Der Hamburger Klinikbetreiber Asklepios hat einen Schuldschein über 580 Millionen Euro begeben.

Asklepios Kliniken

31.08.15
Finanzierungen

Asklepios platziert 580-Millionen-Euro-Schuldschein

Der Klinikbetreiber Asklepios hat einen Schuldschein über 580 Millionen Euro emittiert. Das Volumen ist deutlich höher, als CFO Stephan Leonhard zunächst anvisiert hat.

Der Klinikbetreiber Asklepios Kliniken hat das günstige Zinsumfeld genutzt und ein Schuldscheindarlehen über 580 Millionen Euro emittiert. Ursprünglich wollte der in Hamburg ansässige Konzern nur 200 Millionen Euro aufnehmen, doch die hohe Nachfrage habe Asklepios dazu veranlasst, das Volumen deutlich aufzustocken und laut eigenen Angaben die größte Finanzierung der Unternehmensgeschichte durchzuführen.

Das eingenommene Geld dient der allgemeinen Unternehmens- und Wachstumsfinanzierung. Zudem refinanziert sich Asklepios zu günstigeren Konditionen und verbessert das Fälligkeitenprofil der Finanzierungen. „Die mehrfache Überzeichnung und das hohe platzierte Emissionsvolumen sind ein klarer Vertrauensbeweis der Alt- und Neuinvestoren in unser langfristiges und nachhaltiges Geschäftsmodell“, zeigt sich Stephan Leonhard, CFO und stellvertretender CEO zufrieden mit der Transaktion.

Asklepios: Neuer Schuldschein hat fünf Tranchen

Der Schuldschein unterteilt sich in fünf Tranchen mit Laufzeiten von 5, 7, 10, 12 und 15 Jahren, die sowohl mit fester als auch variabler Verzinsung angeboten wurden. Das größte Volumen liegt auf der siebenjährigen Tranche. Wie groß die einzelnen Tranchen sind, wollte Asklepios auf  Nachfrage von FINANCE nicht mitteilen. Auch zu den preislichen Konditionen wollte sich das Unternehmen nicht äußern, diese liegen laut Mitteilung allerdings „deutlich unter dem Niveau vorangegangener Transaktionen“.

Asklepios hatte 2013 erstmals den Schuldscheinmarkt angezapft.
Die durchschnittliche Verzinsung des 300 Millionen Euro schweren Papiers lag bei 3,5 Prozent. Die bestehenden Schuldscheininvestoren aus der damaligen Transaktion nutzten nun ein Umtauschangebot in Form eines „Amend & Extend“. Asklepios konnte so die alten Papiere zu verbesserten Konditionen und mit längeren Laufzeiten in neue Schuldscheine umwandeln. Angesichts des derzeitigen Niedrigzinsumfeldes boomt diese Art der Transaktion, da Unternehmen nicht komplett neu verhandeln müssen.

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Börsenturbulenzen beunruhigten Asklepios nicht

Die Turbulenzen an der Börse in der vergangenen Woche haben bei der Transaktion laut Ilmarin Schietzel, Leiter strategische Finanzentwicklung und Kapitalmarktprojekte bei Asklepios, keine Rolle gespielt: „Für uns war das der optimale Zeitpunkt für die Transaktion, um uns mit günstigem Kapital einzudecken“, sagt er gegenüber FINANCE.

Begleitet wurde die Platzierung von der Bayerischen Landesbank, BNP Paribas, Hessischen Landesbank und der Crédit Agricole sowie durch Allen & Overy als beratende Anwaltskanzlei. Zu den Investoren des Schuldscheins gehören Sparkassen, Geschäfts- und Genossenschaftsbanken sowie institutionelle Anleger und internationale Investoren.

Asklepios mit starkem ersten Halbjahr

Die Schuldscheinemission fällt zusammen mit starken Halbjahreszahlen. Asklepios hatte am Donnerstag die Zahlen für das erste Halbjahr 2015 bekannt gegeben. Der Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent auf 1,54 Milliarden Euro gestiegen. Auch das Ebitda des Hamburger Klinikbetreibers hat um 11 Prozent auf 169 Millionen Euro zugelegt. Das Verhältnis von Nettoschulden zu Ebitda ging auf 1,9x zurück.

jakob.eich[at]finance-magazin.de