Nicht mehr Finanzvorstand bei der Hamburg Commercial Bank: Oliver Gatzke

Hamburg Commercial Bank

02.09.20
CFO

CFO-News: Hamburg Commercial Bank, Mister Spex, Juwi

Die Hamburg Commercial Bank braucht einen neuen CFO, der Omnichannel-Optiker Mister Spex hat mit Sebastian Dehnen bereits einen gefunden und auch beim Windparkprojektierer Juwi gab es einen CFO-Wechsel.

CFO Oliver Gatzke verlässt HCOB

Die Hamburg Commercial Bank (HCOB) muss sich einen neuen Finanzvorstand suchen: Wie die Bank mitteilte, legte Finanzchef Oliver Gatzke sein Amt als Vorstandsmitglied zum 31. August nieder. Gatzke war im Vorstand der Bank als CFO und Chief Technical Officer (CTO) tätig und verantwortete in dieser Funktion die Ressorts Finanzen, IT und Transaction Banking. Gatzke wird dem HCOB-Aufsichtsrat noch bis Ende dieses Jahres als Berater zur Verfügung stehen.

Wohin es den 52-Jährigen zieht, ist nicht bekannt. Seinen Rücktritt begründet er so: „Mit meinem Schritt, die Bank zu verlassen, möchte ich meinen Beitrag dazu leisten, dass bereits jetzt auch die Governance-Strukturen an das neue Format der Bank angepasst werden können.“ Einen Nachfolger für Gatzke haben die Hamburger noch nicht bekanntgegeben.

„Herr Gatzke hat die Privatisierung der Bank erfolgreich mit auf den Weg gebracht und zu ihrer finanziellen Restrukturierung federführend beigetragen. Zudem hat Herr Gatzke zusätzlich als CTO die umfangreiche Business- und IT-Transformation einschließlich der strategischen Digitalisierungsprojekte der Bank verantwortet. Für die hervorragenden Ergebnisse seiner Tätigkeit und die sehr gute, vertrauensvolle Zusammenarbeit gilt ihm mein besonderer Dank“, sagte Aufsichtsratschef Juan Rodríguez Inciarte.

Oliver Gatzke leitete seit 2013 den Bereich Finanzen bei der damaligen HSH Nordbank. Rund drei Jahre später wurde der 52-Jährige zum CFO der HSH Nordbank ernannt. Seit April 2019 war Gatzke auch CTO der Hamburger Bank, die nach der Privatisierung in Hamburg Commercial Bank umbenannt wurde. Seine Karriere startete er im Firmenkundengeschäft der Deutschen Bank. Bevor er zur HCOB wechselte, arbeitete er bei dem Big-Four-Haus KPMG und beriet Finanzdienstleister bei Transaktions- und Restrukturierungsfragen.

Mister Spex holt M&A-erfahrenen CFO

Mister Spex hat einen neuen Finanzchef: Wie der Omnichannel-Optiker mitteilte, ist Sebastian Dehnen seit August CFO bei den Berlinern. Dehnen verantwortet die Ressorts Finance und Legal und berichtet an Gründer und Geschäftsführer Dirk Graber. Der promovierte Wirtschaftswissenschaftler kommt von dem kalifornischen Unternehmen Autogravity, wo er als CFO für die Einführung eines App-basierten Abo-Modells mitverantwortlich war.

Davor war Dehnen in verschiedenen CFO-Positionen tätig, unter anderem bei dem Carsharing-Anbieter Car2go sowie bei Moovel, einem Joint-Venture von BMW und Daimler. In diesen Funktionen war er unter anderem für M&A-Aktivitäten der Unternehmen tätig und verantwortete beispielsweise den M&A-Prozess des Mobility Mergers zwischen BMW und Daimler.

Sebastian Dehnen tritt die Nachfolge von Tobias Streffer an, den Mister Spex zum Chief Data & Corporate Development Officer (CDO) ernannt hat. In seiner neuen Funktion soll er die Themen Data Management und Corporate Development speziell im Bereich Business Intelligence vorantreiben. Auch er berichtet an Graber. Streffer war seit über neun Jahren für Mister Spex tätig und hat die Bereiche Finance und Legal maßgeblich aufgebaut und weiterentwickelt, so die Berliner.

