Bayer schreitet zügig voran: Covestro soll noch in diesem Jahr an die Börse gehen.

Bayer AG

07.09.15
Finanzierungen

Finanzierungen: Bayer, Asklepios, HeidelbergCement

Bayer nennt Details zum Covestro-IPO, Asklepios schließt die größte Finanzierung der Unternehmensgeschichte ab und HeidelbergCement sichert sich eine Brückenfinanzierung über 3,8 Milliarden Euro. Diese und weitere Neuigkeiten aus der Welt der Unternehmensfinanzierung erwarten Sie im wöchentlichen FINANCE-Ticker.

Bayer zieht Covestro-IPO vor

Bayer will Covestro, die frühere Sparte Bayer MaterialScience, früher an die Börse bringen als erwartet. Im vierten Quartal dieses Jahres will das Unternehmen den Schritt wagen, vorausgesetzt das Kapitalmarktumfeld macht dem Unternehmen keinen Strich durch die Rechnung. Das Angebot soll ausschließlich aus neuen Aktien bestehen, die im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgegeben werden.

Mit dem Erlös des IPOs will Covestro vor allem Schulden zurückzahlen, die es beim Bayer-Konzern hat. Der Emissionserlös dürfte 2 bis 3 Milliarden Euro erreichen, der gesamte Unternehmenswert wird auf 10 bis 12 Milliarden Euro geschätzt. Bayer wird auch nach dem IPO zunächst noch eine deutliche Mehrheit an Covestro halten.

Asklepios emittiert 580 Millionen Euro schweres Schuldscheindarlehen

Der Hamburger Klinikbetreiber Asklepios hat ein Schuldscheindarlehen mit einem Volumen von über 580 Millionen Euro emittiert. Zunächst war ein Darlehen in Höhe von 200 Millionen geplant. Die Nachfrage war aber so hoch, dass sich das Unternehmen für eine Aufstockung entschied. Insgesamt wurden fünf Tranchen emittiert, die jeweils eine Laufzeit von 5, 7, 10, 12 und 15 Jahren haben. Sie sind teils variabel, teils fest verzinst. Zu den genauen Umfängen der Tranchen wollte Asklepios keine Details nennen.

Die neuen Mittel will der Klinikbetreiber zur allgemeinen Unternehmens- und Wachstumsfinanzierung verwenden. Zudem sind die Konditionen günstiger und auch das Fälligkeitenprofil des Unternehmens verbessert sich durch die neue Finanzierung.

HeidelbergCement schließt Brückenfinanzierung ab

HeidelbergCement sichert sich eine Brückenfinanzierung in Höhe von 3,8 Milliarden Euro für die geplante Übernahme des italienischen Zementkonzerns Italcementi. Die Kreditlinien wird zu gleichen Teilen von der Deutschen Bank und Morgan Stanley bereitgestellt. Daneben besteht das Konsortium aus 17 weiteren Banken.

Ursprünglich war ein Volumen von 4,4 Milliarden Euro geplant, das aber um 600 Millionen Euro reduziert wurde. Damit deckt der Kredit den Kaufpreis für das Eigenkapital des Unternehmens von 3,7 Milliarden Euro vollständig ab. CFO Lorenz Närger erklärt das niedrigere Volumen damit, dass zin der Zwischenzeit „Risiken eines Pflichtangebots an Minderheitsaktionäre in Marokko“ ausgeschlossen werden konnten.

PE-Investor will Scout24 an die Börse bringen

Der PE-Investor Hellman & Friedman will Scout24 an die Börse bringen. Hellman & Friedman hält seit 2013 rund 70 Prozent an Scout24. Die restlichen Anteile liegen bei der Deutschen Telekom. Der IPO soll aus einer Kapitalerhöhung und dem Verkauf bestehender Aktien zusammengesetzt sein. Erwartetet wird ein Nettoerlös von mindestens 200 Millionen Euro, teilte das Unternehmen mit.

Im Herbst vergangenen Jahres gab es bereits Gerüchte um einen möglichen Börsengang. Allerdings hatte das volatile Marktumfeld damals viele potentielle Kandidaten vom Schritt aufs Parkett abgehalten.

Zencap sichert sich 230 Millionen Euro Investment

Die US-amerikanische PE-Gesellschaft Victory Park Capital wird in den nächsten drei Jahren 230 Millionen Euro in Kredite investieren, die das Berliner Startup Zencap vergeben hat. Zencap ist ein Online-Kreditmarktplatz und vergibt Kredite zwischen 5.000 und 250.000 Euro. Damit wird VPC der größte institutionelle Investor auf der Plattform. Zencap wurde im Frühjahr 2014 gegründet und ist ein Teil von Rocket Internet.

Weitere Finanzierungen

Das Medizintechnikunternehmen Symetis plant seinen Börsengang noch für dieses Jahr. Das Schweizer Unternehmen strebt einen Bruttoemissionserlös in Höhe von rund 80 Millionen Schweizer Franken (rund 74 Millionen Euro) an, eine Mehrzuteilungsoption nicht eingerechnet. Bestehende Investoren wollen dem Unternehmen zufolge neue Aktien im Wert von 15 Millionen Schweizer Franken zeichnen. Global Coordinator und Joint Bookrunner ist die Credit Suisse, Joint Bookrunner ist Jefferies International. Als Co-Manager sind die Bank Bellevue sowie Vontobel mandatiert.

