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Das sind die aktivsten Shortseller in Deutschland

Shortseller wetten so viel auf deutsche Unternehmen wie nie zuvor. Besonders aktiv waren die Shorties im Februar.
Milen Dobrev / iStock / Thinkstock / GettyImages

Hedgefonds spekulieren immer mehr auf sinkende Aktienkurse deutscher Unternehmen. 2.241 mal haben Shortseller in Deutschland in der ersten Jahreshälfte zugeschlagen. Das ergibt eine Auswertung der im Bundesanzeiger veröffentlichten Daten durch FINANCE. Damit waren die Leerverkäufe rund 44 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum – zum 30. Juni 2015 veröffentlichte der Bundesanzeiger nur 1.551 Trades. Im ersten Halbjahr 2014 waren es noch bescheidene 713 Wetten auf fallende Kurse.

Shortseller leihen sich Aktien von Unternehmen bei Banken und Brokerhäusern, um die Anteile anschließend zu verkaufen. Ist der Kurs wie erhofft gesunken, kaufen sie die Aktien, die sie nie besaßen, billiger und geben sie zurück. Seit März 2012 müssen Leerverkäufe dieser Art im Bundesanzeiger, ein Verkündungsportal der Bundesrepublik Deutschland, veröffentlicht werden, wenn sie mindestens 0,5 Prozent des ausstehenden Aktienvolumens des betroffenen Unternehmens ausmachen. Die Statistik erfasst damit zwar nicht alle Leerverkäufe, aber die größten Trades.

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Der Aufstieg der Shortseller

Quelle:Bundesanzeiger, Stand 30. Juni 2016

Im Februar gab es die meisten Shortseller-Attacken

Die meisten Trades erfolgten zu Jahresbeginn, allein 42 Prozent gingen im Januar und Februar ein. Der höchste Leerverkauf überhaupt stammt ebenfalls aus dem Februar: Immersion Capital wettete auf 4,73 Prozent der Aktien der Heidelberger Druckmaschinen.

Damit war Immersion zwar der größte, jedoch nicht der aktivste Shortseller im ersten Halbjahr. Wie die folgende Tabelle zeigt, darf sich diese Krone die 2007 von dem ehemaligen Millennium-Manager Igor Tulchinsky gegründete Investmentgesellschaft World Quant aufsetzen. Die in Greenwich sitzenden Amerikaner handelten im ersten Halbjahr insgesamt 277 Mal.

Auf dem zweiten Platz folgt der Londoner Hedgefonds Marshall Wallace mit 258 Trades. Die Investmentmanager von Blackrock komplettieren das Siegertreppchen mit 228 Handelseinträgen. Die Blackrock-Tochter Institutional Trust Company steuerte allerdings weitere 70 Trades bei, sodass die Blackrock-Gruppe auf insgesamt rund 300 Leerverkäufe kommt.

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The big Shorties

Quelle:Bundesanzeiger, Stand 30. Juni 2016

Hedgefonds dominieren Shortseller-Szene

Die Top 3 der Shorties liegt damit eng beisammen und steht in Summe hinter 34 Prozent aller im Bundesanzeiger veröffentlichten Leerverkaufsaktivitäten. Nach ihnen kommt lange nichts: AQR Capital Management und Two Creeks Capital Management teilen sich den vierten Platz und konnten je 86 Trades verbuchen. Tulchinskys ehemaliger Arbeitgeber Millennium International Management handelte 78 mal.

Die deutsche Shortseller-Szene wird von Hedgefonds und Asset Managern dominiert. Unter den 20 aktivsten Shortsellern befinden sich lediglich zwei Bankenableger. Das erste Geldhaus taucht auf dem neunten Platz auf: JP Morgan Asset Management handelte 69 Mal, UBS O’Connor belegt mit 32 offengelegten Trades den vierzehnten Platz.

Muddy Waters und das schlechte Image der Shortseller

Shortseller sind in Deutschland in der ersten Jahreshälfte schlagartig ins Visier der Öffentlichkeit gerückt. Für viel Aufregung sorgt etwa der Hedgefonds Muddy Waters, der im ersten Halbjahr in einem Research-Bericht schwere Vorwürfe gegenüber dem Kölner Medienkonzern Ströer erhob und anschließend von dem massiven Kurssturz der Aktie profitierte. (Muddy Waters ist im Ranking der zwanzig aktivsten Shorties allerdings nicht vertreten).

Der Zahlungsverkehrsspezialist Wirecard sah sich ähnlich schweren Anschuldigungen ausgesetzt, ebenso Stada und Volkswagen. Alles über die Strategien der Shortseller und darüber, wie CFOs auf aktivistische Investoren reagieren können, steht in der aktuellen Titelgeschichte der FINANCE-Ausgabe Juli/August

philipp.habdank[at]finance-magazin.de

Info

Die Shortseller sind nur ein Teil der aktivistischen Investoren. Erfahren Sie mehr über die strategischen Pläne hinter den Angriffen auf deutsche Unternehmen in der aktuellen Ausgabe Juli/August des FINANCE-Magazins

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