Juwi macht Stephan Küßner zum CFO

Veränderungen im Finanzbereich von Juwi: Wie die Muttergesellschaft MVV Energie mitteilte, ist Stephan Küßner neuer Finanzchef des Pfälzer Windparkprojektierers. Er hat seinen Posten am 1. September angetreten. Küßner folgt auf Dagmar Rehm, die dem Vorstand seit Januar 2017 angehörte. Der 46-Jährige ist bereits seit 2008 für die MVV Energie tätig, wo er zuletzt als Leiter der Stabsabteilung „Projektentwicklung erneuerbare Energien“ arbeitete. Davor war er im Strategiebereich des MVV-Konzerns aktiv. Seine Karriere startete der Finanzchef nach einem VWL-Studium und einer Promotion bei der Unternehmensberatung PwC.

Plötzlicher Abgang von Aurelius-CFO Schiefer

Der Turnaround-Investor Aurelius muss ohne Finanzchef Steffen Schiefer auskommen. Der CFO hat das Amt aus gesundheitlichen Gründen mit sofortiger Wirkung niedergelegt, teilte die Beteiligungsgesellschaft am Dienstag mit. „Wir bedauern das Ausscheiden von Herrn Schiefer außerordentlich und danken ihm sehr für sein jahrelanges und unermüdliches Engagement und die Zusammenarbeit beim Aufbau der Aurelius Gruppe. Wir wünschen ihm alles erdenklich Gute und viel Kraft“, ließ sich Aufsichtsratschef Dirk Roesing zitieren.

Die Suche nach einem Nachfolger hat bereits begonnen. In der Zwischenzeit teilen sich die verbliebenen vier Vorstände die Finanzaufgaben. Schiefer ist seit dem Jahr 2008 bei Aurelius beschäftigt und baute bei dem Grünwalder Unternehmen zunächst als Director Finance den Finanzbereich mit auf. 2012 stieg er zum CFO auf und verantwortete seitdem die Bereiche interne und externe Rechnungslegung sowie Steuern, Treasury, Bewertung und Revision. Seit Dezember 2017 war Schiefer Teil des Aurelius-Vorstands um CEO Dirk Markus. 

Weitere Personalien

Planänderung für Fabiola Fernandez Grund: Ursprünglich sollte die Finanzchefin des Dienstleisters Gegenbauer in den Vorstand von K+S einziehen und dort als Arbeitsdirektorin den Bereich IT sowie die Einheit Operations and Technical Excellence Center verantworten. Nun hat der Düngemittelhersteller bekanntgegeben, dass Fernandez Grund ihr bereits zugesagtes Mandat im nächsten Jahr nicht antreten wird. Als Grund führt K+S die Redimensionierung des Vorstands an, dem somit weiterhin CEO Burkhard Lohr, CFO Thorsten Boeckers und COO Mark Roberts angehören. Bis auf Weiteres soll kein weiteres Vorstandsmitglied eingestellt werden. Ein Nachfolger für Fernandez Grund steht noch nicht fest, so Gegenbauer.

CFO-Wechsel bei Forbo: Wie der Bodenbelägehersteller mitteilte, wird Andreas Jaeger neuer Finanzchef des Unternehmens. Er ersetzt den derzeitigen CFO Urs Uehlinger, der Forbo in den kommenden Monaten verlassen wird. Uehlinger will neue Herausforderungen außerhalb der Gruppe übernehmen. Jaeger wird seine Position am 1. Januar 2021 antreten. Der 48-jährige Schweizer war zuvor bei dem Sanitäranlagenhersteller Geberit als Corporate Controller tätig. Davor arbeitete er in verschiedenen Finanzfunktionen bei dem Baustoffhersteller Holcim.

CFO Mariusz Dabrowski verlässt das Kredit-Start-up Monedo. Wie das Nachrichtenportal „Finance Forward“ schreibt, hat der Finanzchef seinen Rücktritt bereits im April angekündigt. Nun scheide er aus persönlichen Gründen aus dem Unternehmen aus. Damit war Dabrowski rund zwei Jahre im Amt. Er stieg 2018 bei Monedo (ehemals Kreditech) ein, um das Fintech gemeinsam mit CEO David Chan zu restrukturieren. Davor arbeitete Dabrowski unter anderem für KPMG und die niederländische ING Bank. Ob Monedo bereits einen Nachfolger für Dabrowski gefunden hat, ist nicht bekannt.