Die Modekette Laurèl geht auf ihre Gläubiger zu. Nach der Gläubigerversammlung am Dienstag, die aufgrund der notwendigen Präsenz von 50 Prozent ohne Ergebnis blieb, will das Unternehmen seinen Anleihegläubigern finanzielle Zugeständnisse machen, wie zum Beispiel Bonuszahlungen. Die zweite Versammlung wird wahrscheinlich im Oktober stattfinden. Dann werden die Gläubiger über eine Laufzeitverlängerung und einen Zinsverzicht abstimmen müssen.

Das im Mai 2013 vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie in die Wege geleitete Förderprogramm INVEST – Zuschuss für Wagniskapital konnte 100 Millionen Euro für Startup-Unternehmen einsammeln. Jedes Investment wird mit 20 Prozent bezuschusst.

Der Private-Equity-Investor Lindsay Goldberg hat die Übernahme der VDM Metals von ThyssenKrupp zum Teil durch eine Multi-Currency Borrowing Base Facility finanziert. Das Finanzierungsinstrument hat ein Volumen von 300 Millionen Euro und soll dem Unternehmen die finanzielle Flexibilität sichern. Lindsay Goldberg wurde bei der Transaktion von Cubus Partners beraten.

Die Bayerische Landesbank hat dem Photovoltaikunternehmen Hanwha Q Cells ein Darlehen ohne Rückgriffsanspruch über 40,3 Millionen Britische Pfund (rund 55 Millionen Euro) für die Errichtung zweier Solarprojekte in England zur Verfügung gestellt. Hanwha Q Cells hat zwei Hauptniederlassungen in Seoul, Südkorea, und Thalheim in Deutschland. Das Unternehmen hat gleichzeitig einen Stromkaufvertrag mit EDF Energy abgeschlossen, der die Solarenergie für eine Laufzeit von 15 Jahren beziehen wird.

Das Ticket-Unternehmen CTS Eventim steigt mit einer strategischen Beteiligung von 51 Prozent bei Kinoheld, einem Anbieter von Online-Ticketing für Kinobetreiber, ein. Außerdem stellt CTS Eventim für das Münchener Unternehmen eine Wachstumsfinanzierung bereit. Details der Transaktion sind nicht bekannt.

Im Rahmen der Insolvenz der Handelskette Strauss Innovation wurde das Insolvenzverfahren für die Unternehmen Strauss Verwaltungs GmbH und Strauss Logistik eröffnet, wie das Handelsblatt unter Berufung auf das Amtsgericht Düsseldorf berichtete. Zwar laufe die Suche nach einem Investor für das Unternehmen, so Insolvenzverwalter Horst Piepenburg im Interview mit der Wirtschaftswoche, doch es müssten auch Teillösungen in Betracht gezogen werden.

Das Verlagshaus Axel Springer und der Medienkonzern ProSiebenSat.1 setzen auf die digitale Zukunft. Beide Häuser beteiligen sich gemeinsam mit einem mittleren zweistelligen Millionenbetrag an dem Internet-Investmentfonds Lakestar II, der ein Volumen von rund 350 Millionen Euro hat. Der von Klaus Hommels geleitete Fonds investiert in „digitale Unternehmen mit hohen Wachstumsperspektiven“ in Europa und den USA. Die Transaktion ist Teil einer gemeinsamen Initiative der beiden Konzerne zur Förderung digitaler Wachstumsunternehmen.

Ratingmeldungen

Fitch bestätigt das langfristige Ausfallrating des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé bei AA+. Die Agentur rechnet weiterhin mit einem starken Geschäftsprofil.

Standard & Poor’s hat das Rating des Salz- und Düngemittelkonzerns K+S langfristig mit der Bonitätsnote BBB und kurzfristig mit A-2 bestätigt. Der Ausblick ist negativ. Laut der Ratingagentur rechne man bei dem Dax-Unternehmen mit einem Rückgang der Finanzkennzahlen in den Jahren 2016 und 2017. Zudem reflektiere der negative Ausblick die unsicheren Branchenbedingungen und die Verschuldung durch das Minenbauprojekt in Kanada. Die Agentur geht jedoch auch davon aus, dass der Konzern seine Kennzahlen danach wieder in Einklang mit dem Rating bringen kann.

Fitch hat das langfristige Ausfallrating des Energiekonzerns E.on von A- auf BBB+ herabgestuft. Der langfristige Ratingausblick ist stabil. Als Begründung nennt die Ratingagentur unter anderem die vorläufige Einschätzung des Geschäftsrisikos in Folge der geplanten Aufspaltung.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

Einen Überblick über die Finanzierungen der vergangenen Wochen und Monate finden Sie auf unserer Themenseite Unternehmensfinanzierung.