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Mister Spex strebt an die Börse

Das Management von Mister Spex will die Berliner an die Börse bringen. Von links nach rechts: Co-CEO Dirk Graber, Co-CEO Mirko Caspar, CHRO Maren Kroll und CFO Sebastian Dehnen.
Mister Spex SE

Mister Spex macht ernst mit den Börsenplänen: Der Online-Optiker hat am heutigen Montagmorgen verkündet, seinen kolportierten IPO an der Frankfurter Börse im dritten Quartal vollziehen zu wollen. Dieser solle aus einer Kapitalerhöhung und bestehenden Aktien von bestimmten Altaktionären bestehen. Um welche Investoren es sich handelt, ist nicht bekannt. Auf FINANCE-Anfrage wollte sich Mister Spex hierzu nicht äußern.

Mister-Spex-IPO soll 225 Millionen Euro bringen

Insgesamt sollen den Berlinern durch die Ausgabe der neuen Aktien brutto 225 Millionen Euro zufließen. Ein Teil des angestrebten Emissionserlöses aus dem Verkauf der neuen Aktien soll laut Unternehmensangaben zur Rückführung eines Überbrückungskredits verwendet werden. Wozu dieses Darlehen dient und welches Volumen der Kredit hat, wollte Mister Spex ebenfalls nicht kommentieren.

Neben der Rückzahlung des Brückendarlehens will das Management von Mister Spex die IPO-Mittel für Wachstum ausgeben: „Der Börsengang ist für uns der nächste logische Schritt“, sagt Gründer und Vorstand Dirk Graber. Aufgrund seines Online-Geschäfts konzentriert sich Mister Spex vorwiegend auf die Optimierung der digitalen Prozesse. Durch Investitionen will das Unternehmen etwa die 3D-Online-Anprobe von Brillen verbessern.

Sebastian Dehnen ist neuer Finanzvorstand

Mister Spex wurde 2007 unter anderem von Graber gegründet, der bis heute Vorstandschef ist. Diese Position füllt er zusammen mit Co-CEO Mirko Caspar aus, der 2011 zum Unternehmen gestoßen ist.

Seit kurzem hat Mister Spex auch einen Finanzvorstand: M&A-Spezialist Sebastian Dehnen ist in die Position aufgestiegen, wie das Unternehmen Anfang Juni verkündet hat. Die Finanzen verantwortet er bereits seit August vergangenen Jahres. Der Finanzchef kam von dem kalifornischen Unternehmen Autogravity, wo er als CFO für die Einführung eines App-basierten Abo-Modells mitverantwortlich war.

Nun muss Dehnen die Investoren gemeinsam mit seinen Management-Kollegen von der Wachstumsstory von Mister Spex überzeugen. Der Umsatz der Berliner entwickelte sich zuletzt positiv, wuchs 2020 im Vergleich zu 2019 um 18 Prozent auf 164 Millionen Euro. Laut Mister Spex schrumpfte der europäische Brillenmarkt im gleichen Zeitraum um 13 Prozent.

Im ersten Quartal 2021 konnte Mister Spex seine Umsätze im Vergleich zum ersten Quartal 2020 sogar um 27 Prozent auf 44 Millionen Euro steigern. Der adjustierte operative Gewinn vor Abschreibungen (Ebitda) lag in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei 700.000 Euro, nachdem die Berliner im Vorjahreszeitraum noch 900.000 Euro Verlust angehäuft hatten.

Allerdings bereinigt Mister Spex das Ebitda um anteilsbasierte Vergütungsaufwendungen und Einmaleffekte, die laut einer Unternehmenssprecherin nicht Teil des normalen Geschäftsverlaufs seien. Im vergangenen Jahr haben die Berliner indes noch keine Gewinne erwirtschaftet: Laut Zahlen aus dem „Bundesanzeiger“ lag der Vorsteuerverlust im Jahr 2020 noch bei rund 10 Millionen Euro.

Mister Spex ist Marktführer im Omnichannel-Ansatz

Der Fielmann-Konkurrent hofft nun, von einigen Markttrends profitieren zu können und wirbt damit bei den Investoren. So wertet Mister Spex den Online-Anteil von 12,6 Prozent bei Korrektionsbrillen im europäischen Brillenmarkt als gering. Zudem wachse durch die Ausweitung der Bildschirmzeit und die steigende Nutzung digitaler Geräte die Zahl kurzsichtiger Menschen, was die Geschäfte ankurbeln soll.

CFO Dehnen gibt sich erwartungsgemäß selbstbewusst: „Durch den konsequenten Omnichannel-Ansatz ist es uns in den vergangenen Jahren gelungen, stets deutlich stärker zu wachsen als der vergleichbare Brillenmarkt“, wird er in der IPO-Mitteilung zitiert. „Unsere Profitabilität haben wir dabei kontinuierlich verbessert.“

Barclays, Berenberg und Jefferies fungieren bei dem Börsengang als Joint Global Coordinators und Joint Bookrunners. Bryan Garnier und Commerzbank wurden als weitere Joint Bookrunners und Quirin Privatbank als Co-Lead Manager mandatiert.

Jan.schuermann[at]finance-magazin.de

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