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Klageaktionär Klaus Zapf ist tot

Der Berliner Umzugsunternehmer und bekannte Klageaktionär Klaus Zapf ist im Alter von 62 Jahren verstorben.
Jupiterimages/Thinkstock / Getty Images

Der Unternehmer Klaus Zapf, der ein erfolgreiches Umzugsunternehmen aufgebaut hat, ist im Alter von 62 Jahren in Berlin einem Herzinfarkt erlegen. Zapf hatte bereits vor vierzehn Jahren die erste Herzattacke erlitten und seitdem mit den Folgen seiner Herzschwäche zu kämpfen gehabt.

Zapf pflegte einen ausgefallenen Lebensstil: Er lebte in bescheidensten Verhältnissen in einer kleinen Wohnung auf dem Firmengelände, ließ sich nur einen minimalen Geschäftsführerlohn auszahlen und betätigte sich als nächtlicher Flaschensammler, um das Leergut am nächsten Morgen häufig in einer Netto-Filiale gegen kleine Einkäufe einzutauschen.

Klaus Zapfs Motto: „Ich verklage jeden“

Zahlreiche Firmenchefs und CFOs haben den mit der linken Szene sympathisierenden Zapf, der mit Rudi Dutschke befreundet gewesen war, aber auch als unangenehmen Widersacher auf Hauptversammlungen kennengelernt. Zapf gehörte zu der kleinen, aber gefürchteten und verhassten Gruppe der „Klageaktionäre“. Diese rund 40 Aktivisten nutzen immer wieder Hauptversammlungen, um mit juristischen Einwänden geplante Beschlüsse und Transaktionen zu verzögern oder zu verteuern.

Klaus Zapf verklagte unter anderem die Stahlkonzerne Thyssen Krupp und Salzgitter, die Versicherungsriesen Allianz und Axa sowie den Springer-Konzern, sein Feindbild aus alten Hausbesetzerzeiten. Zapf klagte häufig auch im Zusammenhang mit der Zwangsabfindung von Minderheitsaktionären („Squeeze out“). 

Im Zuge von Einigungen mit den verklagten Unternehmen strich Zapf zum Teil hohe Summen ein – manchmal waren seine Forderungen so hoch, dass die Gerichte eingeschaltet wurden. Im Jahr 2007 verurteilte ihn das Landgericht Frankfurt wegen Rechtsmissbrauchs zu Schadenersatz, nachdem er zur Beilegung einer Klage gegen die Firma Nanoinvests aus Sicht des Gerichts unverhältnismäßig viele Aktien gefordert hatte. Zapf ließ sich davon aber nicht beeindrucken: „Ich verklage eh jeden“ war einer seiner Leitsprüche.

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