Die Telekom sammelt über eine Euro-Anleihe Geld für ihre US-Tochter ein.

Deutsche Telekom

30.01.17
Finanzierungen

Finanzierungen: Deutsche Telekom, Sixt Leasing, Clyde Bergemann Power Group

Die Deutsche Telekom platziert eine Benchmark-Anleihe, Sixt Leasing begibt zum ersten Mal einen Bond und die Clyde Bergemann Power Group schließt einen Konsortialkredit ab – der wöchentliche FINANCE-Ticker.

Deutsche Investorenkonferenz 2017

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Telekom platziert Euro-Anleihe

Die Deutsche Telekom hat eine Euro-Anleihe über 3,5 Milliarden Euro platziert. Das Papier teilt sich in Tranchen mit Laufzeiten über 4,75 Jahre sowie sieben und  zehn Jahre. Die Tranche mit der Laufzeit knapp unter fünf Jahren hat ein Volumen von 1 Milliarden Euro. Sie wird mit 0,375 Prozent verzinst. Bei den beiden anderen jeweils 1,25 Milliarden Euro schweren Tranchen liegt die Verzinsung bei 0,875 Prozent beziehungsweise 1,375 Prozent.

Die Telekom benötigt das Geld, um ihre US-Tochter T-Mobile US bei der finanziellen Optimierung zu unterstützen, teilt der Konzern mit. Der Konzern will der US-Tochter besicherte konzerninterne Darlehen über bis zu 4 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. 660 Millionen Euro davon sind bereits im Dezember an die Amerikaner geflossen. Die Tochter soll damit bestehende Verbindlichkeiten refinanzieren. Auch für die Frequenzauktionen für Mobilfunklizenzen dürften der US-Tochter die Rückendeckung aus Deutschland willkommen sein. Im Dezember hatten sich die US-Tochter und die Mutter auf einen gemeinsamen Finanzierungsplan, der einen milliardenschweren Kredit umfasst, geeinigt.

Sixt Leasing begibt Debütanleihe

Die Leasinggesellschaft Sixt Leasing hat ihre erste Anleihe platziert. 250 Millionen Euro hat CFO Björn Waldow damit eingesammelt. Das Papier hat eine Laufzeit von vier Jahre und wird mit 1,125 Prozent verzinst. Nach Angaben des Konzerns war die Emission mehrfach überzeichnet. Berenberg, Commerzbank und Unicredit begleiteten die Transaktion als Joint Lead Manager.

Es ist für das Unternehmen ein weiterer Schritt zu einer von dem Autoverleiher Sixt eigenständigen Konzernfinanzierung. Die Leasinggesellschaft wurde im Mai 2015 in einem Börsengang von der Muttergesellschaft abgespalten. Seitdem hat CFO Björn Waldow bereits bilaterale Kreditlinien über mehrere hundert Millionen Euro vereinbart und ein ABS-Programm über 500 Millionen Euro aufgesetzt.

CBPG schließt neuen Konsortialkredit ab

Das Technikunternehmen Clyde Bergemann Power Group (CBPG) konnte sich 180 Millionen Dollar (etwa 167,5 Millionen Euro) durch einen Konsortialkredit sichern. Mit dem neuen Kredit kann die Gesellschaft kurzfristige bilaterale Kredite ablösen. Der neue Kredit umfasst Tilgungsdarlehen, eine revolvierenden Kreditlinie und Bürgschaftslinien. Außerdem enthält die Vereinbarung auch eine Akquisitionsfazilität, mit der im Dezember 2016 bereits ein Zukauf in China finanziert werden konnte.

Die Commerzbank agierte als Konsortialführer. Außerdem treten die Nord LB, die HSH Nordbank sowie die beiden Versicherer Swiss Re und Zurich als Geldgeber auf. CBPG wurde bei der Transaktion von der Investmentbank GCA Altium beraten.

Mauser startet Börsengang in den USA

Der Industrieverpackungshersteller Mauser hat mit seinem US-IPO begonnen. Rund 12,6 Millionen Aktien werden dabei angeboten, der Preis soll zwischen 20 und 22 US-Dollar pro Stück liegen. Zusätzlich gibt es für die Underwriter die Möglichkeit, weitere 1,89 Millionen Aktien zu kaufen. BofA Merrill Lynch, Citigroup, Credit Suisse, Baird, Deutsche Bank and Jefferies sind als Joint Book Running Managers mandatiert. BNP Paribas, ING, Natixis und Nomura begleiten die Transaktion als Co-Manager. Eigentümer des deutschen Unternehmens ist der PE-Investor Clayton Dubilier & Rice, der 2014 bei dem Konzern eingestiegen war.

Weitere Finanzierungen

Der Fahrradhersteller Mifa kann offenbar doch weiter produzieren. Anfang des Jahres hatte Mifa Insolvenz anmelden müssen, zunächst in Eigenverwaltung. Der Versuch scheiterte jedoch aufgrund einer geplatzten Zusage für ein Massedarlehen der Eigentümerfamilie Nathusius. Es folgte der Beginn eines regulären Insolvenzverfahrens. Laut einem Bericht des „Handelsblatts“ hat der Investor Heinrich von Nathusius nun eine Vereinbarung für das Massedarlehen unterzeichnet.

