Immer mehr Private-Equity-Manager machen sich selbstständig.

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27.09.17
Finanzierungen

Private-Equity-Gründer sind im Kommen

Eine Fülle neuer Häuser mischt den deutschen Private-Equity-Markt auf. Das hat gute Gründe, sagt der Private-Equity-Headhunter Rupert Bell – und warnt zugleich vor einer Blase.

Weltweit drängt immer mehr Geld in die Assetklasse Private Equity. Das lässt auch in Deutschland immer neue Finanzinvestoren entstehen. FINANCE-Informationen zufolge sind hierzulande in den letzten vier Jahren insgesamt rund 50 neue PE-Häuser an den Markt gegangen. „Das ist eine sehr hohe Zahl, die man durchaus als Beleg für eine ungesunde Euphorie in der Branche betrachten kann“, findet Rupert Bell, Deutschlandchef bei der auf Private Equity spezialisierten Personalberatung PER, kritische Worte für diese Entwicklung.

Bell nennt einen entscheidenden Vorteil der neuen Spieler: „Rückblickend betrachtet ist der erste Fonds eines Private-Equity-Hauses oft der erfolgreichste“, sagt Bell, der früher selbst in der Branche tätig war. „Aus meiner Sicht hat das viel damit zu tun, dass das Team sich zu diesem Zeitpunkt noch beweisen muss – und die Partner noch nicht reich sind.“

Deutsche Investorenkonferenz 2017

Private Equity fließt immer mehr Geld zu. Die Folge: Die Konkurrenz um Zukaufsziele wird schärfer. Das treibt Kaufpreise und Leverage-Grade in die Höhe und macht es den Private-Equity-Häusern damit immer schwerer, den Wert ihrer Beteiligungen über die Haltedauer hinweg zu steigern. Wie die Branche damit umgeht, diskutieren namhafte Fondsmanager auf der Deutschen Investorenkonferenz am 13. November in Frankfurt. Hier geht es zu Programm und Anmeldung »

Ankündigung zur 14. Deutschen Investorenkonferenz

Private-Equity-Gründer setzen auf Deal-by-Deal-Strukturen

Damit trifft auf Nachfrageseite eine Rekordmenge an Kapital auf eine statistisch hohe Chance, dass dieses Kapital – selbst an den hohen Private-Equity-Maßstäben gemessen –  überdurchschnittlich stark vermehrt wird. Dass viele gestandene Private-Equity-Profis den Sprung ins Gründerdasein wagen, hat laut Bell eine weitere Ursache: „Talentierte Investmentmanager können bei etablierten Häusern oft nicht Partner werden, weil die Personen an der Spitze nicht gehen und keine neuen Partnerpositionen geschaffen werden.“

Bemerkenswert: Viele der Gründer ziehen ihr Geschäft nicht etwa in der üblichen Form als Fonds auf, sondern investieren in einer Deal-by-Deal-Struktur – so etwa Ex-KKR-Director Philip Wack oder zwei frühere CVC-Investmentmanager, die mit ihrem Vehikel Legian an den Start gegangen sind.

Das gibt ihnen mehr Freiheit, weil sie keinen Fonds ausinvestieren müssen, und erlaubt höhere Ticketgrößen, weil sie ihr Startkapital nicht über eine ganze Reihe von Firmen verteilen müssen. Rupert Bell merkt allerdings an, dass eine Deal-by-Deal-Struktur das Risiko birgt, dass Investoren je nach Laune abspringen. „Bei diesem Vorgehen ist es wichtig, dass die Geldgeber verstehen, dass es sich um ein zyklisches Geschäft handelt. Ist das nicht der Fall, kann die Euphorie nach einem Dämpfer im Makro-Umfeld schnell nachlassen.“

florian.bamberg[at]finance-magazin.de

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