Die Finanzierung für die Milliardenübernahme von Italcementi ist in trockenen Tüchern. Insgesamt mischen 19 internationale Banken mit.

HeidelbergCement

03.09.15
Finanzierungen

HeidelbergCement-CFO Lorenz Näger regelt Italcementi-Finanzierung

HeidelbergCement-CFO Lorenz Näger hat die Finanzierung für die angekündigte Übernahme von Italcementi geregelt und schließt einen neuen syndizierten Kredit über 3,8 Milliarden Euro ab. Parallel wird das Kalkgeschäft nach Belgien verkauft.

Lorenz Näger, CFO von HeidelbergCement, zurrt die Brückenfinanzierung für die angekündigte Übernahme des italienischen Zementriesen Italcementi fest. Die ursprünglich zu gleichen Teilen von der Deutschen Bank und Morgan Stanley bereitgestellte Kreditlinie in Höhe von 4,4 Milliarden Euro reduziert sich auf 3,8 Milliarden Euro und deckt damit den fälligen Kaufpreis für das Eigenkapital, der 3,7 Milliarden Euro beträgt. Das Kreditvolumen liegt um 600 Millionen Euro niedriger als ursprünglich geplant. Als Begründung nennt Näger, dass in der Zwischenzeit „Risiken eines Pflichtangebots an Minderheitsaktionäre in Marokko“ ausgeschlossen werden konnten.

Neben der Deutschen Bank und Morgan Stanley besteht das internationale Bankenkonsortium aus 17 weiteren Banken. Auf deutscher Seite schließen sich die BayernLB, Helaba, LBBW sowie die Commerzbank an. Dazu kommen die internationale Bank of America, Merril Lynch, die Citibank, die Danske Bank, SEB, ING Diba, Intesa Sanpaolo, Mediobanca, Nordea, Raiffeisen International, Royal Bank of Scotland, Standard Chartered und die Svenska Handelsbanken. CEO Bernd Scheifele sieht in der Syndizierung der Brückenfinanzierung eine „solide Finanzierungsgrundlage“ für den Merger.

Die Übernahme ist nicht unumstritten. Während HeidelCement Italcementi als „Perfect Fit“ bezeichnet, kritisieren manche Investoren und Analysten, dass das M&A-Target erhebliche strukturelle Schwächen aufweist, unter anderem den hohen Umsatzanteil von konjunkturschwachen Regionen, insbesondere Südeuropa. 

HeidelbergCement verkauft sein deutsches Kalkgeschäft

Parallel verkündete der Dax-Konzern, sein deutsches Kalkgeschäft an die belgische Lhoist Gruppe zu verkaufen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Der Deal umfasst sowohl das Walhalla-Kalkwerk in Regensburg als auch das Werk Istein in der Nähe von Basel.

Das Dealvolumen dürfte freilich gering sein. Laut HedelbergerCement wurden in den vergangenen Jahren beide Werke saniert und haben 2014 einen Umsatz von rund 45 Millionen Euro erzielt.

philipp.habdank[at]finance-magazin.de