Der PE-Investor Lone Star ändert seine Finanzierungsstrategie für den Duisburger Baustoffhersteller Xella. Das Private-Equity-Haus hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr gekauft. Die Senior Secured Kreditfazilität wird von den ursprünglich geplanten 1,325 Millionen Euro auf 1,575 Millionen Euro aufgestockt. Dafür werden die geplanten Senior Secured Notes über 250 Millionen Euro, die über ein Finanzvehikel von Lone Star emittiert werden sollten, nicht begeben. Das Leverage bleibt damit unverändert.

Der Chemie-Produzent AlzChem hat die Preisspanne für den geplanten Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse festgelegt. Zwischen 20 und 27 Euro soll eine Aktie kosten. Der Angebotszeitraum wird voraussichtlich am 8. Februar enden. Mit den Emissionserlösen soll weiteres Wachstum finanziert werden.

Die Reederei Marenave bekommt erneut mehr Zeit für die Tilgung ihrer Schiffshypothekendarlehen. Erklärungen über das (teilweise) nicht ernsthafte Einfordern der ausstehenden Leistungen wurden Marenave in der vergangenen Woche von den finanzierenden Banken zugestellt. Die Verlängerung läuft bis zum 28. Februar. Erst im Dezember wurde Marenave von den Gläubigern die Verlängerung bis zum 27. Januar zugestanden.

Die Deutsche Rohstoff AG will ihre Aktien künftig im Segment für kleinere und mittlere Unternehmen (KMU), welches den bisherigen Entry Standard ablöst, handeln lassen. Auch die im vergangenen Jahr emittierte Anleihe soll in das Segment wechseln, das am 1. März startet. Die ICF Bank soll Capital Market Partner der Deutsche Rohstoff AG sein.

Die Technologie-Holding Max 21 hat eine Barkapitalerhöhung vorzeitig abgeschlossen. Sämtliche 2,5 Millionen neu angebotene Aktien wurden veräußert, der Ausgabepreis lag bei 1,72 Euro pro Aktie. Damit erhielt Max 21 einen Bruttoemissionserlös von 4,3 Millionen Euro.

Das Immobilienunternehmen CG Frankfurt Ostend hat eine Anleihe mit einem Volumen von 64 Millionen Euro platziert. Die Anleihe läuft bis Juni 2022 und dient dem Erwerb des Ost-End-Areals in Frankfurt. Als Sole Lead Manager und Sole Bookrunner hat die Equinet Bank die Transaktion begleitet.

Der Güterwagen-Hersteller Waggonbau Niesky erhält von der HSH Nordbank einen Kredit in Höhe von etwa 9 Millionen Euro. Es ist bereits die zweite Finanzierung innerhalb eines Jahres. Waggonbau Niesky gehört der Private-Equity-Gesellschaft Quantum Capital Partners.

Das Spezialpharmaunternehmen Biofrontera hat eine Wandelanleihe mit einem Gesamt-Nennbetrag von bis zu knapp 5 Millionen Euro platziert. Dem Unternehmen zufolge konnte die Anleihe vollständig platziert werden. Der Bezugspreis lag bei 100 Prozent des Nominalbetrags.

Travel24 veröffentlicht den Geschäftsbericht 2015 und setzt bei der Refinanzierung der Mittelstandanleihe komplett auf ein unfertiges Hotel. Am 17. September wird eine nominell 25 Millionen Euro schwere und mit 7,5 Prozent verzinste Mittelstandsanleihe fällig. Bei FINANCE erklärt sich CEO Armin Schauer zur aktuellen Situation bei Travel24.

Die Immobiliengesellschaft Zug Estates hat eine Obligationenanleihe mit einem Gesamtvolumen von 100 Millionen Franken (etwa 93,5 Millionen Euro) platziert. Das Papier wird mit 0,7 Prozent verzinst und läuft über fünf Jahre. Mit dem Geld plant Zug Estates die Weiterentwicklung ihres Portfolios. Als Joint Lead Manager und Joint Bookrunner traten die Credit Suisse und Bank Vontobel bei der Transaktion auf.

Ratingmeldungen

Moody´s hat seine Einschätzung für den Autobauer BMW verbessert, die Münchener werden nun mit A1 statt A2 bewertet. Der Ratingausblick ist stabil, nachdem er bisher als positiv eingestuft wurde. Damit werden unter anderen die stabile operative Entwicklung und die kontinuierliche Weiterentwicklung des Produktportfolios von BMW belohnt.

Fitch bewertet Oddo & Cie und deren Tochtergesellschaft BHF Bank weiterhin mit BBB- mit einem positiven Ausblick. Die Agentur sieht den Erwerb der BHF Bank durch Oddo als positiv für beide Banken an. Laut Einschätzung von Fitch könnte die BHF Bank im Jahr 2017 in die Gewinnzone zurückkehren.

Moody’s verbessert den Ausblick des Corporate Family Ratings des Family-Equity-Unternehmens Franz Haniel. Das Rating liegt nun bei Ba1 mit positivem Ausblick. Die Agentur honoriert damit einzelne Schritte einer Investmentstrategie sowie die positiven Effekten, die die angekündigte Aufteilung von Metro, eine Finanzbeteiligung des Unternehmens, auf das Haniel-Portfolio haben wird.

antonia.koegler[at]finance-magazin.de

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