Allgeier, Deutsche Bahn, Hello Fresh – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

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30.10.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Allgeier, Deutsche Bahn, Hello Fresh

Allgeier hat einen neuen Kredit abgeschlossen, die Deutsche Bahn emittiert einen Bond über 150 Millionen australische Dollar und Hello Fresh gibt weitere Details zum geplanten Börsengang bekannt – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Allgeier schließt neuen Kredit ab

Das Münchener IT-Unternehmen Allgeier hat eine neue revolvierende Kreditlinie über 180 Millionen Euro erhalten. Zu den beteiligten Banken gehörten BayernLB, Commerzbank, ING, LBBW, Helaba und Nord LB. Die Kreditfazilität besitzt eine Laufzeit von fünf Jahren. Sie kann zweimal um je ein Jahr verlängert werden. Allgeier hat zudem die Möglichkeit, bei den Banken im Rahmen einer Erhöhungsoption eine Aufstockung des Kredits zu beantragen.

Die neue Kreditlinie soll der langfristigen Finanzierung dienen. Neben der Rückzahlung bestehender Finanzierungen sollen mit den Mittel auch künftige Akquisitionen finanziert werden. Nach Angaben des Unternehmens konnten zu diesem Zweck im Kreditvertrag einige Elemente vereinbart werden, die bei LBO-Finanzierungen von Private-Equity-Unternehmen üblich sind. Weitere Details dazu sind nicht bekannt. GCA Altium und Latham & Watkins haben Allgeier bei der Transaktion begleitet. Das Closing der Kreditlinie soll bis Ende Oktober erfolgen.

Deutsche Bahn begibt Anleihe über 150 Millionen AUD

Die Deutsche Bahn hat über ihre Finanzierungstochter Deutsche Bahn Finance eine Anleihe über 150 Millionen australische Dollar (100 Millionen Euro) emittiert. Die Papiere wurden bei institutionellen Investoren in der Region Asien/Pazifik platziert. Der Bond besitzt eine Laufzeit von 15 Jahren und einen Zinskupon von 4,05 Prozent. Der Erlös wurde in Euro geswappt und soll die finanzielle Flexibilität der Deutschen Bahn erhöhen. Daiwa Securities und HSBC begleiteten die Transaktion.

Hello Fresh gibt weiter Details zum IPO bekannt

Das Start-up Hello Fresh hat die Preisspanne für seinen geplanten Börsengang festgelegt. Diese liegt bei 9 Euro bis 11,50 Euro. Daraus ergibt sich eine Pre-Money-Bewertung von 1,2 bis 1,5 Milliarden Euro. Im Vorfeld war mit einer Bewertung bis zu 2 Milliarden Euro gerechnet worden. Der maximale Erlös liegt bei Ausgabe von rund 31 Millionen Aktien (inklusive Greenshoe-Option) bei 357 Millionen Euro. Der Streubesitz könnte bei bis zu 19 Prozent liegen. Hello Fresh strebt den ersten Handelstag am 2. November an.

Börsengang von Siemens Healthineers wird konkreter

Die Pläne für den Börsengang von Siemens Medizintechniksparte Healthineers werden offenbar konkreter. Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen berichtet, hat der Technologiekonzern nun die Investmentbanken Goldman Sachs, Deutsche Bank und JP Morgan mit der Transaktion beauftragt. Möglicher Börsenplatz für den IPO könnte New York werden, so die Insider. Eine finale Entscheidung sei aber noch nicht getroffen. Dem Bericht zufolge ist ein Börsengang im Frühjahr 2018 wahrscheinlich. 

Weitere Finanzierungen

Der Erotikhändler Beate Uhse benötigt dringend eine Brückenfinanzierung. Investoren bringen sich dafür in Stellung, darunter nach FINANCE-Informationen auch der Finanzinvestor Robus Capital. Über die weiteren Entwicklungen bei dem Erotikkonzern hält sie unsere Themenseite zu Beate Uhse auf dem Laufenden.

Mynaric, ein Spezialist für laser-basierte Kommunikationsnetzwerke, hat den Ausgabepreis für seinen geplanten Börsengang im Börsensegment Scale bei 54 Euro und damit am oberen Ende der Preisspanne festgelegt. Sämtliche 506.000 Aktien konnten platziert werden. Nach eigenen Angaben war der Börsengang vierfach überzeichnet. Insgesamt ergab sich ein Platzierungsvolumen von 27,3 Millionen Euro. 

Die österreichische Bank Bawag hat den Sprung an die Börse geschafft, allerdings konnten die Aktien nur am unteren Ende der Preisspanne platziert werden. Die Finanzinvestoren Cerberus und Golden Tree trennten sich im Zuge des IPOs von 38 Prozent ihrer Anteile und nahmen damit 1,93 Milliarden Euro ein.

Der Wohnimmobilienbauträger Euroboden hat die Zeichnungsfrist für seine 25-Million-Euro-Anleihe am ersten Tag aufgrund der großen Nachfrage vorzeitig geschlossen. Der Bond besitzt eine Laufzeit von fünf Jahren und einen Zinskupon von 6 Prozent. Das Angebot war nach eigenen Angaben deutlich überzeichnet. Gleichzeitig hatte das Unternehmen seinen Gläubigern der Anleihe 2013/18 ein freiwilliges Umtauschangebot unterbreitet. Dieses wurde mit einer Quote von rund 81,4 Prozent angenommen.

