehr als 20 Banken syndiziert hat

Ein Teil davon soll durch Pflichtwandelanleihen abgelöst werden. Mitte November musste Dietsch einen Dämpfer hinnehmen und seinen Investoren bei der Platzierung unerwartet große Zugeständnisse machen. Für die 4 Milliarden Euro schwere Anleihe muss der Bayer-CFO 5,625 Prozent Zinsen bezahlen, was dem oberen Ende der angepeilten Preisspanne entspricht.

Eine vollständige Trennung von den verbliebenen 53 Prozent an Covestro würde Bayer nach aktuellen Konditionen rund sieben Milliarden Euro einbringen.

Info

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