Bonial hat einen neuen Finanzchef: Wie die Plattform für digitale Angebotskommunikation mitteilte, ist Francis Felice neuer CFO bei den Berlinern. Der 43-Jährige folgt bei Bonial auf Ellen Katharina Scheithauer, die sich nach rund drei Jahren im Unternehmen neuen Aufgaben widmen möchte. Felice kommt von dem Software-Entwickler Cellebrite, für das er unter anderem als CFO für die Region Americas sowie als Global Vice President of Finance tätig war. Bonial ist unter anderem für die Online-Prospekte von „Kaufda“ und „Meinprospekt“ bekannt.

FINANCE-Köpfe

Mariusz Dabrowski, Monedo Holding GmbH

Mariusz Dabrowski startet seine Karriere 1997 als Bankberater bei der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Um die Jahrtausendwende wechselt der gebürtige Pole zur ING ins Controlling, wo er acht Jahre bleibt. 2007 geht Dabrowski zum Finanzdienstleister Provident Polska, bei dem er verschiedene Führungspositionen im Finanzbereich einnimmt. Zwischen 2009 und 2016 durchläuft er im Zuge dieser Tätigkeit Auslandsaufenthalte in Bulgarien und Spanien.

2016 wechselt Dabrowski zum Konsumentenkreditvermittler Home Credit nach Indien. Zwei Jahre später zieht es den Manager zurück nach Europa: Er wird CFO des Online-Kreditvermittlers Kreditech in Hamburg, der sich Anfang 2020 in Monedo umbenennt. Im April 2020 verlässt Dabrowski das Hamburger Unternehmen „aus persönlichen Gründen“.

zum Profil

Aufstieg für Matthias Heck: Wie die Deutsche Hospitality mitteilte, wird der CFO und Arbeitsdirektor kommissarisch die Geschäfte von CEO Thomas Willms übernehmen, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch hin verlässt. Einen Nachfolger für ihn will das Unternehmen in den nächsten Wochen bekanntgeben. Zur Deutschen Hospitality gehören unter anderem die Steigenberger Hotels.

Peter Klingspor wird neuer CFO des Versicherers Darag. Wie die Hamburger mitteilten, ist Klingspor bereits seit dem 1. September im Amt. Zuvor war Klingspor Geschäftsführer des Softwareunternehmens Precire Technologies, das zur HDI-Gruppe gehört. Außerdem war er bei dem Versicherer Talanx in verschiedenen leitenden Positionen tätig, darunter als CFO der Talanx Deutschland sowie als Leiter Strategie und Unternehmensentwicklung der Talanx-Gruppe. Seine Karriere startete der CFO im Jahr 1992 als Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei KPMG.

Warteck Invest hat Daniel Lanfranconi zum neuen CFO ernannt. Der 39-jährige Betriebsökonom und diplomierte Wirtschaftsprüfer wird ab dem 1. März 2021 die Nachfolge von Stefan Hilber antreten, ließ die Schweizer Immobiliengesellschaft mitteilen. Laut seinem LinkedIn-Profil ist Lanfranconi derzeit Head of Corporate Accounting and Financial Reporting bei der Bühler Group.

Michael Fuchs scheidet aus dem Vorstand von Nanorepro aus. Wie der Schnelldiagnostiker mitteilte, hat Fuchs den Vorstand Ende August im gegenseitigen Einvernehmen verlassen. Sein Nachfolger ist Stefan Pieh, er wird sein Amt am 1. Januar 2021 antreten. Pieh ist Nanorepro zufolge seit fast 15 Jahren in der Banken- und Finanzbranche tätig und kennt sich in den Bereichen Finanzen und Recht aus. Bis zu seinem Amtsantritt wird Fuchs dem Unternehmen beratend zur Verfügung stehen.

martin.barwitzki[at]finance-magazin.de 

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