Der Immobilienentwickler Aggregate Holdings beabsichtigt seine 310-Millionen-Euro-Anleihe um weitere 40 Millionen Euro aufzustocken. Die neuen Papiere sollen im Rahmen von internationalen Privatplatzierungen bei institutionellen Investoren platziert werden. Aggregate Holdings hatte die Anleihe 2016 begeben. Sie läuft bis 2021 und wird mit 5 Prozent verzinst.

Das österreichische Unternehmen Pankl Racing System, ein Hersteller von Motor- und Antriebssystemen, begibt eine nachrangige Anleihe über 10 Millionen Euro. Diese ist mit 5 Prozent verzinst und besitzt keine feste Laufzeit. Der Bond soll privat platziert und das Eigenkapital der Pankl-Gruppe stärken. 

Die afrikanische Tochtergesellschaft des Zementherstellers Lafarge Holcim, Lafarge Africa, plant offenbar eine Bezugsrechtskapitalerhöhung über rund 132 Milliarden Naira (430 Millionen Dollar), wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Außerdem beabsichtige das afrikanische Tochterunternehmen Geldmarktpapiere über rund 25 Milliarden Naira zu emittieren, heißt es weiter.

Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig, ein Produzent von Motor- und Getriebeteilen, will den Gläubigern seiner Schuldverschreibung 2014/2019 ein freiwilliges öffentliches Umtauschangebot unterbreiten. Die Anleihe aus dem Jahr 2014 umfasst 25 Millionen Euro und wird mit 7,5 Prozent verzinst. Nun können Gläubiger bis zum 1. Dezember 2017 ihre Schuldverschreibungen im Verhältnis 1:1 in die neue Anleihe eintauschen. Der neue Bond wird mit 7,25 Prozent verzinst und läuft bis 2023. Das Gesamtvolumen des Umtauschangebots umfasst 15 Millionen Euro. Darüber hinaus wird Neue ZWL Zahnradwerk Leipzig den Gläubigern die angelaufenen Stückzinsen sowie eine Umtauschprämie in Höhe von 25 Euro je umgetauschter Schuldverschreibung zahlen.

Die Investmentgesellschaft Ardian Private Debt hat eine Unitranche-Finanzierung in unbekannter Höhe für die Carve-Out-Akquisition des Pflegeheimbetreibers Emvia Living durch den PE-Investor Chequers Capital bereit gestellt.

Das Berliner Start-up Esports Business Solutions hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Die Höhe der Finanzierungsrunde ist nicht bekannt. Im Zuge der Transaktion ist das US-Unternehmen American City Business Journals bei den Berlinern eingestiegen.

Der Leiterplattenhersteller AT&S Austria Technologie & Systemtechnik überlegt, im kommenden Geschäftsjahr eine Hybridanleihe zu emittieren. Diese soll eine unbegrenzte Laufzeit und eine vorzeitige Rückzahlungsoption nach fünf Jahren besitzen. Das Emissionsvolumen könnte sich im hohen zweistelligen Millionen-Bereich bewegen. Die Hybridanleihe würde sich ausschließlich an institutionelle Investoren richten. Mit dem Erlös würde AT&S unter anderem die Kapitalbasis stärken wollen. 

Die Erlebnis Akademie, ein Betreiber von Baumwipfelpfaden, hat eine Kapitalerhöhung unter Ausschluss der Bezugsrechte beschlossen. 156.833 neue Aktien sollen zu einem Ausgabepreis von 9 Euro bei ausgewählten strategischen Investoren platziert werden. Mit dem Erlös will das Unternehmen weitere Baumwipfelpfade finanzieren sowie das Unternehmenswachstum vorantreiben.

Die Kap Beteiligungs-AG beabsichtigt im Zuge einer Unternehmensübernahme einen Teil des Kaufpreises durch eine Sachkapitalerhöhung zu finanzieren. Bei dem zu erwerbenden Unternehmen handelt es sich um eine Firma im Bereich der Oberflächenveredelung. Die Anzahl der neuen Aktien steht noch nicht fest.

Ratingmeldungen

Standard & Poor’s verschlechtert den Ratingausblick des Essener Baukonzerns Hochtief von stabil auf negativ und bestätigt das Rating bei BBB. Die Ratingagentur verweist in ihrer Begründung unter anderem auf die Übernahmeabsicht der Essener im Hinblick auf den spanischen Infrastrukturanbieter Abertis. Diese sei positiv im Hinblick auf Geschäftsrisiken, könnte aber das Finanzprofil belasten. 

Das Modeunternehmen CBR Fashion Holding erhält von der Ratingagentur Moody’s zum ersten Mal ein vorläufiges Unternehmensrating von (P)B2. Der Ausblick ist stabil. Moody’s begründet dies unter anderem mit der kleinen Größe von der CBR Fashion Holding und dem positiven Free Cash Flow des Unternehmens.

Moody’s bestätigt das Rating des Kabelnetzanbieters Tele Columbus bei B2. Gleichzeitig verbessert die Ratingagentur den Ausblick von stabil auf positiv. Moody’s begründet dies unter anderem mit der stabilen Geschäftsentwicklung.

Standard & Poor’s verbessert das Rating des Immobilienunternehmens Adler Real Estate von BB- auf BB. Gleichzeitig stuft die Ratingagentur den Ausblick von positiv auf stabil herab. S&P verweist in der Begründung unter anderem auf den Verkauf der Anteile des Wettbewerbers Accentro Real Estate. Die Agentur erwartet, dass sich der Verschuldungsgrad von Adler verbessern wird.